19141918
Erinnerungsorte · Länderübersicht

Kriegsgräberstätten in Italien: 15 verzeichnete Anlagen im Überblick

Diese Übersicht verzeichnet die in Italien erfassten Kriegsgräberstätten mit Namen und, soweit überliefert, mit Beschreibung und Wegangabe.

15 Anlagen · 1 mit ausführlicher Seite

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zu den Anlagen in Italien liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zu den Anlagen in Italien liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorSnowdog · Public domain · Wikimedia Commons

Landesinformation für Italien

In mehr als 3.000 Orten ruhten in Italien nach dem Ende des 2. Weltkrieges über 107.000 deutsche Gefallene in Feldgräbern, kleinen provisorischen Anlagen oder auf von der Wehrmacht angelegten Soldatenfriedhöfen. Eine Erhaltung dieser Kriegsgräber war bei einer derartigen Verstreuung nicht möglich. Das am 22.12.1955 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Italien abgeschlossene Kriegsgräberabkommen sah deshalb eine Zusammenbettung der deutschen Gefallenen auf endgültige Soldatenfriedhöfe vor. Nach achteinhalbjährigem Einsatz konnte der Umbettungsdienst des Volksbundes im September 1964 seine Tätigkeit in Italien beenden. Seit Anfang 1956 konnten nahezu 100.000 deutsche Gefallene des 2. Weltkrieges auf acht endgültige deutsche Soldatenfriedhöfe überführt werden. Die über 16.000 deutschen Gefallenen des 1. Weltkrieges fanden nach Abschluss eines deutsch-italienischen Kriegsgräberabkommens im Jahr 1937 in sieben vom Volksbund erbauten und 1939 eingeweihten Kriegsgräberstätten ihre letzte Ruhe. Der Soldatenfriedhof auf dem Pordoi-Joch in den Dolomiten wurde erst nach dem 2. Weltkrieg fertiggestellt; hier ruhen auch Gefallene aus der Kriegszeit 1940-1945. Auf den meisten dieser Friedhöfe liegen auch Gefallene der österreichisch-ungarischen Armee.

Kriegsgräberabkommen in Italien

Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Italienischen Republik über Kriegsgräber Die Bundesrepublik Deutschland einerseits und die Italienische Republik andererseits IN DEM WUNSCH, die auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ruhenden italienischen Kriegstoten und die auf dem Gebiet der Italienischen Republik ruhenden deutschen Kriegstoten auf endgültig auszubauende Friedhöfe zur letzten Ruhe zu betten, sowie IN DEM WUNSCH, die Pflege der Gräber der italienischen Kriegstoten auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Kriegstoten auf dem Gebiet der Italienischen Republik in würdiger Weise sicherzustellen, HABEN BESCHLOSSEN, folgendes Abkommen zu schließen: I. Die deutschen Kriegsgräber in der Italienischen Republik Artikel 1 Deutsche Kriegstote im Sinne dieses Abkommens sind Angehörige der deutschen Wehrmacht oder diesen gleichgestellte Personen sowie Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die infolge von Kriegsereignissen gestorben sind. Artikel 2 Die in Italien bestatteten deutschen Kriegstoten des II. Weltkrieges werden, in Italien auf besonderen Friedhöfen oder Ehrenstätten an noch zu vereinbarenden Orten zusammengelegt. Soweit es zweckmässig und möglich ist, können an denselben Orten auch die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges zusammengelegt werden und in gleicher Weise können die Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges auf den Friedh

