Die Ostfront war mit rund 1.500 Kilometern die längste des Krieges, und sie war beweglicher als der Westen. Große Räume wechselten mehrfach den Besitzer, Millionen Menschen flohen oder wurden verschleppt. Für das Russische Kaiserreich endete der Krieg nicht mit einem Waffenstillstand, sondern mit zwei Revolutionen und dem Separatfrieden von Brest-Litowsk im März 1918.
Das erklärt eine Eigenheit der russischen Erinnerung: Der Erste Weltkrieg gilt lange als „vergessener Krieg". In der Sowjetunion war er der imperialistische Krieg, dessen Fortsetzung die Revolution beendete; ein staatliches Gedenken an seine Gefallenen gab es nicht. Denkmäler wurden abgetragen, Friedhöfe überbaut. Erst seit den 2000er Jahren entstehen wieder Gedenkorte und Ausstellungen zum Thema.
Für die Kriegsgräberarbeit hat das praktische Folgen: Viele Anlagen im Osten sind erst in den vergangenen Jahrzehnten wieder aufgefunden und hergerichtet worden, und die Zuordnung von Namen dauert an. Welche Anlagen verzeichnet sind, zeigt die Länderseite Russland.
Russland im Krieg 1914–1918
Russisches Kaiserreich – Entente, Kriegseintritt: 1. August 1914.
Das Russische Kaiserreich mobilisierte Ende Juli 1914 zugunsten Serbiens. Es schied nach der Revolution von 1917 aus dem Krieg aus.
Die Ostfront band deutsche und österreichisch-ungarische Kräfte über 1.500 Kilometer. Der Frieden von Brest-Litowsk beendete im März 1918 die russische Teilnahme.
- Aug./Sep. 1914Schlacht bei Tannenberg
- Jun.–Sep. 1916Brussilow-Offensive
- 3. Mär. 1918Friede von Brest-Litowsk
Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.
Verzeichnete Ausstellungen in Russland
"Der Erste Weltkrieg � Prolog des 20. Jahrhunderts"
Noch bis Ende des Jahres zeigt das Museum f�r politische Geschichte in St. Petersburg eine Ausstellung mit dem Titel: "Der Erste Weltkrieg - Prolog des 20. Jahrhunderts". Die im Jugendstil erbaute Villa war ein Geschenk des Zaren Nikolaus II, an die Primaballerina Kschesinskaja im Jahr 1905. Das Geb�ude beherbergte einst das Revolutionsmuseum und ist heute die Heimat des Museum f�r politische Geschichte. Ein geschichtstr�chtiges Haus, das jeden Besucher einl�dt sich �ber die politische Geschichte Russlands und den Ersten Weltkrieg zu informieren. Veranstaltungsort: Museum f�r politische Geschichte Kujbyschewa Uliza 2 St. Petersburg Termin: 18.08. - 31.12.2013 �ffnungszeiten: 10.00 - 18.00 (Do. geschl.), Einlass bis 17 Uhr Metro: Gorkowskaja
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Laufzeiten und Öffnungszeiten sind vor einem Besuch beim jeweiligen Haus zu prüfen.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Russland noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Russland unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Russland lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.