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Ausstellungen · Österreich

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Österreich: Häuser, Themen und Hintergrund

Welche Häuser in Österreich den Ersten Weltkrieg zeigen – und warum der Krieg dort auf eine eigene Weise erinnert wird.

Das zerstörte Kirchenportal von Kal am Isonzo
Das zerstörte Kirchenportal von Kal am Isonzo10. Armeekommando · Public domain · Wikimedia Commons

Für Österreich begann der Krieg mit der eigenen Kriegserklärung an Serbien am 28. Juli 1914 – und endete mit dem Zerfall des Staates, in dessen Namen er geführt wurde. Diese Doppelbewegung macht die österreichische Erinnerung eigen: Sie handelt nicht von Sieg oder Niederlage, sondern vom Verschwinden eines Vielvölkerreiches.

Die Donaumonarchie kämpfte gleichzeitig an drei Fronten: gegen Serbien auf dem Balkan, gegen Russland in Galizien und ab 1915 gegen Italien im Hochgebirge. Ihre Armee war vielsprachig; Kommandosprache und Muttersprache fielen für die Mehrzahl der Soldaten auseinander. Was das für Zusammenhalt und Führung bedeutete, ist bis heute Gegenstand der Forschung.

Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien zeigt in seiner Dauerausstellung unter anderem das Automobil, in dem Franz Ferdinand in Sarajewo erschossen wurde – eines der wenigen Objekte, die den Beginn dieses Krieges dinglich fassbar machen. Regionale Häuser in Kärnten, Tirol und der Steiermark arbeiten stärker mit der Gebirgsfront und mit dem Alltag der Zivilbevölkerung.

Österreich im Krieg 1914–1918

Österreich-Ungarn – Mittelmächte, Kriegseintritt: 28. Juli 1914.

Mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914 begann der Erste Weltkrieg. Die Donaumonarchie zerfiel 1918.

Vielvölkerstaat mit Fronten gegen Serbien, Russland und ab 1915 Italien. Aus seinem Zerfall gingen mehrere der heutigen mitteleuropäischen Staaten hervor.

  1. 28. Jul. 1914Kriegserklärung an Serbien
  2. 23. Mai 1915Kriegserklärung Italiens, Eröffnung der Gebirgsfront
  3. 3. Nov. 1918Waffenstillstand von Villa Giusti

Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.

Verzeichnete Ausstellungen in Österreich

Sonderausstellung: "Die Tiroler Front"

Das Rainer Regimentsmuseum ist schon für sich ein Besuch wert. Das Museum ist in der 900 Jahre alten Festung Hohensalzburg beheimatet und nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, sondern auch Europas größte und am besten erhaltene Burganlage.Derzeit kann der Besucher die Sonderausstellung "Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918 - Die Tiroler Front 1915 - 1918" entdecken. Ein Beitrag zum Krieg in den österreichischen Bergen. Führungen durch die Ausstellung sind für Individualbesucher nach Anmeldung kostenlos möglich. Veranstaltungsort:Rainer Regiments Museum SalzburgMönchsberg 345020 Salzburg Termin:Ab sofort

Erster Weltkrieg

Heeresgeschichtliches Museum Für Österreich Ungarn lag der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen auf dem Balkan und in Galizien. Österreich Ungarn scheiterte dort ebenso wie das Deutsche Reich im Westen. Schon Ende 1914 mussten deutsche und österreichische Truppen alles aufwenden, um nicht von russischen Truppen überrannt zu werden. Im Mai 1915 erklärte auch Italien Österreich Ungarn den Krieg. Somit wurde auch im Südwesten ein Front eröffnet, die von Südtirol und dem Hochgebirge bis in den Raum Görz und Triest reichte. Im Herbst 1918 begann die Auflösung der Habsburgermonarchie, und auch der Zerfall der Armee war unaufhaltsam. Am 3. November 1918 unterzeichnete Österreich den Waffenstillstand. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits nationale Nachfolgestaaten gebildet. Europa war anders geworden. Veranstaltungsort:Heeresgeschichtliches MuseumMilitärhistorisches InstitutGhegastraße1030 Wien Termin:Dauerausstellung

Der Kriegsausbruch 1914 im Montafon I

Im Sommer 1914 brach für die meisten völlig unerwartet der große Krieg aus. Dem Schock über die Ermordung des Thronfolgerpaares folgte im Montafon die Sorge um die vielen in Frankreich befindlichen Saisonarbeiter. Nach und nach rückten immer mehr Männer an die Front ein und der Euphorie der ersten Tage und Wochen folgten bald unerwartet hohe Verlustmeldungen. Wiederum werden Auszüge aus zeitgenössischen Artikeln in Vorarlberger Medien der Jahre 1914-18 vorgestellt, um Einblicke in die Zeit vor 100 Jahren zu geben Veranstaltungsort:Montafoner Heimatmuseum SchrunsKirchplatz 156780 Schruns Termin:ab Juni 2015(den genauen Termin entnehmen Sie bitte der Museumshomepage)

Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Laufzeiten und Öffnungszeiten sind vor einem Besuch beim jeweiligen Haus zu prüfen.

Häufige Fragen

Sind die Ausstellungen in Österreich noch zu sehen?

Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Österreich unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es Angebote für Schulklassen?

Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Österreich lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

Wo finde ich weitere Ausstellungen?

Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.