Der Nordosten Frankreichs war vier Jahre lang Hauptkriegsschauplatz der Westfront. Verdun, die Somme und der Chemin des Dames liegen hier, dazu rund zehn Departements, die unter deutscher Besatzung standen. Ganze Dörfer wurden nie wieder aufgebaut; sie existieren bis heute als villages détruits mit Gemeindestatus, aber ohne Einwohner.
Die französische Erinnerungslandschaft ist entsprechend dicht und staatlich stark geprägt. Der 11. November ist Nationalfeiertag, und nahezu jede Gemeinde hat ihr monument aux morts mit den Namen der Gefallenen. Die großen Häuser – das Mémorial de Verdun, das Historial de la Grande Guerre in Péronne – arbeiten seit Langem international und zeigen den Krieg bewusst aus mehreren nationalen Perspektiven zugleich.
Für Besuche aus Deutschland ist das ein wichtiger Punkt: Die deutsch-französische Zusammenarbeit an diesen Orten hat eine lange Geschichte, die bis zur gemeinsamen Geste von Verdun 1984 zurückreicht und in Jugendbegegnungen und Workcamps fortgeführt wird. Anregungen dazu unter Projekte und Bildung.
Frankreich im Krieg 1914–1918
Französische Republik – Entente, Kriegseintritt: 3. August 1914.
Frankreich wurde am 3. August 1914 vom Deutschen Reich der Krieg erklärt. Der Nordosten des Landes war vier Jahre lang Hauptkriegsschauplatz der Westfront.
Auf französischem Boden lagen Verdun, die Somme und Chemin des Dames. Rund zehn Departements waren besetzt; ganze Landstriche mussten nach 1918 erst geräumt werden, bevor wieder gesiedelt werden konnte.
- 3. Aug. 1914Deutsche Kriegserklärung an Frankreich
- 5.–12. Sep. 1914Marneschlacht, Ende des Bewegungskriegs
- Jul.–Nov. 1916Schlacht an der Somme
- 11. Nov. 1918Waffenstillstand im Wald von Compiègne
Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.
Verzeichnete Ausstellungen in Frankreich
Ausstellungsreihe zum Ersten Weltkrieg
Mehr als 25 Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg werden 2014 von Museen und Einrichtungen am Oberrhein präsentiert:Der Große Krieg wird in der gemeinsamen Ausstellungsreihe des trinationalen Netzwerks Museen aus verschiedenen thematischen und regionalen Blickwinkeln beleuchtet. Besonders interessant: der Besucher kann Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg im Elsass, der Nordwestschweiz, Baden-Württemberg und der Pfalz und damit unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.Weitere Informationen erhalten Sie direkt auf der zweisprachigen Internetseite.
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Laufzeiten und Öffnungszeiten sind vor einem Besuch beim jeweiligen Haus zu prüfen.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Frankreich noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Frankreich unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Frankreich lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.