Kriegsgräberstätten in Ungarn: 16 verzeichnete Anlagen im Überblick
Diese Übersicht verzeichnet die in Ungarn erfassten Kriegsgräberstätten mit Namen und, soweit überliefert, mit Beschreibung und Wegangabe.
16 Anlagen · 0 mit ausführlicher Seite

Landesinformation für Ungarn
Das Kriegsgräberabkommen zwischen Ungarn und Deutschland wurde erst am 16.11.1993 unterzeichnet . Es trat am 23.12.1994 in Kraft. Als offizieller Ansprechpartner für den Volksbund wurde seitens der ungarischen Regierung das Verteidigungsministerium, Abteilung für militärische Traditionspflege und Kriegsgräberfürsorge benannt. Direkte Ansprechpartner für die Friedhöfe sind die jeweiligen Kommunal - und Friedhofsverwaltungen. ausgenommen Budaörs. Am Stadtrand von Budapest wurde der in Ungarn grösste Soldatenfriedhof errichtet, auf dem deutsche wie ungarische Gefallene ruhen, mit angeschlossenem Friedenspark. Die Verluste im Zweiten Weltkrieg betragen ca. 54.000, davon sind 35.000 namentlich bekannt. Für den Ersten Weltkrieg liegen 617 Meldungen vor. In 120 Orten ruhten zwei Drittel aller deutschen Gefallenen. Der Volksbund konnte bereits 1987 in Ungarn seine Arbeit aufnehmen und mit der Instandsetzung einzelner Kriegsgräberstätten beginnen. Darauf folgte nach Inkrafttreten des Kriegsgräberabkommens die Bergung und Umbettung tausender deutscher Kriegstoter, von denen viele auch nachträglich identifiziert werden konnten. Heute unterhält der Volksbund in Ungarn 16 Kriegsgräberstätten.
Kriegsgräberabkommen in Ungarn
Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Ungarn über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Ungarn und die ungarischen Kriegsgräber in der Bundesrepublik Deutschland Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Ungarn - in dem Wunsch, für die in der Republik Ungarn liegenden deutschen Kriegsgräber und die in der Bundesrepublik Deutschland liegenden ungarischen Kriegsgräber aus den Kriegen 1914 -1918 und 1939 -1945 eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen, - in Ausführung von Artikel 29 des Vertrags vom 6. Februar 1992 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Ungarn über freundschaftliche Zusammenarbeit und Partnerschaft in Europa - sind wie folgt übereingekommen: Artikel 1 Dieses Abkommen regelt die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräber der Vertragsparteien im jeweils anderen Staat. Artikel 2 (1) Im Sinne dieses Abkommens bedeuten die Begriffe: a) "deutsche Kriegstote": - Angehörige der deutschen Streitkräfte, - diesen nach deutschem Recht gleichgestellte Personen, - sonstige Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des Krieges 1914 -1918 oder des Krieges 1939 -1945 in Ungarn gestorben sind
Ausgewählte Anlagen in Ungarn
- Bajna
- Im Schloßgarten von Bajna wurden während des Zweiten Weltkrieges zahlreiche deutsche Soldaten bestattet. 1989 erhielt der Volksbund die Genehmigung, diese oberirdisch nicht mehr erkennbaren Gräber zu sondieren und die Toten auf den Gemeindefriedhof umzubetten, …
- Balatonkenese
- Der deutsche Soldatenfriedhof in Balatonkenese nahe des Plattensees liegt auf dem Gelände des Reformierten Friedhofes. Hier wurden während des Zweiten Weltkrieges 454 Kriegstote, davon 358 bekannte Soldaten bestattet. Dank der Pflege durch den örtlichen Pfarre …
- Böhönye
- Ende der 80er Jahre wurde mit den ungarischen Stellen vereinbart, in Böhönye einen Sammel- und Zubettungsfriedhof für das Komitat Somogy zu gestalten. Ausgangspunkt war die Verlegung der Gräber von rund 300 deutschen Gefallenen vom Friedhof der 1. Gebirgsdivis …
- Budaörs
- Im Westen der ungarischen Hauptstadt Budapest, an der Autobahn Wien-Budapest, liegt die Stadt Budaörs. Hier entsteht unser größter Soldatenfriedhof für deutsche und ungarische Kriegstote in Ungarn. Hier ruhen Gefallene hauptsächlich aus dem Bereich östlich der …
- Györ
- Gemäß der 1964 zwischen dem Volksbund und dem Ungarischen Roten Kreuz (URK) getroffenen Vereinbarung über die Einzelgrabpflege konnten bis zur Neuanlage des deutschen Gräberteils nur 86 Gräber gepflegt und in den 70er Jahren mit Holzkreuzen gekennzeichnet werd …
- Hajmasker
