Kriegsgräberstätten in Polen: 101 verzeichnete Anlagen im Überblick
Diese Übersicht verzeichnet die in Polen erfassten Kriegsgräberstätten mit Namen und, soweit überliefert, mit Beschreibung und Wegangabe.
101 Anlagen · 0 mit ausführlicher Seite

Landesinformation für Polen
Die deutschen Verluste in Polen im Ersten Weltkrieg betragen nach amtlichen Schätzungen ca. 400.000 Gefallene. Über ihre Grablagen sind nur teilweise Angaben vorhanden. Im Zweiten Weltkrieg sind in Polen ca. 478.000 deutsche Soldaten gefallen. Für ca. 300.000 Tote liegen dem Volksbund namentliche Verlustmeldungen der ehemaligen Wehrmachtauskunftstelle, Berlin, vor. Die Anzahl der registrierten Todes- und Grablageorte beläuft sich auf ca. 19.000. Grundlage der Arbeit des Volksbundes in Polen bildete zunächst Punkt 60 der "Gemeinsamen Erklärung" vom 14.11.1989 (Bildung der deutsch-polnischen Kommission) und Art. 32 des Vertrages über "Gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit" aus dem Jahr 1991. Die Kommission - bestehend aus Mitgliedern des polnischen Roten Kreuzes, des polnischen "Rates zum Schutz des Gedenkens an Kampf und Martyrium" (polnisches Pendant des Volksbundes) sowie des Volksbundes - wurde 1990 gegründet. In dieser wurden und werden Projekte abgestimmt und die Zusammenarbeit koordiniert. 1994 erfolgte die Gründung der deutsch-polnischen Stiftung "Gedenken" zur Unterstützung von Umbettung-, Bau- und Pflegemaßnahmen des Volksbundes in Polen. Nach Verhandlungen im Jahr 2003 wurde das Kriegsgräberabkommen am 8. Dezember 2003 unterzeichnet. Es trat am 19. Januar 2005 in Kraft. Wie in den anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks entstehen auch in Polen zentra
Kriegsgräberabkommen in Polen
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Polen, im weiteren Vertragsparteien genannt - in dem Wunsch, die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft zu ehren, die sowohl im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland als auch im Hoheitsgebiet der Republik Polen ruhen, in dem Bestreben, gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts, insbesondere der Genfer Abkommen über den Schutz von Kriegsopfern vom 12. August 1949, sowie des Zusatzprotokolls vom 08. Juni 1977 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I) und des Zusatzprotokolls vom 08. Juni 1977 über den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll II), den Ruhestätten der Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft ein würdiges Gedenken zu bewahren und diese Stätten zu schützen, im Geiste der gemeinsamen Erklärung vom 14. November 1989 sowie in Ausführung von Artikel 32 vom 17. Juni 1991 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit - sind wie folgt übereingekommen: Artikel 1 Dieses Abkommen regelt jegliche Fragen, die mit der Feststellung, der Dokumentierung, der Erfassung, der Errichtung, der Erhaltung, der angemessenen Unterhaltung und dem Schutz der Ruhestätten der Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft - der polnischen im Hoheitsgebiet d
Ausgewählte Anlagen in Polen
- Allenstein / Olsztyn-ul.Kozlewskiego
- Neben dem russischen Friedhof des Zweiten Weltkrieges befindet sich eine Friedhofsanlage mit 2 Quartieren deutscher Soldaten des Ersten Weltkrieges. Die Namen der dort ruhenden Soldaten sind auf Kissensteinen oder stehenden Grabkennzeichen verzeichnet. Eine we …
- Allenstein Jakobsberg/ Olsztyn
- Der abgebildete Friedhof befindet sich am Rande des Stadtwaldes am Jakobsberg. Die Anlage wurde 1992 durch die örtliche deutsche Minderheit hergerichtet. Bis 2000 ruhten hier auch 542 Soldaten des II. Weltkrieges die auf dem Sammelfriedhof nach Bartosze/Bartos …
- Andreaswalde / Kosinowo
- Auf dem Friedhof ruhen 48 deutsche Soldaten (darunter 21 unbekannte) und 21 russische Soldaten. Der Friedhof befindet sich ca. 150 m östlich von der Straße Bia?a Piska-E?k.
