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Ausstellungen · Großbritannien

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Großbritannien: Häuser, Themen und Hintergrund

Welche Häuser in Großbritannien den Ersten Weltkrieg zeigen – und warum der Krieg dort auf eine eigene Weise erinnert wird.

Das Denkmal von Thiepval für die Vermissten der Somme
Das Denkmal von Thiepval für die Vermissten der SommeBigBlobfi · CC0 · Wikimedia Commons

Großbritannien führte den Ersten Weltkrieg fast vollständig außerhalb der eigenen Inseln – und erinnert ihn dennoch intensiver als die meisten anderen beteiligten Staaten. Der Grund liegt in der Art der Rekrutierung: Die Pals battalions stellten Männer aus derselben Stadt, derselben Fabrik, demselben Fußballverein in dieselbe Einheit. Ein einziger schlechter Tag an der Front konnte damit einen ganzen Ort treffen.

Der 1. Juli 1916, der erste Tag an der Somme, ist genau dieser Tag: rund 57.000 britische Verluste, davon fast 19.000 Gefallene. Die Erinnerung daran hat die britische Kriegsdeutung dauerhaft geprägt und erklärt, warum der Erste Weltkrieg dort populärkulturell präsenter ist als der Zweite.

Das Imperial War Museum in London wurde bereits 1917 gegründet, also während des Krieges, mit dem ausdrücklichen Auftrag, ihn zu dokumentieren. Sein Bestand ist die Grundlage vieler Ausstellungen weltweit. Charakteristisch für die britische Praxis ist die Arbeit mit Zeitzeugentonaufnahmen, die seit den 1970er Jahren systematisch gesammelt wurden.

Großbritannien im Krieg 1914–1918

Vereinigtes Königreich – Entente, Kriegseintritt: 4. August 1914.

Großbritannien erklärte dem Deutschen Reich am 4. August 1914 den Krieg, nachdem deutsche Truppen die belgische Neutralität verletzt hatten.

Seeblockade, Empire-Truppen aus Kanada, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika sowie ab 1916 die erste allgemeine Wehrpflicht der britischen Geschichte.

  1. 4. Aug. 1914Kriegserklärung nach dem Einmarsch in Belgien
  2. 1. Jul. 1916Erster Tag an der Somme, rund 57.000 britische Verluste
  3. Jul.–Nov. 1917Dritte Flandernschlacht bei Ypern

Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.

Verzeichnete Ausstellungen in Großbritannien

Imperial War Museum London

"Our ambition is that a lot more people will understand that you can’t understand the world today unless you understand the causes, course and consequences of the First World War." Diane Lees, Director-General, IWM Und so entstand eine Ausstellung im Imperial War Museum, die sich eigens mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt.Einzelne Personen werden dabei aus der Anonymität gehoben, in dem über sie berichtet und ihre Lebensgeschichte erzählt wird.Gemeinsam mit regionalen und internationalen Partnern hat das IWM einen Veranstaltungskalender rund um den Jahrestag des Ersten Weltkrieges zusammengestellt, den Sie hier online einsehen können.

Forgotten Fighters: the First World War at Sea

Den Krieg zur See zeigt das National Maritime Museum in Greenwich.Mit Fotografien, Schiffsmodellen und weiteren Objekten werden persönliche Einblicke durch, Schicksalsgeschichten von Kriegsteilnehmern ermöglicht. Veranstaltungsort:National Maritime MuseumGreenwich Termin:Ausstellungsbeginn ist für August 2014 geplant.

Weitere Verweise

Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Laufzeiten und Öffnungszeiten sind vor einem Besuch beim jeweiligen Haus zu prüfen.

Häufige Fragen

Sind die Ausstellungen in Großbritannien noch zu sehen?

Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Großbritannien unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es Angebote für Schulklassen?

Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Großbritannien lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

Wo finde ich weitere Ausstellungen?

Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.