- Hajmáskér - Komitat Veszprém Während der Kämpfe 1944/45 bestattete die deutsche Wehrmacht hier ihre Gefallenen. Nach Verhandlungen wurde 1990 die gesamte Gräberfläche neu gestaltet und mit Symbolkreuzen versehen. Außerdem wurde für die ca. 520 in Hajmáskér gef …
- Mosonmagyarovar
- Das Gräberfeld an der Friedhofsmauer mit den 139 deutschen Soldaten wurde nach Rekonstruktion der Einzelgrablagen 1989 neu gestaltet. Die Gräber sind mit Metallkreuzen gekennzeichnet. Die mit Rasen bewachsene, kleine Anlage wird von Blütensträuchern und Rosen …
- Nagykanizsa
- Auf dem Kommunalfriedhof von Nagykanizsa wurden während des Zweiten Weltkrieges in den Parzellen XXXIV und XLII über 400 deutsche Soldaten in Einzelgräbern bestattet. Dieses Gräberfeld befand sich im hinteren linken Teil des Friedhofes. Schon einige Jahre nach …
- Papa
- Auf dem Gemeindefriedhof in Pápa ruhen in einer Parzelle 400 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges. In Pápa befand sich Ende 1944 ein Feldlazarett, in dem vor allem die Verwundeten des Vormarsches auf Budapest ärztlich versorgt wurden. Die ersten Beerdigun …
- Pècs
- Nach Aufzeichnungen des Volksbundes sind in Pécs im Zweiten Weltkrieg 220 deutsche Soldaten gefallen, darunter 39 unbekannte. Die meisten dieser Gefallenen wurden in den Parzellen H und E des Städtischen Friedhofes bestattet. Der Zustand der Gräberfelder mit z …
- Sopron
- Die Friedhofsfläche ist mit großen Bäumen bewachsen. Ein Ehrenmal beim Haupteingang erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Die Anlage wurde 1914 von der österreichischen Armee angelegt. Heute ruhen hier ca. 2.000 k.u.k. Gefallene des Ersten Weltkri …
- Szeged
- Auf dem innerstädtischen Friedhof von Szeged ruhen heute 220 deutsche Kriegstote. Auf Wunsch der Stadtverwaltung verzichtete der Volksbund darauf, die deutschen Toten umzubetten, da das deutsche nicht von dem angrenzenden rumänischen Gräberfeld getrennt werden …
Alle verzeichneten Anlagen in Ungarn
Die folgende Liste führt alle 16 in diesem Verzeichnis erfassten Kriegsgräberstätten in Ungarn in alphabetischer Reihenfolge. Einträge mit ausführlicher Seite sind verlinkt.
- Bajna
- Balatonkenese
- Böhönye
- Budaörs
- Esztergom
- Györ
- Hajmasker
- Mosonmagyarovar
- Nagykanizsa
- Papa
- Pècs
- Sopron
- Szeged
- Szekesfehervar
- Szombathely
- Veszprem
Häufige Fragen
Wie viele Kriegsgräberstätten sind in Ungarn verzeichnet?
Diese Übersicht führt 16 Anlagen in Ungarn. Sie reicht von einzelnen Grabstellen auf kommunalen Friedhöfen bis zu großen Sammelanlagen. Die Liste bildet den Bestand dieses Verzeichnisses ab und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit gegenüber den amtlichen Registern.
Wer pflegt die Kriegsgräber in Ungarn?
Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Ungarn über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Ungarn und die ungarischen Kriegsgräber in der Bundesrepublik Deutschland Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Ungarn - in dem Wunsch, für die in der Republik Ungarn liegenden deutschen Kriegsgräber und die in der Bundesrepublik Deutschland liegenden ungarischen Kriegsgräber aus den Kriegen 1914 -1918 und 1939 -1945 eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen, -
Wie finde ich ein bestimmtes Grab?
Der Einstieg führt über den Sterbeort oder die letzte bekannte Feldpostadresse. Daraus ergibt sich der Frontabschnitt und daraus die wahrscheinliche Grabstätte. Die Suche in der Kriegsgräberliste findet Anlagen nach Ortsnamen; die einzelnen Namen der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste. Schritt für Schritt beschreibt das die Anleitung zur Gräbersuche.
Warum liegen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs weit hinter den Fronten?
Weil viele Verwundete in Lazaretten weit im Hinterland starben und weil Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter dort bestattet wurden, wo sie eingesetzt waren. Deshalb finden sich Kriegsgräberfelder auf zahlreichen kommunalen Friedhöfen, oft Hunderte Kilometer von jeder Frontlinie entfernt.
Quellen
- Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
- Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen der Bundesrepublik Deutschland.
- Bestandsangaben dieses Verzeichnisses, Stand der übernommenen Daten.