- Angerburg Jägerhöhe/ Wegorzewo
- Der Friedhof Jägerhöhe ist einer der landschaftlich am schönsten gelegenen Anlage. Sie befindet sich direkt über dem Schwenzait-See / Jez. Swiecajty. Die kreisförmige 3.790 m² große Anlage ist mit den typischen Findlingsmauern gebaut, in deren Mittelpunkt ein …
- Arys
- Auf dem Friedhof ruhen die deutschen und russischen Soldaten, die während des Gefechts von Arys (7-8.09.1914) gefallen sind. Der Friedhof befindet sich auf der rechten Seite der Hauptstraße von Orzysz nach Wierzbiny.
- Bartossen / Bartosze
- Für den polnischen Bereich des ehemaligen Ostpreußen und Bialystok entstand in Bartossen bei Lyck (Elk) ein zentraler Sammelfriedhof. Ein fünf Hektar großes Gelände mit einer vorhandenen Anlage des Ersten Weltkrieges - hier ruhen 84 deutsche Soldaten - wurde d …
- Bartossen / poln. Bartosze / dt. Bartendorf bei Elk (Lyck) 1. WK
- Die Friedhofsanlage mit den drei charakteristischen Holzkreuzen Golgatha von Ostpreußen wurde zu Beginn der 90er Jahre renoviert. Die zerstörte Namensplatte wurde wieder zusammengesetzt und die Mauern erneuert. Die Anlage wurde im Jahr 2000 in die neue Sammelf …
- Bartoszyce / Bartenstein
- Die Friedhofsanlage mit 88 deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges ist ca. 200 m² groß. Sie befindet sich im Stadtzentrum, an der Strasse zum russischen Grenzübergang. Es ist eine aus 6 Terrassen bestehende Anlage, die Mauern sind aus Ziegelstein, die Namen …
- Biala Podlaska
- Der Friedhof der deutschen und österreichischen Soldaten wurde im September 1915 angelegt. Der Friedhof befindet sich auf der Pokoju Straße. Bis 1918 wurden dort die Soldaten begraben, die in dem örtlichem Feldkrankenhaus gestorben sind. Auf dem Friedhof ruhen …
- Bialystok
- Auf dem ehemaligen evangelischen Friedhof in Bia?ystok befindet sich eine unbekannte Anzahl von Kriegsgräbern des I. Weltkrieges. Da der Friedhof nach 1945 verfiel entschied sich die Stadtverwaltung 1996 die noch vorhandenen Grabsteine in einer Mauer zu verarb …
- Biecz
- Bei diesem Friedhof mit 386 deutschen Soldaten, sowie einer unbekannten Anzahl österreichischer und russischer Kriegstoter, handelt es sich um eine besondere architektonische Anlage. Der Friedhof liegt an einem Hang in Ortsnähe und ist mit einer Mauer aus östl …
- Bobern / Bobry
- Auf dem Friedhof befindet sich Betonkreuz mit folgender Inschrift: HIER RUHEN/139/DEUTSCHE HELDEN/SIE FIELEN FÜR DIE FREIHEIT/DER OSTMARK/12 u. 13.2.1915/137/ ON IHNEN I GE/HORTEN DEN IN/UNSER HEIMAT/AUFGESTELLTEN/RES. INF. /REGIMRNT/256 u. 266/IN DANKBARKEIT/ …
Alle verzeichneten Anlagen in Polen
Die folgende Liste führt alle 101 in diesem Verzeichnis erfassten Kriegsgräberstätten in Polen in alphabetischer Reihenfolge. Einträge mit ausführlicher Seite sind verlinkt.
