Kriegsgräberstätten in Belarus: 42 verzeichnete Anlagen im Überblick
Diese Übersicht verzeichnet die in Belarus erfassten Kriegsgräberstätten mit Namen und, soweit überliefert, mit Beschreibung und Wegangabe.
42 Anlagen · 0 mit ausführlicher Seite

Einordnung
Das Gebiet des heutigen Belarus lag von 1915 bis 1918 unmittelbar an der Ostfront, und die Zahl der verzeichneten Anlagen spiegelt das. Anders als im Westen verlief die Front hier über große Entfernungen und verschob sich mehrfach, weshalb die Gräber weit verstreut liegen, oft in Waldstücken und an Feldrändern abseits der heutigen Ortschaften.
Für die Recherche ist die Ortsnamenfrage entscheidend. Dieselbe Ortschaft erscheint in den Quellen in deutscher, polnischer, russischer und belarussischer Schreibweise, und die Umschrift aus dem Kyrillischen war nicht einheitlich. Wer einen Ort nicht findet, sollte die Schreibweise variieren und zusätzlich über die nächstgrößere Stadt suchen.
Viele Anlagen tragen in den Beständen den Zusatz zum Weltkrieg, weil auf demselben Gelände auch Tote des Zweiten Weltkriegs ruhen. Beide Bestände sind getrennt zu betrachten, auch wenn sie am selben Ort liegen.
Für eine Reise sollte die Erreichbarkeit vorab geklärt werden. Ein Teil der Anlagen liegt außerhalb geschlossener Ortschaften und ist nicht ausgeschildert; ortskundige Begleitung und die genaue Lagebeschreibung aus den Unterlagen der Gräberverwaltung ersparen eine ergebnislose Suche im Gelände.
Landesinformation für Belarus
Das Kriegsgräberabkommen zwischen der Republik Belarus und Deutschland wurde am 28.06.1996 unterzeichnet, ist jedoch von belarussischer Seite noch nicht ratifiziert worden. Als offizieller Ansprechpartner für den Volksbund wurde von belarussischer Seite das Verteidigungsministerium von Belarus benannt. Seit März 2002 unterhält der Volksbund eine eigene Vertretung in Minsk. Wegen des fehlenden Kriegsgräberabkommens waren die Arbeitsmöglichkeiten des Volksbundes sehr beschränkt. Dennoch wurden in der ersten Hälfte der neunziger Jahre in Zusammenarbeit mit den Gemeinden insgesamt 32 von 78 bekannten Soldatenfriedhöfen des Ersten Weltkrieges instand gesetzt und eine ständige Pflege sichergestellt. 1998/99 konnten alle größeren Grablagen systematisch erfasst werden. Die geschätzten Verluste des Zweiten Weltkrieges betragen ca. 250.000 Tote. 3 Kriegsgefangenenfriedhöfe konnten bisher hergerichtet und in die Pflege des Volksbundes übernommen werden: Mogilew in 1990 durch die Stadt, Tarasowo 1994 durch Jugendlager, Beresowka /Baranowitschi 1995. 2 Soldatenfriedhöfe des Zweiten Weltkrieges, Glubokoje nördlicher Landesteil (Belegung 627 Tote) und Chodossowitschi/ Rogatschew (Privat-Initiative) südöstlich von Minsk gelegen (Belegung 312 Tote), konnten hergerichtet werden. Der Sammelfriedhof in Berjosa (Zubettungskapazität 50.000 Tote) wurde in 2005 eingeweiht und der Sammelfriedhof Schatk
Kriegsgräberabkommen in Belarus
Abkommen vom 28.06.1996 Verordnung zu dem Abkommen vom 28.06.1996 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Belarus über Kriegsgräberfürsorge vom 15.05.1997 (BGBI. 1997 II S. 981 ff.) von BLR noch nicht ratifiziert © Copyright | 2024 | 100-jahre-erster-weltkrieg.eu Datenschutz
Ausgewählte Anlagen in Belarus
- Aljanowo
- In 1996 wurde der Soldatenfriedhof des I. Weltkrieges in Aljanowo wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 80 Soldaten. Die Anlage ist 800 Quadratmeter groß und wird durch Betonpfosten mit hängenden Metallketten umgeben. Die Gräber werden durch Grabplatt …
- Baranowitschi II
- Der ca. 2.400 m² große Waldfriedhof liegt in ca. 3 km süd-westlicher Richtung von der Stadt Baranowitschi und ca. 1 km in westlicher Richtung von der Gemeinde Litwa entfernt. Die Fläche des Friedhofes ist durch Betonpfosten mit Volksbund-Signet (5 Kreuze) abge …
- Beresa 1. WK
- In 1994 wurde der Soldatenfriedhof des I. Weltkrieges in Beresa wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 480 Soldaten. Die Anlage ist 4.800 Quadratmeter groß und wird durch einen Erdwall umgeben. Die Gräber werden durch Grabplatten gekennzeichnet. Zentra …
- Berjosa
- Der Ort liegt unweit der Grenzstadt Brest, an der Straße nach Minsk. Man verlässt die Stadt Minsk in westlicher Richtung nach Brest und nimmt nach ca. 278 gefahrenen Kilometern die Ausfahrt nach Antopol. Fast direkt an der Ausfahrt an der rechten Seite liegt d …
- Berjosowka 1.WK
- Der ca. 1.200 m² große Friedhof liegt in 17 km süd-westlicher Richtung von der Kreisstadt Baranowitschi und in ca. 2 km nördlicher Richtung von der Gemeinde Beresowka entfernt. Die Friedhofsfläche ist mit Betonpfosten mit VDK Signet (5 Kreuze) umgeben. In der …
