Europa 1914: die Kriegsparteien des Ersten Weltkriegs auf der Karte
Wer gehörte zu wem, wann trat welches Land ein, und was geschah dort? Die Karte färbt die heutigen Staatsumrisse nach der Zugehörigkeit des Gebiets im Jahr 1914 – auswählbar per Klick, per Tastatur oder über die Liste.
Ausgebauter Schützengraben an der Ostfront des Ersten WeltkriegsFOTO:Fortepan – ID 85689: Adományozó/Donor: Moravecz János · Public domain · Wikimedia Commons
Mittelmächte
Entente
Neutral
Späterer Kriegseintritt
Umrisse: heutige Staatsgrenzen (Natural Earth, gemeinfrei). Die Färbung zeigt, welcher Macht das Gebiet 1914 angehörte – sie bildet nicht die Grenzverläufe von 1914 ab.
Entente
Vereinigtes Königreich
Heutiges Gebiet: United Kingdom · Kriegseintritt: 4. August 1914
Hoheitszeichen 1914
Großbritannien erklärte dem Deutschen Reich am 4. August 1914 den Krieg, nachdem deutsche Truppen die belgische Neutralität verletzt hatten.
Seeblockade, Empire-Truppen aus Kanada, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika sowie ab 1916 die erste allgemeine Wehrpflicht der britischen Geschichte.
4. Aug. 1914Kriegserklärung nach dem Einmarsch in Belgien
1. Jul. 1916Erster Tag an der Somme, rund 57.000 britische Verluste
Die Schweiz blieb während des gesamten Krieges neutral und hielt eine Grenzbesetzung aufrecht.
Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Aufnahmeland für Internierte und Vermittlungsort für Gefangenenaustausche.
Aug. 1914Grenzbesetzung und Neutralitätserklärung
1914–1918Internationale Zentralstelle für Kriegsgefangene in Genf
Neutral
Königreich Schweden
Heutiges Gebiet: Sweden · Kriegseintritt: neutral
Hoheitszeichen 1914
Schweden hielt an der Neutralität fest und litt unter der Handelsblockade beider Seiten.
Vermittlungsrolle und Transitland; 1917 kam es wegen der Versorgungslage zu Hungerunruhen.
1916/17Versorgungskrise und Rationierung
Neutral
Königreich Spanien
Heutiges Gebiet: Spain · Kriegseintritt: neutral
Hoheitszeichen 1914
Spanien blieb neutral und wurde zum Vermittler in humanitären Fragen.
Das Königshaus unterhielt ein Büro zur Suche nach Vermissten und Kriegsgefangenen.
1915–1918Vermittlungsbüro für Kriegsgefangene in Madrid
Mittelmächte
Österreich-Ungarn (Oberungarn)
Heutiges Gebiet: Slovakia · Kriegseintritt: 28. Juli 1914
Hoheitszeichen 1914
Die heutige Slowakei war 1914 Teil des Königreichs Ungarn.
Durchzugs- und Rekrutierungsgebiet; 1914/15 reichten russische Vorstöße bis in die Karpaten.
Winter 1914/15Karpatenschlachten
28. Okt. 1918Anschluss an die neue Tschechoslowakei
Mittelmächte
Österreich-Ungarn (Krain, Küstenland)
Heutiges Gebiet: Slovenia · Kriegseintritt: 28. Juli 1914
Hoheitszeichen 1914
Das heutige Slowenien lag 1914 in der österreichischen Reichshälfte, ab 1915 unmittelbar an der Isonzofront.
Zwölf Isonzoschlachten wurden weitgehend auf slowenischem Boden ausgetragen.
Jun. 1915Beginn der Isonzoschlachten
Okt. 1917Durchbruch bei Karfreit/Kobarid
Entente
Königreich Serbien
Heutiges Gebiet: Serbia · Kriegseintritt: 28. Juli 1914
Hoheitszeichen 1914
Serbien war das erste Kriegsziel Österreich-Ungarns und verlor gemessen an der Bevölkerung mehr Menschen als jedes andere beteiligte Land.
