Die Schweiz war während des gesamten Krieges neutral und hielt eine Grenzbesetzung aufrecht, die zeitweise mehrere hunderttausend Mann band. Kampfhandlungen fanden auf ihrem Gebiet nicht statt – ihre Rolle lag anderswo.
Genf war Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, das dort die Internationale Zentralstelle für Kriegsgefangene einrichtete. Sie führte Karteien mit Millionen Einträgen und vermittelte Nachrichten zwischen Gefangenen und Angehörigen über die Frontlinien hinweg. Diese Bestände sind bis heute eine zentrale Quelle für die Suche nach Vermissten.
Hinzu kam die Internierung: Verwundete und kranke Kriegsgefangene beider Seiten wurden in Schweizer Kurorten untergebracht, teils über Jahre. Ausstellungen in der Schweiz behandeln deshalb häufig die Frage, was Neutralität praktisch bedeutet – und wie sie innenpolitisch umstritten war, entlang der Sprachgrenze zwischen deutsch- und französischsprachiger Bevölkerung.
Für Besucher aus Deutschland und Österreich ist ein Punkt bemerkenswert: Die Schweizer Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg handelt nicht von Fronten, sondern von inneren Spannungen. Die deutschsprachige Bevölkerung sympathisierte mehrheitlich mit den Mittelmächten, die französischsprachige mit der Entente; der sogenannte Graben zwischen den Sprachregionen wurde zum innenpolitischen Dauerthema. Ausstellungen greifen das auf und zeigen den Krieg als Belastungsprobe für einen mehrsprachigen Staat – eine Perspektive, die in den Nachbarländern selten zu sehen ist.
Schweiz im Krieg 1914–1918
Schweizerische Eidgenossenschaft – Neutral, Kriegseintritt: neutral.
Die Schweiz blieb während des gesamten Krieges neutral und hielt eine Grenzbesetzung aufrecht.
Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Aufnahmeland für Internierte und Vermittlungsort für Gefangenenaustausche.
- Aug. 1914Grenzbesetzung und Neutralitätserklärung
- 1914–1918Internationale Zentralstelle für Kriegsgefangene in Genf
Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.
Verzeichnete Ausstellungen in Schweiz
Ausstellungsreihe zum Ersten Weltkrieg
Mehr als 25 Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg werden 2014 von Museen und Einrichtungen am Oberrhein präsentiert:Der Große Krieg wird in der gemeinsamen Ausstellungsreihe des trinationalen Netzwerks Museen aus verschiedenen thematischen und regionalen Blickwinkeln beleuchtet. Besonders interessant: der Besucher kann Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg im Elsass, der Nordwestschweiz, Baden-Württemberg und der Pfalz und damit unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.Weitere Informationen erhalten Sie direkt auf der zweisprachigen Internetseite.
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Laufzeiten und Öffnungszeiten sind vor einem Besuch beim jeweiligen Haus zu prüfen.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Schweiz noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Schweiz unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Schweiz lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.