Kriegsgräberstätten in Georgien: 17 verzeichnete Anlagen im Überblick
Diese Übersicht verzeichnet die in Georgien erfassten Kriegsgräberstätten mit Namen und, soweit überliefert, mit Beschreibung und Wegangabe.
17 Anlagen · 0 mit ausführlicher Seite

Einordnung
Die in Georgien verzeichneten Anlagen gehen überwiegend auf Kriegsgefangenschaft und Internierung zurück, nicht auf Gefechte. Die Region war während des Ersten Weltkriegs Hinterland der kaukasischen Front, und deutsche Tote sind hier vor allem als Gefangene, Zivilinternierte und Angehörige von Militärmissionen bestattet.
Ein Teil der Einträge betrifft Orte entlang der alten Heerstraße über den Kaukasus, die als Transportweg genutzt wurde. Wer dort sucht, trifft auf Ortsnamen, die in den Quellen in russischer Umschrift stehen und heute georgisch geschrieben werden; beide Formen sollten notiert werden.
Wie in den Nachbarstaaten sind Anlagen aus beiden Weltkriegen teils am selben Ort angelegt worden. Die Zuordnung zum Ersten Weltkrieg ergibt sich aus dem Sterbejahr, nicht aus dem Namen der Anlage.
Landesinformation für Georgien
Das Kriegsgräberabkommen zwischen Georgien und Deutschland wurde am 25.06.1993 unterzeichnet und trat am 05.02.1995 in Kraft. Die innenpolitische Lage verhinderte zunächst eine Bestandaufnahme der Grablagen. Erst im November 1996 konnte der Volksbund seine Arbeit in diesem Land aufnehmen. Da die georgische Regierung keinen offiziellen Ansprechpartner für den Volksbund benannte, wurde die Instandsetzung der noch vorhandenen Kriegsgefangenenfriedhöfe nach Vereinbarung mit den einzelnen Gemeinden begonnen. Von 61 Lagerstandorten sind dem Volksbund 41 Kriegsgefangenenfriedhöfe aus Archivunterlagen bekannt, 22 davon konnten bereits fertiggestellt werden. In den Jahren 2008 bis 2009 sind auf einigen Anlagen Instandhaltungsarbeiten geplant. Der Ausbau des Kriegsgefangenenfriedhofes Bogdanowski in Georgien abgeschlossen.
Kriegsgräberabkommen in Georgien
Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Georgien über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Georgien Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Georgien - in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Republik Georgien liegenden deutschen Kriegsgräber eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen, in Ausführung von Artikel 18 des Vertrags vom 9. November 1990 über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken - sind wie folgt übereingekommen: Artikel 1 Im Sinne dieses Abkommens bedeuten die Begriffe: a) "deutsche Kriegstote": - Angehörige der deutschen Streitkräfte, - diesen nach deutschem Recht gleichgestellte Personen, - sonstige Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des Krieges 1914/1918 oder des Krieges 1939/1945 oder nach ihrer Deportation gestorben sind; b) "deutsche Kriegsgräber": die im Hoheitsgebiet der Republik Georgien liegenden Gräber deutscher Kriegstoter; c) "deutsche Kriegsgräberstätten": die im Hoheitsgebiet der Republik Georgien noch existierenden, auffindbaren oder neu anzulegenden Friedh
Ausgewählte Anlagen in Georgien
- Bolnisi
- In 2000 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Bolnisi wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 46 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 810 Quadratmeter groß und wird durch Metallpfosten mit zwei Metallrohren umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen …
- Bulatschauri
- In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Bulatschauri wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen 80 Kriegsgefangene. Die Anlage ist ca. 560 Quadratmeter groß und wir durch Basaltpfosten mit Metallrohren umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen …
- Gorj
- In 1999 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Gorj wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 160 Kriegsgefangene. Die Anlage ist ca. 1.850 Quadratmeter groß und wird durch einen Metallzaun umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet …
- Kasbegi
- In 1999 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Kasbegi wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 200 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 880 Quadratmeter groß und wird durch Pfosten mit Rohren umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen aus Granit geke …
- Krestowyj Perewal
- In 1999 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Krestowyj Perewal wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 136 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 2.460 Quadratmeter groß und wird durch Metallpfosten mit Metallrohren umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreu …
- Kwabischewi I
- In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Kwabischewi I wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen 426 Kriegsgefangene. Die Anlage ist ca. 1.456 Quadratmeter groß und wird mit Eckpunkten durch Basaltpfosten und mit Metallzaun und Eingangstor umgeben. Die G …
- Kwabischewi II
- In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Kwabischewi II wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca 352 Kriegsgefangene. Die Anlage ist ca. 960 Quadratmeter groß und wird mit einem Metallzaun mit Eingangstor umgeben. Die Gräber werden Symbolkreuzgruppen …
- Ruchi
- Der Friedhof Ruchi liegt an einer Festungsruine des Mittelalters, an der Fahrbahn Zugdidi-Suchumi. Bis zu der georgischen Stadt Zugdiki sind es ca. 5 km, die Grenze zu Abchasien beginnt 500 m südlich. Auf dem Friedhof haben ca. 150 deutsche Kriegsgefangene ihr …
- Saburtala
- 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof neu gestaltet. Auf dieser Anlage ruhten ca. 3.873 Kriegsgefangene in Kameradengräbern. Die Anlage ist ca. 500 Quadratmeter groß und wird mit einer Einfassung der Friedhofsfläche durch Basaltbordsteine umgeben. Die Gräber …
- Telawi
- Der mitten in der Hauptstadt der Region Kachetien liegende Kriegsgefangenenfriedhof in Telawi wurde in 2012 grundhaft instandgesetzt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 1.000 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 1.040 Quadratmeter groß und wird durch eine Steinmauer mit H …
- Tkibuli
- In 1997 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Tkibuli wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 181 Kriegsgefangene. Die Anlage ist ca. 1.895 Quadratmeter groß und wird durch Metallpfosten mit Metallketten umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgrupp …
- Tschiatura
- In 2001 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Tschitauri wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 109 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 1.760 Quadratmeter groß und wird durch einen Metallzaun umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen aus Granit g …
Alle verzeichneten Anlagen in Georgien
Die folgende Liste führt alle 17 in diesem Verzeichnis erfassten Kriegsgräberstätten in Georgien in alphabetischer Reihenfolge. Einträge mit ausführlicher Seite sind verlinkt.
- Bolnisi
- Bulatschauri
- Gorj
- Kasbegi
- Krestowyj Perewal
- Kwabischewi I
- Kwabischewi II
- Ruchi
- Saburtala
- Telawi
- Tkibuli
- Tschiatura
- Tschitachewi II
- Tschitachewj I
- Weli
- Zalka
- Zalka-Chranges
Häufige Fragen
Wie viele Kriegsgräberstätten sind in Georgien verzeichnet?
Diese Übersicht führt 17 Anlagen in Georgien. Sie reicht von einzelnen Grabstellen auf kommunalen Friedhöfen bis zu großen Sammelanlagen. Die Liste bildet den Bestand dieses Verzeichnisses ab und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit gegenüber den amtlichen Registern.
Wer pflegt die Kriegsgräber in Georgien?
Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Georgien über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Georgien Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Georgien - in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Republik Georgien liegenden deutschen Kriegsgräber eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen, in Ausführung von Artikel 18 des Vertrags vom 9. November 1990 über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland u
Wie finde ich ein bestimmtes Grab?
Der Einstieg führt über den Sterbeort oder die letzte bekannte Feldpostadresse. Daraus ergibt sich der Frontabschnitt und daraus die wahrscheinliche Grabstätte. Die Suche in der Kriegsgräberliste findet Anlagen nach Ortsnamen; die einzelnen Namen der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste. Schritt für Schritt beschreibt das die Anleitung zur Gräbersuche.
Warum liegen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs weit hinter den Fronten?
Weil viele Verwundete in Lazaretten weit im Hinterland starben und weil Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter dort bestattet wurden, wo sie eingesetzt waren. Deshalb finden sich Kriegsgräberfelder auf zahlreichen kommunalen Friedhöfen, oft Hunderte Kilometer von jeder Frontlinie entfernt.
Quellen
- Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
- Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen der Bundesrepublik Deutschland.
- Bestandsangaben dieses Verzeichnisses, Stand der übernommenen Daten.