Nach zwei abgewehrten Offensiven 1914 wurde das Land 1915 besetzt; Armee und Regierung zogen sich über Albanien nach Korfu zurück.
28. Jul. 1914Kriegserklärung Österreich-Ungarns
Dez. 1914Rückeroberung Belgrads
Winter 1915/16Rückzug der serbischen Armee über Albanien
Entente
Russisches Kaiserreich
Heutiges Gebiet: Russia · Kriegseintritt: 1. August 1914
Hoheitszeichen 1914
Das Russische Kaiserreich mobilisierte Ende Juli 1914 zugunsten Serbiens. Es schied nach der Revolution von 1917 aus dem Krieg aus.
Die Ostfront band deutsche und österreichisch-ungarische Kräfte über 1.500 Kilometer. Der Frieden von Brest-Litowsk beendete im März 1918 die russische Teilnahme.
Heutiges Gebiet: Romania · Kriegseintritt: 27. August 1916
Hoheitszeichen 1914
Rumänien trat im August 1916 auf Seiten der Entente in den Krieg ein.
Nach dem Vormarsch nach Siebenbürgen folgte die Besetzung des Landesteils Walachei; der Krieg endete für Rumänien zunächst im Frieden von Bukarest 1918.
27. Aug. 1916Kriegserklärung an Österreich-Ungarn
6. Dez. 1916Einnahme Bukarests durch die Mittelmächte
7. Mai 1918Friede von Bukarest
Späterer Kriegseintritt
Portugiesische Republik
Heutiges Gebiet: Portugal · Kriegseintritt: 9. März 1916
Hoheitszeichen 1914
Nach der Beschlagnahme deutscher Schiffe erklärte das Deutsche Reich Portugal im März 1916 den Krieg.
Portugiesische Truppen kämpften in Flandern und in den afrikanischen Kolonien.
9. Mär. 1916Deutsche Kriegserklärung
9. Apr. 1918Schlacht am Lys
Mittelmächte
Geteilt: Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Russland
Heutiges Gebiet: Poland · Kriegseintritt: ab August 1914 Kriegsgebiet
Hoheitszeichen der Teilungsmächte 1914
Ein polnischer Staat existierte 1914 nicht. Das Gebiet war seit den Teilungen des 18. Jahrhunderts zwischen drei Kaiserreichen aufgeteilt und wurde von Anfang an Kriegsschauplatz.
Polen kämpften in allen drei Armeen, oft gegeneinander. Die Republik Polen entstand im November 1918.
Aug. 1914Beginn der Kämpfe in Kongresspolen und Galizien
5. Nov. 1916Proklamation eines Königreichs Polen durch die Mittelmächte
11. Nov. 1918Wiedererrichtung des polnischen Staates
Heutiges Gebiet: Ireland · Kriegseintritt: 4. August 1914
Hoheitszeichen 1914
Irland war 1914 Teil des Vereinigten Königreichs; rund 200.000 Iren dienten in der britischen Armee.
Der Osteraufstand von 1916 fiel mitten in den Krieg und veränderte die politische Lage dauerhaft.
4. Aug. 1914Kriegseintritt als Teil des Vereinigten Königreichs
Apr. 1916Osteraufstand in Dublin
Mittelmächte
Österreich-Ungarn (Königreich Ungarn)
Heutiges Gebiet: Hungary · Kriegseintritt: 28. Juli 1914
Hoheitszeichen 1914
Das Königreich Ungarn war die zweite Reichshälfte der Doppelmonarchie und trug den Krieg von Beginn an mit.
Ungarische Verbände kämpften vor allem an der Ostfront in Galizien und an der Balkanfront. 1918 löste sich die Realunion mit Österreich auf.
