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Erinnerungsorte

Kriegsgräberstätten in Europa: die Übersicht nach Ländern

Kriegsgräberstätten in Europa und weltweit: 5193 verzeichnete Anlagen in 58 Ländern, von der einzelnen Grabstelle auf einem Dorffriedhof bis zur Sammelanlage mit Zehntausenden Gräbern.

Der deutsche Soldatenfriedhof Langemark in Flandern mit flachen Namensplatten im Rasen
Der deutsche Soldatenfriedhof Langemark in Flandern mit flachen Namensplatten im RasenBigBlobfish · CC0 · Wikimedia Commons

Kriegsgräberstätten in Europa: wo die Toten des Ersten Weltkriegs liegen

Kriegsgräberstätten in Europa gibt es in dieser Zahl aus einem einzigen Grund, und diese Übersicht beginnt deshalb mit ihm. Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, in dem der gefallene Soldat einen Anspruch auf ein eigenes, dauerhaft erhaltenes Grab mit seinem Namen erhielt. Vorher waren Gefallene in Massengräbern verscharrt worden, und nur Offiziere bekamen ein Denkmal. Diese Änderung ist der Grund, warum es die Anlagen überhaupt gibt, die dieses Verzeichnis führt.

Die Verteilung der Kriegsgräberstätten in Europa folgt dabei nicht dem Frontverlauf. Der größte Teil der hier erfassten Anlagen liegt in Deutschland – nicht, weil dort gekämpft wurde, sondern weil Verwundete über Sanitätszüge weit ins Hinterland verlegt wurden und weil Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter dort bestattet wurden, wo sie eingesetzt waren.

Alle Länder im Überblick

LandAnlagenMit eigener Seite
Deutschland418925
Frankreich23816
Russland1582
Weitere Länder1472
Polen101
Lettland631
Litauen451
Dänemark43
Belarus42
USA41
Belgien251
Ukraine241
Georgien17
Ungarn16
Estland15
Italien151
Armenien14

Jede Länderseite enthält zusätzlich eine vollständige alphabetische Übersicht ihrer Anlagen. Die Sammelseite „Weitere Länder" führt alle Staaten mit wenigen verzeichneten Anlagen zusammen, von Ägypten bis Uruguay. Dass dort Staaten wie Chile, Namibia oder Australien auftauchen, hat einen einfachen Grund: Deutsche Staatsangehörige starben auch dort in Internierungslagern, in Lazaretten oder als Besatzungsmitglieder gestrandeter Schiffe – der Krieg reichte weit über die europäischen Fronten hinaus.

Vier Typen von Anlagen

Hinter dem Begriff Kriegsgräberstätte stehen sehr unterschiedliche Orte, und wer eine Anlage besucht, sollte wissen, welchen Typ er vor sich hat.

Das Gräberfeld auf dem kommunalen Friedhof. Der häufigste Fall in Deutschland: ein abgegrenzter Bereich mit einigen Dutzend oder wenigen Hundert Gräbern, meist entstanden aus einem Lazarett am Ort. Die Steine sind oft einheitlich, das Feld liegt am Rand oder an einer Mauer.

Der Sammelfriedhof. Nach dem Krieg angelegte Großanlagen, in die Tote aus aufgelösten Feldgrablagen umgebettet wurden. Sie liegen in den ehemaligen Frontgebieten in Belgien, Frankreich, Polen, dem Baltikum und Russland und erreichen Belegungen von mehreren zehntausend Bestatteten.

Die Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeitergrabstätte. Oft ohne eigene Gestaltung und lange ohne Namensnennung. Erst seit den 1990er Jahren werden diese Gräberfelder systematisch erfasst und viele Namen erstmals ermittelt.

Das Einzelgrab. Ein einzelner Kriegstoter in einem Familiengrab oder auf einem Dorffriedhof. Rechtlich ist auch dieses Grab ein Kriegsgrab mit dauerndem Ruherecht – ein Umstand, der Angehörigen und Friedhofsverwaltungen häufig nicht bekannt ist.

Der rechtliche Rahmen

In Deutschland regelt das Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft – kurz Gräbergesetz – den Umgang mit diesen Gräbern. Es begründet ein dauerndes Ruherecht: Kriegsgräber dürfen nicht eingeebnet, nicht aufgelöst und nicht neu belegt werden. Herrichtung, Pflege und Unterhaltung sind den Ländern übertragen, die die Aufgaben in aller Regel an die Gemeinden weitergeben.

Für deutsche Kriegsgräber im Ausland gelten zwischenstaatliche Abkommen, die Anlage, Pflege und Zugang regeln. Der jeweilige Text ist auf jeder Länderseite dieses Verzeichnisses wiedergegeben.

Einstieg in die Suche: von der Übersicht zur einzelnen Anlage

Die Übersicht nach Ländern ist der eine Weg, die Suche nach einem Ort der andere. Wer eine bestimmte Anlage sucht, findet sie am schnellsten über die durchsuchbare Kriegsgräberliste. Wer eine bestimmte Person sucht, beginnt nicht bei der Anlage, sondern bei der Person – die Anleitung zur Gräbersuche beschreibt die Reihenfolge der Schritte.

Häufige Fragen

Wie viele Kriegsgräberstätten sind hier verzeichnet?

Das Verzeichnis führt 5193 Anlagen in 58 Ländern. Der weitaus größte Teil liegt in Deutschland, weil dort neben den Frontgefallenen auch die in Lazaretten Verstorbenen sowie Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bestattet wurden.

Was ist eine Kriegsgräberstätte?

Eine Grabanlage, in der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft bestattet sind. Das kann ein eigener Soldatenfriedhof mit Tausenden Gräbern sein oder ein abgegrenztes Feld mit wenigen Gräbern auf einem kommunalen Friedhof. Rechtlich gilt für diese Gräber in Deutschland ein dauerndes Ruherecht: Sie dürfen nicht eingeebnet und nicht neu belegt werden.

Wer bezahlt die Pflege der Kriegsgräber?

Im Inland regelt das Gräbergesetz die Erhaltung; die Kosten tragen Bund und Länder, die praktische Unterhaltung übernehmen die Gemeinden. Im Ausland beruht die Erhaltung deutscher Kriegsgräber auf zwischenstaatlichen Kriegsgräberabkommen, die jeweils auf der Länderseite wiedergegeben sind.

Wie finde ich das Grab eines bestimmten Gefallenen?

Nicht über die Anlage, sondern über die Person: Sterbedatum, Einheit und Sterbeort führen zum Frontabschnitt und damit zur wahrscheinlichen Grabstätte. Namenslisten führen die zuständigen Gräberdienste. Die Schritte im Einzelnen beschreibt die Anleitung zur Gräbersuche.