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Erinnerungsorte · Länderübersicht

Kriegsgräberstätten in Armenien: 14 verzeichnete Anlagen im Überblick

Diese Übersicht verzeichnet die in Armenien erfassten Kriegsgräberstätten mit Namen und, soweit überliefert, mit Beschreibung und Wegangabe.

14 Anlagen · 0 mit ausführlicher Seite

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zu den Anlagen in Armenien liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zu den Anlagen in Armenien liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorUser:Redvers · Public domain · Wikimedia Commons

Einordnung

Die im heutigen Armenien verzeichneten Anlagen stehen nicht mit Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs in Verbindung. Sie gehen ganz überwiegend auf deutsche Kriegsgefangene und später auf Internierte zurück, die in der Region starben, sowie auf Zusammenbettungen aus der Zeit nach 1945.

Das hat Folgen für die Suche. Wer einen im Kaukasus vermuteten Angehörigen sucht, sollte zuerst klären, ob es sich um einen Gefangenen des Ersten oder des Zweiten Weltkriegs handelt; die Überlieferung ist für beide Gruppen getrennt entstanden und wird getrennt geführt.

Die Namen der Anlagen folgen der heutigen armenischen Schreibweise, während die historischen Unterlagen meist russische Umschriften verwenden. Beide Formen gehören in eine Recherchenotiz, damit spätere Anfragen an Behörden oder Archive nicht am Ortsnamen scheitern.

Landesinformation für Armenien

Das Kriegsgräberabkommen zwischen Armenien und Deutschland wurde am 21.12.1995 unterzeichnet und trat am 29.04.1999 in Kraft. Als offizieller Ansprechpartner des Volksbundes wurde von armenischer Seite der Veteranenrat der Republik Armenien benannt. Wegen der innenpolitischen Lage konnte erst im November 1996 eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Grablagen erfolgen. Laut Archivunterlagen gab es in Armenien 14 Kriegsgefangenenfriedhöfe. Diese wurden bis 2002 alle instandgesetzt. In 2007 wurden auf allen Anlagen Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt.

Kriegsgräberabkommen in Armenien

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Armenien über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Armenien Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Armenien -in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Republik Armenien liegenden deutschen Kriegsgräber eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen, in Ausführung von Artikel 18 des Vertrags vom 9. November 1990 über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken - sind wie folgt übereingekommen: Artikel 1 Im Sinne dieses Abkommens bedeuten die Begriffe: a) "deutsche Kriegstote": - Angehörige der deutschen Streitkräfte, - diesen nach deutschem Recht gleichgestellte Personen, - sonstige Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des Krieges 1914/1918 oder des Krieges 1939/1945 oder nach ihrer Deportation gestorben sind; b) deutsche Kriegsgräber: die im Hoheitsgebiet der Republik Armenien liegenden Gräber deutscher Kriegstoter; c) "deutsche Kriegsgräberstätten": die im Hoheitsgebiet der Republik Armenien noch existierenden, auffindbaren oder neu anzulegenden Friedhöfe

Ausgewählte Anlagen in Armenien

Abowjan
In 1999 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Abowjan wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 97 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 2.400 Quadratmeter groß und wird durch eine Kombination aus Granitmauer mit Basaltpfosten umgeben. Zentrales Mahnmal ist ein …
Ararat
In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Ararat wieder hergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 31 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 20 Quadratmeter groß und wird durch eine Granitmauer umgeben. Zentrales Mahnmal ist ein 3,5 m hohes Granitkreuz. Hier ist au …
Artyk
1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Artyk wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 60 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 1.260 Quadratmeter groß und wird durch eine Mauer umgeben. Zentrales Mahnmal ist ein 3,5 m hohes Granitkreuz. Die Gräber werden d …
Jerewan-Aluminiumwerk
In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Jerewan wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 267 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 1.200 Quadratmeter groß und wird durch einen Metallzaun umgeben. Zentrales Mahnmal ist ein 5,5 m hohes Metallkreuz. Die Grä …
Katschagan
In 1999 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Katschagan wieder hergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 7 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 84 Quadratmeter groß und wird durch einen Metallzaun umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet.
Kirowakani
In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Kirowakani wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 61 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 380 Quadratmeter groß und wird durch eine Mauer umgeben. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet. Die G …
Leninakan / Gumri
1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Gumri wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 370 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 1.500 Quadratmeter groß und wird durch eine Mauer umgeben. Zentrales Mahnmal ist ein 4,5 m hohes Metallkreuz. Die Gräber werden …
Schengawit
In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Jerewan - Schengawit wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 9 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 300 Quadratmeter groß und wird durch einen Metallzaun umgeben. Zentrales Mahnmal ist ein 3,5 m hohes Basaltkreuz …
Spitak
In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Spitak wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 178 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 2.700 Quadratmeter groß und wird durch einen Metallzaun umgeben. Die Gräber werden durch Kreuze gekennzeichnet. Zentrales Ma …
Tairowa
In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Tairowa wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 45 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 1.500 Quadratmeter groß und wird durch eine Basaltmauer umgeben. Zentrales Mahnmal ist ein 4,5 Meter hohes Granitkreuz. Die …
Warser
In 1998 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in Warser wieder hergestellt. Auf dieser Anlage ruhen ca. 220 Kriegsgefangene. Die Anlage ist 2.700 Quadratmeter groß. Die Gräber werden durch Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet. Zentrales Mahnmal ist ein 5,5 Meter hoh …

Alle verzeichneten Anlagen in Armenien

Die folgende Liste führt alle 14 in diesem Verzeichnis erfassten Kriegsgräberstätten in Armenien in alphabetischer Reihenfolge. Einträge mit ausführlicher Seite sind verlinkt.

  • Abowjan
  • Ararat
  • Arasdajan
  • Artyk
  • Jerewan-Aluminiumwerk
  • Jerewan-Noragawit
  • Kapan
  • Katschagan
  • Kirowakani
  • Leninakan / Gumri
  • Schengawit
  • Spitak
  • Tairowa
  • Warser

Häufige Fragen

Wie viele Kriegsgräberstätten sind in Armenien verzeichnet?

Diese Übersicht führt 14 Anlagen in Armenien. Sie reicht von einzelnen Grabstellen auf kommunalen Friedhöfen bis zu großen Sammelanlagen. Die Liste bildet den Bestand dieses Verzeichnisses ab und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit gegenüber den amtlichen Registern.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Armenien?

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Armenien über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Armenien Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Armenien -in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Republik Armenien liegenden deutschen Kriegsgräber eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen, in Ausführung von Artikel 18 des Vertrags vom 9. November 1990 über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland un

Wie finde ich ein bestimmtes Grab?

Der Einstieg führt über den Sterbeort oder die letzte bekannte Feldpostadresse. Daraus ergibt sich der Frontabschnitt und daraus die wahrscheinliche Grabstätte. Die Suche in der Kriegsgräberliste findet Anlagen nach Ortsnamen; die einzelnen Namen der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste. Schritt für Schritt beschreibt das die Anleitung zur Gräbersuche.

Warum liegen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs weit hinter den Fronten?

Weil viele Verwundete in Lazaretten weit im Hinterland starben und weil Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter dort bestattet wurden, wo sie eingesetzt waren. Deshalb finden sich Kriegsgräberfelder auf zahlreichen kommunalen Friedhöfen, oft Hunderte Kilometer von jeder Frontlinie entfernt.

Quellen

  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen der Bundesrepublik Deutschland.
  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses, Stand der übernommenen Daten.