1914–1918
Wissen · Mediathek

Mediathek zum Ersten Weltkrieg: Sachbücher, Belletristik, Biografien und Tonträger

Der Bestand dieses Portals an Literatur und Medien zum Ersten Weltkrieg, geordnet nach vier Gattungen.

Die Bildseite einer Feldpostkarte aus einer Kaserne in Hannover
Die Bildseite einer Feldpostkarte aus einer Kaserne in HannoverH. Niemann, Hannover, Sandstraße · Public domain · Wikimedia Commons

Zum Ersten Weltkrieg erscheint seit über hundert Jahren ununterbrochen Literatur, und die Wellen sind gut erkennbar: die Kriegserinnerungen der 1920er Jahre, die Fischer-Kontroverse der 1960er, die Erfahrungsgeschichte seit den 1980ern und die große Zentenariumswelle um 2014.

Für die eigene Auswahl ist die Gattung der beste erste Filter. Fach- und Sachliteratur liefert Zusammenhang und Forschungsstand. Belletristik liefert Erfahrung – und ist als Quelle für die Zeit ihrer Entstehung oft aufschlussreicher als für die Zeit, von der sie handelt. Biografien und Erinnerungen stehen dazwischen: Sie sind Selbstzeugnisse und damit interessengeleitet, aber unmittelbar. Audiovisuelle Medien schließlich sind der Zugang, der am schnellsten wirkt und am gründlichsten eingeordnet werden muss.

Gattungen

Weitere Einträge

In diesem Bereich finden Sie eine Auflistung der vielfältigen Literaturbestände zum Thema Erster Weltkrieg sowie audiovisuelles Material.Die Sammlung wird stetig erweitert und ist im Bereich Literatur für eine übersichtlichere Handhabung nach Genre geordnet.

Fach- und Sachliteratur Audiovisuelles Biografien und Erinnerungen Belletristik

Der Bestand stammt aus dem übernommenen Datenbestand dieses Portals und wird nicht fortgeschrieben. Neuerscheinungen verzeichnen die Fachbibliografien und die Rezensionsportale der Geschichtswissenschaft.

Zur Einordnung der vier Gattungen noch ein praktischer Rat. Wer sich das Thema neu erschließt, beginnt am besten mit einer Gesamtdarstellung und einem Selbstzeugnis parallel – die Darstellung liefert das Gerüst, das Selbstzeugnis die Erfahrung, und beide korrigieren sich gegenseitig. Der häufigste Fehler ist der umgekehrte Weg: fünf Romane und keine Darstellung, mit dem Ergebnis, dass die literarische Deutung für die Geschichte gehalten wird.

Für Belletristik gilt zusätzlich eine Datierungsregel. Ein Roman von 1929 ist eine Quelle für 1929, nicht für 1916. Das macht ihn nicht wertlos – im Gegenteil, die Auseinandersetzung der Zwischenkriegszeit um die Deutung des Krieges ist selbst ein historisches Thema ersten Ranges. Es heißt nur, dass man ihn als das lesen muss, was er ist.

Ein letzter Punkt betrifft Zahlen. In populären Darstellungen zum Ersten Weltkrieg kursieren Opferzahlen, die um Millionen auseinandergehen, und das liegt selten an schlechter Recherche. Es liegt an der Abgrenzung: Zählt man nur Gefallene oder auch an Wunden Verstorbene? Gehören die Toten der Grippepandemie von 1918 dazu? Die der Folgekonflikte bis 1923? Die zivilen Opfer von Hunger und Besatzung? Je nach Antwort verschiebt sich die Summe erheblich. Wer eine Zahl übernimmt, sollte deshalb nachsehen, was sie enthält – seriöse Darstellungen sagen es dazu.

Wer den Bestand systematisch durchgehen will, findet die vier Gattungen auf eigenen Seiten, jeweils mit den verzeichneten Titeln und einer Einordnung, welche Fragen die jeweilige Gattung überhaupt beantworten kann. Für die schnelle Orientierung gilt: Sachliteratur klärt Zusammenhänge, Selbstzeugnisse liefern Erfahrung, Belletristik zeigt Deutungen, audiovisuelle Medien wirken am unmittelbarsten und brauchen die meiste Einordnung.

Für Bibliotheken und Schulsammlungen, die einen Grundbestand aufbauen wollen, hat sich eine schlanke Mischung bewährt: eine aktuelle Gesamtdarstellung, ein Nachschlagewerk, zwei bis drei edierte Selbstzeugnisse, ein Roman der Zwischenkriegszeit und eine Bildquellensammlung. Damit lässt sich der überwiegende Teil der Fragen bedienen, die im Unterricht und in Projektarbeiten tatsächlich auftauchen.

Häufige Fragen

Welches Buch eignet sich als Einstieg?

Für einen Gesamtüberblick auf aktuellem Forschungsstand haben sich Jörn Leonhards „Die Büchse der Pandora“ und Christopher Clarks „Die Schlafwandler“ etabliert, letzteres mit Schwerpunkt auf der Vorgeschichte. Wer knapper einsteigen will, greift zu einem der Bände aus den Reihen der Bundeszentrale für politische Bildung.

Ist „Im Westen nichts Neues“ eine historische Quelle?

Nicht für den Krieg, aber für seine Deutung. Remarque veröffentlichte den Roman 1929, elf Jahre nach Kriegsende, und schrieb ihn in die Auseinandersetzungen der Weimarer Republik hinein. Als literarische Verarbeitung ist er zentral; als Beleg für Einzelheiten des Frontalltags ist er mit Vorsicht zu verwenden.

Wo finde ich Feldpost und Tagebücher?

In Landes- und Stadtarchiven, in spezialisierten Sammlungen und in Editionen. Ein wachsender Teil ist digitalisiert und über Europeana 1914–1918 zugänglich. Der größere Teil liegt weiterhin in Privatbesitz.

Gibt es Hörbücher und Tonaufnahmen aus der Zeit?

Ja. Erhalten sind Aufnahmen von Kriegsliedern, Propagandaansprachen und – als Besonderheit – Stimmaufnahmen von Kriegsgefangenen, die zwischen 1915 und 1918 in deutschen Lagern für sprachwissenschaftliche Zwecke aufgezeichnet wurden. Sie gehören zu den frühesten Tondokumenten vieler Sprachen überhaupt.