Italien trat am 23. Mai 1915 auf Seiten der Entente in den Krieg ein, nachdem es zuvor neutral geblieben war. Die Front verlief nicht durch Ebenen, sondern durch Hochgebirge: am Isonzo, in den Dolomiten, am Ortler. Stellungen wurden in Fels gesprengt und in Gletschereis getrieben; Lawinen und Kälte forderten Opfer in einer Größenordnung, die dem Feuer nahekam.
Zwölf Isonzoschlachten und der Durchbruch bei Karfreit im Oktober 1917 prägen die italienische Erinnerung. Sie ist zugleich politisch aufgeladen: Der Faschismus deutete den Krieg in den 1920er Jahren zum Gründungsmythos um und ließ monumentale Beinhäuser errichten, die bis heute stehen und deren Umgang mit ihnen kontrovers bleibt.
Museen in Südtirol, im Trentino und im Friaul zeigen den Gebirgskrieg oft unmittelbar am erhaltenen Stellungssystem. Für Besucher aus dem deutschsprachigen Raum ist die Mehrsprachigkeit vieler Häuser ein praktischer Vorteil – und die zweisprachige Beschriftung selbst ein Teil der Geschichte dieser Region.
Italien im Krieg 1914–1918
Königreich Italien – Späterer Kriegseintritt, Kriegseintritt: 23. Mai 1915.
Italien blieb zunächst neutral und trat im Mai 1915 auf Seiten der Entente in den Krieg ein.
Die Gebirgsfront am Isonzo und in den Dolomiten forderte in zwölf Isonzoschlachten hunderttausende Opfer.
- 26. Apr. 1915Londoner Vertrag
- 23. Mai 1915Kriegserklärung an Österreich-Ungarn
- Okt./Nov. 1917Durchbruch bei Karfreit (Caporetto)
- 4. Nov. 1918Waffenstillstand an der Südwestfront
Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.
Verzeichnete Ausstellungen in Italien
Museo della Grande Guerra
Das Museum im schönen Südtirol, stellt einen dunklen Teil der Geschichte dar, den man in der heutigen Zeit mit dieser schönen Urlaubsregion nicht mehr vorrangig in Verbindung bringt. Neben einer umfassenden und sehr interessanten Ausstellung zum Thema Erster Weltkrieg, bietet der Verein Associazione di Promozione Soziale eine umfassende Themenseite im Internet an. Die verschiedenen Veranstaltungsorte entnehmen Sie bitte der Homepage des Museums
Menschen aus Trentino im europäischen Krieg - 1914-18
Die Fondazione Museo Storico del Trentino präsentiert eine Ausstellung in sechs Abschnitte, eine für jedes Jahr des Krieges bis 1919, die sich Nachkriegszeit, die Rückkehr der Soldaten und Zivilisten widmen. Zu sehen sind Dokumente, Artefakte und Beweise: Fotos, Postkarten, Tagebücher, die Werke der Maler und andere Objekte. Veranstaltungsort:Fondazione Museo Storico del Trentino Termin:28.06. - 03.11.2014
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Laufzeiten und Öffnungszeiten sind vor einem Besuch beim jeweiligen Haus zu prüfen.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Italien noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Italien unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Italien lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.