- Allenstein / Olsztyn-ul.Kozlewskiego
- Allenstein Jakobsberg/ Olsztyn
- Alt Fließdorf / Stare Juchy
- Andreaswalde / Kosinowo
- Angerburg Jägerhöhe/ Wegorzewo
- Arys
- Baitenberg / Bajtkowo
- Baitenberg / Bajtkowo
- Baitenberg II
- Bartossen / Bartosze
- Bartossen / poln. Bartosze / dt. Bartendorf bei Elk (Lyck) 1. WK
- Bartoszyce / Bartenstein
- Biala Podlaska
- Bialystok
- Biecz
- Blechnarka
- Blumental / Pietki
- Bobern / Bobry
- Bolimowska Wies
- Borowa
- Borschimmen / Borzymy
- Breslau / Wroclaw
- Bunelka -Sarek
- Chojnowo
- Chruslanski Jozefowskie
- Danzig / Gdansk
- Dreglin
- Drobin
- Drosselwalde / Drozdowo
- Dubeningken
- Gizycko - Feste Boyen
- Goldap I
- Goldensee I
- Goldensee II
- Groß Gablick / Gawliki
- Groß Lautersee
- Groß Nädlitz / Nadolice Wielkie
- Großgarten Friedhof
- Hohenstein - Jagelleck / Olsztynek
- Joachimow-Mogily / Joachimow
- Johannesburg / Pisz
- Kalisz
- Kampen
- Kelchersdorf / Zocie
- Kolno-Konstytucijplatz / Kolno
- Königswalde / Krolowa Wola
- Krakau / Krakow
- Kruglenken / Kruglanki
- Krusza
- Lambsdorf / Lambinowice
- Laurahütte / Siemianowice
- Lazy
- Leszczyna
- Lodz-Gräberberg / Stara-Gadka
- Luzna
- Lyck / Elk
- Martinshagen
- Michalken/Michalki
- Mielau / Mlawka
- Mierkj
- Modlin
- Mühlen / Mielno
- Neuendorf
- Neumark / Stare Czarnowo
- Nowa Wola
- Orlau / Orlowo
- Ostrusza
- Pigany
- Pila Leszkow
- Posen / Poznan
- Pruszkow
- Przemysl
- Przemysl Mausoleum 1. WK
- Pszszolki Gorne
- Pulawy
- Radom
- Reimannswalde / Kowale Oleckie
- Rutka
- Schedlisken / Siedliska
- Schiemonken / Szymonka
- Seehöhe I
- Siegersfeld I / Karbowskie
- Siegersfelde / Karbowsken
- Sitno
- Skottau / Szkotowo
- Skottau / Szkotowo ev. Friedhof
- Staszkowka
- Staszkowka
- Sulimmen
- Talussen / Talusy
- Waplitz / Waplewo
- Warschau
- Wartendorf / Snopki
- Wiaczyn Dolny
- Wilkassen
- Wola Cieklinska
- Wolka - Rabalin
- Zaluskie
- Zamosc
- Zgierz-Krogulec
- Zwolen
Häufige Fragen
Wie viele Kriegsgräberstätten sind in Polen verzeichnet?
Diese Übersicht führt 101 Anlagen in Polen. Sie reicht von einzelnen Grabstellen auf kommunalen Friedhöfen bis zu großen Sammelanlagen. Die Liste bildet den Bestand dieses Verzeichnisses ab und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit gegenüber den amtlichen Registern.
Wer pflegt die Kriegsgräber in Polen?
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Polen, im weiteren Vertragsparteien genannt - in dem Wunsch, die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft zu ehren, die sowohl im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland als auch im Hoheitsgebiet der Republik Polen ruhen, in dem Bestreben, gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts, insbesondere der Genfer Abkommen über den Schutz von Kriegsopfern vom 12. August 1949, sowie des Zusatzprotokolls vom 08. Juni 1977 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I) und des Zusatzprotokolls vom 08. Juni 1977 über den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Ko
Wie finde ich ein bestimmtes Grab?
Der Einstieg führt über den Sterbeort oder die letzte bekannte Feldpostadresse. Daraus ergibt sich der Frontabschnitt und daraus die wahrscheinliche Grabstätte. Die Suche in der Kriegsgräberliste findet Anlagen nach Ortsnamen; die einzelnen Namen der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste. Schritt für Schritt beschreibt das die Anleitung zur Gräbersuche.
Warum liegen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs weit hinter den Fronten?
Weil viele Verwundete in Lazaretten weit im Hinterland starben und weil Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter dort bestattet wurden, wo sie eingesetzt waren. Deshalb finden sich Kriegsgräberfelder auf zahlreichen kommunalen Friedhöfen, oft Hunderte Kilometer von jeder Frontlinie entfernt.
Quellen
- Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
- Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen der Bundesrepublik Deutschland.
- Bestandsangaben dieses Verzeichnisses, Stand der übernommenen Daten.