19141918
Service · Nachweise

Quellen und Literatur zum Ersten Weltkrieg: Nachweise und Einstiege für die eigene Recherche

Die auf diesen Seiten verwendeten Werke – und die Archive und Datenbanken, mit denen sich weiterarbeiten lässt.

Die erste Seite eines Schreibens zur Demobilisierung nach 1918
Die erste Seite eines Schreibens zur Demobilisierung nach 1918Unbekannt or · Public domain · Wikimedia Commons

Gesamtdarstellungen und Nachschlagewerke

Für die darstellenden Texte dieses Portals wurden vor allem die folgenden Werke herangezogen.

  • Jörn Leonhard: Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs. C.H. Beck, München 2014. Gesamtdarstellung, die Militär-, Gesellschafts- und Globalgeschichte verbindet.
  • Jörn Leonhard: Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918–1923. C.H. Beck, München 2018. Zur Nachkriegsordnung.
  • Christopher Clark: Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog. DVA, München 2013. Zur Vorgeschichte und zur Julikrise.
  • Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Schöningh, Paderborn 2009. Nachschlagewerk mit Artikeln zu Personen, Orten, Begriffen und Ereignissen.
  • Reinhart Koselleck, Michael Jeismann (Hrsg.): Der politische Totenkult. Kriegerdenkmäler in der Moderne. Fink, München 1994. Zur Denkmalgeschichte.
  • Jay Winter: Sites of Memory, Sites of Mourning. Cambridge University Press, 1995. Zur Erinnerungskultur.

Wissenschaftliche Online-Angebote

1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War. Herausgegeben an der Freien Universität Berlin, begutachtete Artikel, international verfasst, frei zugänglich. Für die Klärung eines Sachverhalts die erste Adresse.

Europeana 1914–1918. Führt digitalisierte Bestände europäischer Bibliotheken mit Objekten zusammen, die Privatpersonen bei Sammelaktionen beigesteuert haben – Briefe, Fotografien, Tagebücher, Gegenstände.

Bundeszentrale für politische Bildung. Dossiers, Filmhefte und Unterrichtsmaterialien, didaktisch aufbereitet und ohne Anmeldung nutzbar.

Register für die Personensuche

Für die Suche nach einzelnen Personen sind andere Quellen einschlägig als für die Darstellung.

  • Verlustlisten des Ersten Weltkriegs – für die deutsche Armee weitgehend digitalisiert und durchsuchbar; nennen Name, Dienstgrad, Einheit und Herkunftsort.
  • Kriegsstammrollen der bayerischen, sächsischen und württembergischen Kontingente in den jeweiligen Hauptstaatsarchiven.
  • Commonwealth War Graves Commission – Gefallene der Commonwealth-Staaten mit Grabstelle oder Gedenktafel.
  • Mémoire des hommes – französische Datenbank der Morts pour la France sowie die digitalisierten Regimentstagebücher.
  • Bestände des IKRK in Genf – Karteien der Internationalen Zentralstelle für Kriegsgefangene, für Gefangene aller beteiligten Staaten.

Die Reihenfolge, in der diese Quellen sinnvoll genutzt werden, beschreibt die Anleitung zur Gräbersuche.

Bildquellen

Die historischen Fotografien dieses Portals stammen aus gemeinfreien Beständen und sind einzeln mit Urheber, Lizenz und Quelle ausgewiesen. Als Nachweisstelle dient Wikimedia Commons, das die jeweiligen Angaben der besitzenden Einrichtungen führt.

Für die Kartendarstellung wurden Umrissdaten von Natural Earth verwendet, einem gemeinfreien Kartendatensatz. Die historische Zuordnung der Gebiete zu den Kriegsparteien beruht auf der oben genannten Literatur.

Rechtsgrundlagen der Kriegsgräberfürsorge

Für die Angaben zu Erhaltung und Pflege der Kriegsgräber sind zwei Ebenen maßgeblich. Im Inland gilt das Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz) mit der zugehörigen Allgemeinen Verwaltungsvorschrift. Es begründet das dauernde Ruherecht und regelt die Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden.

