Gegen das Vergessen

"Vergißmeinnicht" – Symbol-Blume für das Gedenken an Kriegstote

Das Vergissmeinnicht ist aufgrund seines Namens ein internationales Symbol für die Erinnerung sowie für liebevollen Abschied, verbunden mit dem Wunsch nicht aus dem Gedächtnis eines geliebten Menschen verdrängt zu werden. Es trägt in vielen Sprachen einen Namen mit der gleichen Bedeutung. Über diese Blume existieren zahlreiche Gedichte und Lieder.

Die „blaue Blume“ ist ein bekanntes Motiv in der deutschen Romantik. Sie steht für Sehnsucht und Liebe. Mit ihr wird unter anderem das Streben nach Idealem ausgedrückt, wie auch die Vergeblichkeit menschlicher Suche nach dem vollständigen Glück.

Viele junge Kriegsfreiwillige romantisierten und verklärten, in Unkenntnis der modernen Waffen und deren grausamer Folgen, zu Anfang des Ersten Weltkrieges die persönliche Aufopferung für das Vaterland. Die in der „blauen Blume“ der Romantik versinnbildlichte Selbsterkenntnis ist ein zutiefst individualistisches Motiv. Mit dem Blick von heute wird bei dessen Verwendung als Gedenkblume ein Kontrapunkt zu dem gnadenlosen Massensterben in beiden Weltkriegen, ja in Kriegen überhaupt gesetzt.

Auch andere Nationen setzten Blumenmotive zum Gedenken an die Kriegstoten ein: So erinnert das „Poppy“, die rote Mohnblume, an die Kriegstoten der Commonwealth Staaten und das „Bleuet de France“, die blaue Kornblume, an die Kriegstoten Frankreichs. Seit dem 18. Jahrhundert ist das Gedenken an Kriegstote mit der Symbolik des Vergissmeinnichts im deutschen Sprachraum nachweisbar.

Das Logo in der Mitte der Blüte, entlehnt einem Foto des sogenannten Vier-Grenadier-Grabes aus dem Ersten Weltkrieg in Grabowiec/Polen, stellt die Verbindung zur Kriegsgräberfürsorge her. Dieses Zeichen steht international für die Gräber von Kriegstoten, die es zur Mahnung und Erinnerung an das Leid zu erhalten gilt. Die Kriegsgräberfürsorge fühlt sich in besonderer Weise der Bewahrung des Andenkens an die Kriegstoten, Gefallenen und im Dienst verstorbenen Soldaten unserer Bundeswehr und anderer Einsatzkräfte verpflichtet. 

Die Vergissmeinnichtblüte dient als Anstecker zur Identifikation aller Träger mit dem Wunsch, dass die Toten der Kriege und Gewalt, ohne Unterschiede der Nation und der Zeit ihres Todes oder ihrer Verwundung, nicht vergessen werden dürfen. Sie wird hauptsächlich an den stillen Gedenktagen: Volkstrauertag, Allerheiligen, Totensonntag und zu besonderen Anlässen, wie Gedenkveranstaltungen auf Friedhöfen, getragen.