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Ausstellungen · Dänemark

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Dänemark: Häuser, Themen und Hintergrund

Welche Häuser in Dänemark den Ersten Weltkrieg zeigen – und warum der Krieg dort auf eine eigene Weise erinnert wird.

Gräber unbekannter Gefallener auf dem Hooge Crater Cemetery in Flandern
Gräber unbekannter Gefallener auf dem Hooge Crater Cemetery in FlandernUser:Redvers · Public domain · Wikimedia Commons

Dänemark blieb im Ersten Weltkrieg neutral – und war dennoch betroffen, weil Nordschleswig 1914 zum Deutschen Reich gehörte. Rund 30.000 dänischsprachige Männer aus dem Landesteil wurden zur deutschen Armee eingezogen; etwa 5.000 von ihnen kehrten nicht zurück. Sie kämpften für einen Staat, dem sie sich mehrheitlich nicht zugehörig fühlten.

Diese Konstellation hat eine eigene Erinnerungskultur hervorgebracht. Auf den Denkmälern in Nordschleswig stehen dänische Namen unter deutschen Jahreszahlen; die Inschriften vermeiden häufig jede Deutung und nennen nur, dass die Genannten „faldne" sind. Nach der Volksabstimmung von 1920 kam der Landesteil zu Dänemark, die Gräber blieben.

Ausstellungen im deutsch-dänischen Grenzland arbeiten deshalb fast immer grenzüberschreitend und zweisprachig. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, dass nationale Zuordnungen im Ersten Weltkrieg oft weniger eindeutig waren, als die spätere Erinnerung nahelegt.

Dänemark im Krieg 1914–1918

Königreich Dänemark – Neutral, Kriegseintritt: neutral.

Dänemark blieb neutral. Nordschleswig gehörte 1914 jedoch zum Deutschen Reich, sodass dänischsprachige Männer in der deutschen Armee dienten.

Rund 30.000 Nordschleswiger wurden zur deutschen Armee eingezogen. 1920 kam der Landesteil nach einer Volksabstimmung zu Dänemark.

  1. 1914–1918Einberufung nordschleswigscher Wehrpflichtiger in die deutsche Armee
  2. 1920Volksabstimmung in Schleswig

Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.

Verzeichnete Ausstellungen in Dänemark

Seekriegsmuseum Jütland

Der Erste Weltkrieg wurde nicht nur in den verschlammten Schützengräben Flanderns ausgetragen, sondern auch auf der Nordsee - im Seekriegsmuseum Jütland wird über die dramatische Geschichte berichtet. Das Museum befindet sich in Thyborøn, direkt an der Westküste von Jütland; der Ort wurde mit Bedacht gewählt. Die Nordsee ist der nächste Nachbar und von hier konnte man 1916 die Seeschlacht hören, die später als Jütlandsschlacht / Skagerrakschlacht bekannt wurde. - Dauerausstellung -

Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Laufzeiten und Öffnungszeiten sind vor einem Besuch beim jeweiligen Haus zu prüfen.

Häufige Fragen

Sind die Ausstellungen in Dänemark noch zu sehen?

Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Dänemark unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es Angebote für Schulklassen?

Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Dänemark lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

Wo finde ich weitere Ausstellungen?

Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.