Im Ausland beruht die Erhaltung deutscher Kriegsgräber auf zwischenstaatlichen Kriegsgräberabkommen. Der jeweils einschlägige Text ist auf den Länderseiten dieses Portals in Auszügen wiedergegeben.

Quellen zum Ersten Weltkrieg liegen selten an einem Ort. Militärische Überlieferung, standesamtliche Einträge und die Unterlagen der Gräberdienste sind getrennt entstanden und werden getrennt verwahrt; wer eine Person sucht, arbeitet deshalb fast immer mit mehreren Beständen zugleich.

Die Reihenfolge entscheidet über den Aufwand. Am Anfang steht, was in der Familie vorhanden ist: Namen, Geburtsdatum, letzter bekannter Wohnort, Feldpostnummer, Fotos mit Uniformdetails. Erst danach folgt die Verlustliste, dann das Kirchenbuch und zuletzt das Archiv. Wer umgekehrt beginnt, sucht in Millionen Einträgen nach einem häufigen Nachnamen.

Zwei Fehlerquellen treten regelmäßig auf. Ortsnamen in Ostmitteleuropa haben sich seit 1918 mehrfach geändert, weshalb der historische und der heutige Name gemeinsam notiert gehören. Und Schreibweisen von Nachnamen schwanken in den Quellen selbst: dieselbe Person erscheint als Meier, Meyer und Maier. Beides später zu bereinigen ist aufwändiger, als es von Beginn an festzuhalten.

Für die Reihenfolge der Archivanfragen gilt eine einfache Regel: zuerst die Stelle, die den Bestand führt, dann die Stelle, die ihn ausgewertet hat. Wer mit einer allgemeinen Anfrage bei einer zentralen Einrichtung beginnt, wird in der Regel an die zuständige Stelle verwiesen und verliert damit Wochen.

Schriftliche Anfragen werden schneller bearbeitet, wenn sie vollständig sind. In die erste Zeile gehören Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Sterbejahr, danach der Anlass der Anfrage und erst zum Schluss das, was bereits bekannt ist. Angaben, über die Unsicherheit besteht, sollten als unsicher gekennzeichnet werden: Eine falsche, aber bestimmt vorgetragene Jahreszahl führt die Recherche in die falsche Richtung und kostet beide Seiten Zeit.

Häufige Fragen

Welche Gesamtdarstellung ist die verlässlichste?

Eine einzelne „verlässlichste“ gibt es nicht, weil die Deutung des Krieges umstritten ist. Als Standard im deutschsprachigen Raum gelten Jörn Leonhards Gesamtdarstellung und die „Enzyklopädie Erster Weltkrieg“ als Nachschlagewerk; für die Vorgeschichte ist Christopher Clarks Darstellung die meistdiskutierte – und selbst Gegenstand einer Debatte, deren Beiträge man mitlesen sollte.

Sind die genannten Online-Angebote kostenfrei?

1914-1918-online, Europeana, die Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung, die Commonwealth War Graves Commission und Mémoire des hommes sind frei zugänglich. Bei kommerziellen Genealogieportalen liegen Teile hinter einer Bezahlschranke; viele Stadtbibliotheken halten dafür Lizenzen bereit.

Wie zitiert man eine Seite dieses Portals?

Mit Seitentitel, vollständiger Adresse und Abrufdatum. Für die inhaltliche Absicherung ist es jedoch besser, direkt die am Ende der jeweiligen Seite genannten Werke zu zitieren – dieses Portal ist ein Einstieg, keine Primärquelle.

Wo finde ich Literatur zu einem regionalen Thema?

In den Landesbibliografien der Bundesländer und in den Beständen der Landes- und Kreisarchive. Regionalgeschichtliche Literatur zum Ersten Weltkrieg ist zahlreich, aber selten überregional verzeichnet – die Landesbibliografie ist dafür der zuverlässigste Zugang.

Quellen