28. Jul. 1914Kriegseintritt als Teil Österreich-Ungarns
1916Rumänischer Einmarsch in Siebenbürgen
31. Okt. 1918Ende der Realunion mit Österreich
Späterer Kriegseintritt
Königreich Griechenland
Heutiges Gebiet: Greece · Kriegseintritt: 29. Juni 1917
Hoheitszeichen 1914
Griechenland war bis 1917 zwischen neutralen und pro-alliierten Kräften gespalten und trat dann auf Seiten der Entente ein.
Saloniki war seit 1915 Aufmarschgebiet der Entente an der mazedonischen Front.
Okt. 1915Landung der Entente in Saloniki
Jun. 1917Kriegseintritt auf Seiten der Entente
Mittelmächte
Deutsches Reich
Heutiges Gebiet: Germany · Kriegseintritt: 1. August 1914
Hoheitszeichen 1914
Das Deutsche Reich trat am 1. August 1914 mit der Kriegserklärung an Russland in den Krieg ein und marschierte zwei Tage später in Luxemburg und Belgien ein. Es kämpfte an zwei Fronten und war 1918 der letzte Verbündete der Mittelmächte, der kapitulierte.
Führungsmacht der Mittelmächte. Der Krieg wurde fast ausschließlich außerhalb der eigenen Grenzen geführt; die Rückwirkungen trafen das Reich über Blockade, Rationierung und Massenverluste dennoch bis in jedes Dorf.
1. Aug. 1914Kriegserklärung an Russland, Generalmobilmachung
Aug./Sep. 1914Vormarsch durch Belgien, Halt an der Marne
Heutiges Gebiet: France · Kriegseintritt: 3. August 1914
Hoheitszeichen 1914
Frankreich wurde am 3. August 1914 vom Deutschen Reich der Krieg erklärt. Der Nordosten des Landes war vier Jahre lang Hauptkriegsschauplatz der Westfront.
Auf französischem Boden lagen Verdun, die Somme und Chemin des Dames. Rund zehn Departements waren besetzt; ganze Landstriche mussten nach 1918 erst geräumt werden, bevor wieder gesiedelt werden konnte.
3. Aug. 1914Deutsche Kriegserklärung an Frankreich
5.–12. Sep. 1914Marneschlacht, Ende des Bewegungskriegs
Jul.–Nov. 1916Schlacht an der Somme
11. Nov. 1918Waffenstillstand im Wald von Compiègne
Heutiges Gebiet: Czechia · Kriegseintritt: 28. Juli 1914
Hoheitszeichen 1914
Die böhmischen Länder gehörten 1914 zur österreichischen Reichshälfte. Ein eigener Staat entstand erst am 28. Oktober 1918.
Wichtiges Industrie- und Rüstungszentrum der Monarchie. Tschechische Legionen kämpften zugleich auf Seiten der Entente.
1914–1918Rüstungsproduktion für die Mittelmächte
28. Okt. 1918Ausrufung der Tschechoslowakei
Entente
Britisch verwaltetes Gebiet
Heutiges Gebiet: Cyprus · Kriegseintritt: 5. November 1914
Hoheitszeichen 1914
Zypern stand seit 1878 unter britischer Verwaltung und wurde im November 1914 annektiert.
Versorgungsstützpunkt für die Fronten im östlichen Mittelmeer.
5. Nov. 1914Britische Annexion
Mittelmächte
Österreich-Ungarn (Kroatien-Slawonien)
Heutiges Gebiet: Croatia · Kriegseintritt: 28. Juli 1914
Hoheitszeichen 1914
Kroatien-Slawonien war Teil der ungarischen Reichshälfte.
Rekrutierungsgebiet für die Balkan- und Isonzofront; 1918 Gründungsteil des südslawischen Staates.
1914Einsatz kroatischer Regimenter gegen Serbien
29. Okt. 1918Loslösung von Ungarn
Späterer Kriegseintritt
Zarentum Bulgarien
Heutiges Gebiet: Bulgaria · Kriegseintritt: 14. Oktober 1915
Hoheitszeichen 1914
Bulgarien schloss sich im Oktober 1915 den Mittelmächten an.