Ausgewählte Anlagen in Italien

Bari
Das Mausoleum Bari in Italien ist eine Gedenkstätte und ein Soldatenfriedhof des italienischen Gräberdienstes, für die in Übersee gefallenen Soldaten beider Weltkriege. Die Anlage wurde am 10. Dezember 1967 eingeweiht. Die Kriegsgräberstätte befindet sich am s …
Bozen
Der Militärfriedhof "St. Jakob" liegt am südlichen Stadtrand von Bozen, mit über 100 000 Einwohnern ist sie Landeshauptstadt der autonomen Provinz Bozen. Sie bildet zusammen mit Trient die Region "Trentino Alto – Adige" (Trient-Ober­etsch bzw. Trient/ Südtirol …
Brixen / Bressanone
Der Friedhof Brixen, am westlichen Stadtrand neben dem Klinikum Brixen gelegen, wurde von ehemaligen k. u. k. Truppen im Jahre 1915 angelegt. Hier ruhen in zwölf Gräberreihen 1 229 österreichisch-ungarischen Gefallene sowie 119 russische Kriegsgefangenen aus d …
Bruneck
Im Pustertal, ca. 35 Kilometer östlich von Brixen, an der Autostraße 49, ruhen auf einem kleinen Waldfriedhof in Bruneck neben 677 österreichisch-ungarischen Gefallenen sowie 116 russische Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges auch 25 deutsche Tote aus dem Zw …
Cagliari
Auf dem Kommunalfriedhof San Michele ruhen in dem deutschen Gräberfeld unmittelbar neben der italienischen und der britischen Anlage 436 deutsche Kriegstote des Zweiten Weltkrieges. 190 Kriegstote waren zunächst auf dem britischen Militärfriedhof Pembroke auf …
Cassino
Etwa 3 Kilometer nördlich der Stadt Cassino liegt der deutsche Soldatenfriedhof Cassino. Er birgt alle deutschen Soldaten, die im südlichen Teil des italienischen Festlandes gefallen sind, und zwar etwa südlich der Linie Pescara-Terracina. Es sind somit zum gr …
Costermano
Auf einem schmalen Bergrücken südlich des Ortes Costermano liegt der deutsche Soldatenfriedhof. Nach dem Gardasee zu fällt das Gelände steil ab und verläuft im Osten in flachen Terrassen hangabwärts. Der mit alten Zypressen bestandene Gipfel des Bergrückens ge …
Feltre
Die Stadt im Gebiet der mittleren Piave war ein wichtiger Etappenort hinter der Front, als in den letzten Monaten des Jahres 1917 die deutsche und österreichische Offensive an der Piave und im Gebiet des stark umkämpften Monte Grappa und des Monte Tomba zum St …
Futa-Pass
Nach Beendigung der Kämpfe um Cassino und der Einnahme Roms durch die Alliierten näherten sich deren Armeen auf der ganzen italienischen Front dem Nordteil des Apennin. Dort befand sich die Linie, die im deutschen militärischen Sprachgebrauch die "Grüne Linie" …
Meran
1943 hat die deutsche Wehrmacht den Soldatenfriedhof in Meran angelegt, um eine Begräbnisstätte für die in über 30 Kriegslazaretten verstorbenen deutschen Soldaten zu schaffen. Der Volksbund hat 1956 weitere deutsche Kriegstote zugebettet und den Friedhof in d …
Milis/Sardinien
Auf dem Gemeindefriedhof ruhen neben einer unter Denkmalschutz stehenden alten Kirche in einer gemeinsamen kleinen Ehrenanlage 16 deutsche und 30 italienische Gefallene, die im Juni 1943 bei einem Luftangriff auf dem damaligen Flugplatz Milis ums Leben kamen.
Motta St.Anastasia
Es gibt in Europa wohl kein zweites Land, von dem sich in gleich starkem Maße dem deutschen Besucher der Eindruck des Fremdartigen, des Exotischen überträgt wie von der Insel Sizilien, Schmelztiegel vieler europäischer Kulturen: der alten Griechen und Römer, d …

Alle verzeichneten Anlagen in Italien

Die folgende Liste führt alle 15 in diesem Verzeichnis erfassten Kriegsgräberstätten in Italien in alphabetischer Reihenfolge. Einträge mit ausführlicher Seite sind verlinkt.

  • Bari
  • Bozen
  • Brixen / Bressanone
  • Bruneck
  • Cagliari
  • Cassino
  • Costermano
  • Feltre
  • Futa-Pass
  • Meran
  • Milis/Sardinien
  • Motta St.Anastasia
  • Pomezia
  • Pordoi
  • Quero

Häufige Fragen

Wie viele Kriegsgräberstätten sind in Italien verzeichnet?

Diese Übersicht führt 15 Anlagen in Italien. Sie reicht von einzelnen Grabstellen auf kommunalen Friedhöfen bis zu großen Sammelanlagen. Die Liste bildet den Bestand dieses Verzeichnisses ab und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit gegenüber den amtlichen Registern.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Italien?

Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Italienischen Republik über Kriegsgräber Die Bundesrepublik Deutschland einerseits und die Italienische Republik andererseits IN DEM WUNSCH, die auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ruhenden italienischen Kriegstoten und die auf dem Gebiet der Italienischen Republik ruhenden deutschen Kriegstoten auf endgültig auszubauende Friedhöfe zur letzten Ruhe zu betten, sowie IN DEM WUNSCH, die Pflege der Gräber der italienischen Kriegstoten auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Kriegstoten auf dem Gebiet der Italienischen Republik in würdiger Weise sicherzustellen, HABEN BESCHLOSSEN, folgendes Abkommen zu schl

Wie finde ich ein bestimmtes Grab?

Der Einstieg führt über den Sterbeort oder die letzte bekannte Feldpostadresse. Daraus ergibt sich der Frontabschnitt und daraus die wahrscheinliche Grabstätte. Die Suche in der Kriegsgräberliste findet Anlagen nach Ortsnamen; die einzelnen Namen der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste. Schritt für Schritt beschreibt das die Anleitung zur Gräbersuche.

Warum liegen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs weit hinter den Fronten?

Weil viele Verwundete in Lazaretten weit im Hinterland starben und weil Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter dort bestattet wurden, wo sie eingesetzt waren. Deshalb finden sich Kriegsgräberfelder auf zahlreichen kommunalen Friedhöfen, oft Hunderte Kilometer von jeder Frontlinie entfernt.

Quellen

  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen der Bundesrepublik Deutschland.
  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses, Stand der übernommenen Daten.