- Berjosowka II. WK
- Der ca. 2.500 m² große Friedhof befindet sich am östlichen Rand der Gemeinde Berjosowka in einem Mischwald. Der Friedhof ist durch Betonpfosten mit hängenden Metallketten eingefriedet. In der Mitte des Friedhofes befindet sich ein Hochkreuz mit Aussagetafel. 4 …
- Birjulitschi
- In 1999 wurde der Soldatenfriedhof des I. Weltkrieges in Birolit wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 300 Soldaten. Die Anlage ist 3.213 m² groß und wird durch einen Erdwall umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet. Zentrale …
- Boruny
- Der ca. 5.000 m² große Friedhof mit ca. 300 Gefallenen des Ersten Weltkrieges liegt im Gebiet Grodno, ca. 140 km von Minsk entfernt. Der Friedhof ist mit individuellen Kreuzen bestückt. Auf der Fläche befinden sich auch 2 Massengräber. Nach der einfachen Insta …
- Bujki
- In 1996 wurde der Friedhof in Bujki wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 200 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 1.800 Quadratmeter groß und wird mit Betonpfosten mit einer hängenden Metallkette umgeben. Ein zentrales Denkmal mit der Gedenkaussage: ZUM G …
- Chodossowitschi
- In 2000 wurde der Soldatenfriedhof in Chodossowitschi wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 312 Soldaten des II. Weltkrieges. Die Anlage ist 4.100 Quadratmeter groß und wird durch einen Holzzaun umgeben. Die Gräber werden durch Holzkreuze gekennzeichn …
- Desjatniki
- In 1995 wurde der Soldatenfriedhof des I. Weltkrieges in Desjatniki wieder hergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 3.500 Soldaten. Die Anlage ist 22.250 Quadratmeter groß und wird durch eine Steinmauer umgeben. Zentrales Mahnmal ist ein 6 Meter hoher, aus Gra …
- Dudy
- In 1998 wurde der Soldatenfriedhof des I. Weltkrieges in Dudy wieder hergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 375 Soldaten. Die Anlage ist 1.700 Quadratmeter groß und wird durch Betonpfosten mit hängenden Metallketten umgeben. Die Gräber werden durch Grabplatt …
Alle verzeichneten Anlagen in Belarus
Die folgende Liste führt alle 42 in diesem Verzeichnis erfassten Kriegsgräberstätten in Belarus in alphabetischer Reihenfolge. Einträge mit ausführlicher Seite sind verlinkt.
- Aljanowo
- Baranowitschi II
- Beresa 1. WK
- Berjosa
- Berjosowka 1.WK
- Berjosowka II. WK
- Birjulitschi
- Boruny
- Bujki
- Chodossowitschi
- Desjatniki
- Dudy
- Glubokoje
- Grodno
- Gruschowschina
- Kisseli
- Kobrin
- Litwa I
- Litwa III
- Markowzy I
- Markowzy II
- Mogilew
- Narotsch
- Nechatschewo
- Podlabenje
- Poretschje
- Pronkj I
- Pronkj II
- Ross
- Rushany
- Saswir
- Schatkowo
- Slajkowschina
- Slonim I
- Slonim II
- Snow
- Tarasowo
- Tewli
- Tomaschowka
- Woistowitschj
- Wolkowysk I
- Wolkowysk II
Häufige Fragen
Wie viele Kriegsgräberstätten sind in Belarus verzeichnet?
Diese Übersicht führt 42 Anlagen in Belarus. Sie reicht von einzelnen Grabstellen auf kommunalen Friedhöfen bis zu großen Sammelanlagen. Die Liste bildet den Bestand dieses Verzeichnisses ab und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit gegenüber den amtlichen Registern.
Wer pflegt die Kriegsgräber in Belarus?
Abkommen vom 28.06.1996 Verordnung zu dem Abkommen vom 28.06.1996 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Belarus über Kriegsgräberfürsorge vom 15.05.1997 (BGBI. 1997 II S. 981 ff.) von BLR noch nicht ratifiziert © Copyright | 2024 | 100-jahre-erster-weltkrieg.eu Datenschutz
Wie finde ich ein bestimmtes Grab?
Der Einstieg führt über den Sterbeort oder die letzte bekannte Feldpostadresse. Daraus ergibt sich der Frontabschnitt und daraus die wahrscheinliche Grabstätte. Die Suche in der Kriegsgräberliste findet Anlagen nach Ortsnamen; die einzelnen Namen der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste. Schritt für Schritt beschreibt das die Anleitung zur Gräbersuche.
Warum liegen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs weit hinter den Fronten?
Weil viele Verwundete in Lazaretten weit im Hinterland starben und weil Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter dort bestattet wurden, wo sie eingesetzt waren. Deshalb finden sich Kriegsgräberfelder auf zahlreichen kommunalen Friedhöfen, oft Hunderte Kilometer von jeder Frontlinie entfernt.
Quellen
- Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
- Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen der Bundesrepublik Deutschland.
- Bestandsangaben dieses Verzeichnisses, Stand der übernommenen Daten.