Beteiligung am Feldzug gegen Serbien und Halten der Salonikifront bis 1918.
6. Sep. 1915Bündnisvertrag mit den Mittelmächten
14. Okt. 1915Kriegseintritt
29. Sep. 1918Waffenstillstand von Saloniki
Mittelmächte
Österreich-Ungarn (Bosnien und Herzegowina)
Heutiges Gebiet: Bosnia and Herz. · Kriegseintritt: 28. Juli 1914
Hoheitszeichen 1914
In Sarajewo wurde am 28. Juni 1914 der österreichisch-ungarische Thronfolger erschossen. Das Land war seit 1908 annektiert.
Ausgangspunkt der Julikrise und Aufmarschgebiet gegen Serbien und Montenegro.
28. Jun. 1914Attentat von Sarajewo
23. Jul. 1914Ultimatum an Serbien
Entente
Königreich Belgien
Heutiges Gebiet: Belgium · Kriegseintritt: 4. August 1914
Hoheitszeichen 1914
Belgien war völkerrechtlich neutral. Der deutsche Einmarsch am 4. August 1914 machte das Land zum Kriegsschauplatz und zum Anlass des britischen Kriegseintritts.
Fast das gesamte Land war besetzt; nur ein Streifen hinter der Yser blieb unter belgischer Kontrolle. Ypern wurde zum Sinnbild des Stellungskriegs.
4. Aug. 1914Deutscher Einmarsch
Okt. 1914Yser-Schlacht, Flutung der Ebene
22. Apr. 1915Erster deutscher Gasangriff bei Ypern
Heutiges Gebiet: Austria · Kriegseintritt: 28. Juli 1914
Hoheitszeichen 1914
Mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914 begann der Erste Weltkrieg. Die Donaumonarchie zerfiel 1918.
Vielvölkerstaat mit Fronten gegen Serbien, Russland und ab 1915 Italien. Aus seinem Zerfall gingen mehrere der heutigen mitteleuropäischen Staaten hervor.
28. Jul. 1914Kriegserklärung an Serbien
23. Mai 1915Kriegserklärung Italiens, Eröffnung der Gebirgsfront
Die Karte von 1914 zeigt kein Nebeneinander gleichartiger Nationalstaaten, sondern eine Mischung aus Nationalstaaten und Vielvölkerreichen. Vier Imperien bestimmten den Osten und Südosten: das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, das Russische Kaiserreich und das Osmanische Reich. Zwischen ihnen lagen keine Pufferstaaten, sondern gemeinsame Grenzen – und Bevölkerungen, die sich keinem der Reiche eindeutig zuordneten.
Über diese Landkarte legte sich ein Bündnissystem, das ursprünglich als Abschreckung gedacht war. Der Dreibund von 1882 verband das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Italien; ihm stand die Triple Entente aus Frankreich, Russland und Großbritannien gegenüber, gewachsen aus drei zweiseitigen Vereinbarungen zwischen 1894 und 1907. Im Ernstfall wirkten diese Bündnisse als Übertragungsriemen: Ein Konflikt zwischen Wien und Belgrad erreichte über die Beistandspflichten binnen einer Woche sechs Großmächte.
Die Neutralen und was Neutralität bedeutete
Sechs europäische Staaten blieben durchgehend neutral: die Schweiz, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden und Spanien. Ihre Lage war dadurch nicht unbelastet. Die Handelsblockaden beider Seiten trafen sie unmittelbar; Norwegen verlor rund die Hälfte seiner Handelsflotte durch den U-Boot-Krieg, Schweden erlebte 1917 Hungerunruhen. Die Niederlande nahmen etwa eine Million belgische Flüchtlinge auf, die Schweiz internierte Zehntausende kranke Kriegsgefangene beider Seiten.
Ein Sonderfall ist Dänemark. Der Staat war neutral, doch Nordschleswig gehörte 1914 zum Deutschen Reich – rund 30.000 dänischsprachige Männer wurden in die deutsche Armee eingezogen, etwa 5.000 kehrten nicht zurück. Nach der Volksabstimmung von 1920 kam der Landesteil zu Dänemark; die Gräber blieben, wo sie waren.
Wie diese Karte zu lesen ist
Die Umrisse sind heutige Staatsgrenzen aus einem gemeinfreien Datensatz. Die Färbung sagt, welcher Macht das jeweilige Gebiet 1914 angehörte. Beides zusammen ist eine bewusste Entscheidung: Eine Karte mit erfundenen historischen Grenzverläufen wäre gefälliger, aber falsch, und für die Frage nach den Kriegsparteien sind die Zugehörigkeiten das Entscheidende.
Praktisch heißt das: Polen erscheint als Fläche, obwohl es 1914 keinen polnischen Staat gab – die Färbung und der Text weisen darauf hin, dass das Gebiet zwischen drei Reichen geteilt war. Dasselbe gilt für Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Kroatien und das Baltikum. Der Informationsteil rechts nennt für jedes Gebiet den historischen Staat, den Kriegseintritt und die Schlüsseldaten.
Die Karte danach
Fünf Jahre später sah Europa anders aus. Aus dem Zerfall der vier Imperien entstanden Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, die Tschechoslowakei, das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen sowie die Republiken Österreich und Ungarn in neuen Grenzen. Das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts, auf das sich die Pariser Friedenskonferenz berief, ließ sich in ethnisch gemischten Räumen nicht widerspruchsfrei anwenden – in jedem neuen Staat lebten Minderheiten, die sich einem anderen zugehörig fühlten.
Bei Kriegsbeginn das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn. Das Osmanische Reich trat Ende Oktober 1914 hinzu, Bulgarien im Oktober 1915. Italien gehörte zwar dem Dreibund an, erklärte sich zunächst für neutral und trat im Mai 1915 auf der Gegenseite in den Krieg ein.
Welche Länder gehörten zur Entente?
Der Kern war das Bündnis aus Frankreich, dem Russischen Kaiserreich und Großbritannien. Belgien und Serbien wurden 1914 angegriffen, Montenegro trat sofort bei. Später kamen Italien (1915), Portugal und Rumänien (1916), die Vereinigten Staaten und Griechenland (1917) hinzu, dazu zahlreiche weitere Staaten.
Welche europäischen Staaten blieben neutral?
Die Schweiz, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden und Spanien. Neutralität bedeutete jedoch nicht Unbeteiligtsein: Die Niederlande nahmen rund eine Million belgische Flüchtlinge auf, Norwegen verlor etwa die Hälfte seiner Handelstonnage, und aus dem damals deutschen Nordschleswig zogen rund 30.000 dänischsprachige Männer in die deutsche Armee.
Warum zeigt die Karte heutige Grenzen?
Weil eine Karte der Grenzen von 1914 eigene Vermessungsdaten voraussetzt, die hier nicht vorliegen. Statt Grenzverläufe zu erfinden, arbeitet diese Darstellung mit den heutigen Staatsumrissen und färbt sie danach ein, welcher Macht das jeweilige Gebiet 1914 angehörte. Die Karte beantwortet damit die Frage nach der Zugehörigkeit, nicht die nach dem Grenzverlauf.
Welche Staaten gab es 1914 noch nicht?
Unter anderem Polen, die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und die heutige Ukraine als eigenständige Staaten. Ihr Gebiet gehörte zum Deutschen Reich, zu Österreich-Ungarn oder zum Russischen Kaiserreich. Sie entstanden 1917 bis 1920 aus dem Zerfall dieser Reiche.
Quellen
Jörn Leonhard: Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs. C.H. Beck, München 2014.
1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War, Freie Universität Berlin.
Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier Erster Weltkrieg.