1914–1918
Ausstellungen · Polen

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Polen: Häuser, Themen und Hintergrund

Welche Häuser in Polen den Ersten Weltkrieg zeigen – und warum der Krieg dort auf eine eigene Weise erinnert wird.

Flüchtlinge auf dem Marktplatz von Podhajce in Galizien, 1915
Flüchtlinge auf dem Marktplatz von Podhajce in Galizien, 1915Korps Hofmann, K.u.k. Kriegspressequartier, Lichtbildstelle - Wien - See more at: http://www.europea · Public domain · Wikimedia Commons

Ein polnischer Staat existierte 1914 nicht. Das Gebiet war seit den Teilungen des 18. Jahrhunderts zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Russland aufgeteilt, und in allen drei Armeen dienten Polen – oft an denselben Frontabschnitten, gegeneinander. Diese Erfahrung hat in der polnischen Erinnerung keinen Platz in einem nationalen Heldennarrativ, und genau darin liegt ihre Besonderheit.

Zugleich war das Land von Anfang an Kriegsschauplatz. Kongresspolen und Galizien wurden 1914 und 1915 mehrfach überrannt; Städte wechselten wiederholt den Besitzer, die Zivilbevölkerung erlebte Requisition, Zwangsarbeit und Vertreibung. Am Ende des Krieges stand am 11. November 1918 die Wiedererrichtung des polnischen Staates.

Ausstellungen in Polen verbinden den Krieg deshalb häufig mit der Staatsgründung und mit den Grenzkonflikten der Jahre 1918 bis 1921. Für deutsche Besucher ist das ein anderer Zuschnitt des Themas als der gewohnte – und ein lohnender, weil er zeigt, dass „Kriegsende" nicht überall dasselbe bedeutete.

Polen im Krieg 1914–1918

Geteilt: Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Russland – Mittelmächte, Kriegseintritt: ab August 1914 Kriegsgebiet.

Ein polnischer Staat existierte 1914 nicht. Das Gebiet war seit den Teilungen des 18. Jahrhunderts zwischen drei Kaiserreichen aufgeteilt und wurde von Anfang an Kriegsschauplatz.

Polen kämpften in allen drei Armeen, oft gegeneinander. Die Republik Polen entstand im November 1918.

  1. Aug. 1914Beginn der Kämpfe in Kongresspolen und Galizien
  2. 5. Nov. 1916Proklamation eines Königreichs Polen durch die Mittelmächte
  3. 11. Nov. 1918Wiedererrichtung des polnischen Staates

Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.

Verzeichnete Ausstellungen in Polen

    Und alles ist weg - Orte des Ersten Weltkrieges in Polen

    Miejsca, których nie ma - Miejsca w Polsce z I wojna swiatowa Der Fotograf Eric Pawlitzky hat unterstützt durch ein Stipendium der Gesellschaft für deutsch-polnische Zusammenarbeit im Jahr 2013 Orte des Ersten Weltkrieges in Polen bereist.Dem gingen umfangreiche Recherchen voraus, deren Ziel es war, nicht abstrakte Ortsnamen, sondern konkrete Landmarken zu recherchieren, an denen tatsächlich Kampfhandlungen stattgefunden haben. Pawlitzky hat diese Orte fotografiert und dabei zugleich versucht, die Vielfalt und Schönheit der polnischen Landschaften zu erfassen.Neben den Fotografien von Pawlitzky, wird auch die Replik eines historischen Fotoalbums präsentiert.Die Ausstellung wird ab Sommer 2014 in Polen und Deutschland zu sehen sein.Veranstaltungsort:Termin:Regionalmuseum Lyck/Ełk, Masuren 26.08. - 30.09.2014Regionalmuseum Brzeziny23.11.2014 - 06.01.2015 Miejsca, których nie ma. Miejsca w Polsce związane z I wojną światowąDzięki stypendium Fundacji Współpracy Polsko-Niemieckiej, fotograf Eric Pawlitzky odkrywał przez ostatnie 12 miesięcy miejsca, związane z I wojną światową w Polsce.Projekt był prezentowany na wystawie w KUENSTLERHAUS Dortmundzie od 2 do 25 maja, a Pawlitzky znalazł się wśród zwycięzców konkursu na fotografię eksperymentalną i czeka na liczne ekspozycje w Polsce i Niemczech wymienione poniżej.Wystawa pokazywana będzie w Polsce i w Niemczech w różnych miejscach, począwszy od lata 2014 r. Elementem wystawy, obok wydruków ze zdjęciami i tekstami, jest replika historycznego albumu fotograficznego. Zawiera on reprodukcje fotografii, sporządzonych za pomocą dawnego aparatu używającego techniki naświetlania obrazu na płytkach.Wystawa składa się z połączenia 30 wielkoformatowych zdjęć krajobrazu i tekstów źródłowych, związanych z danym miejscem. Są to cytaty ze współczesnych opisów wydarzeń.Na chwilę obecną planowane są wystawy w Ełku w Muzeum Regionalnym (wernisaż 26 sierpnia 2014 r.) i w Brzezinach k. Łodzi (wernisaż 23 listopada br.), a od 1 do 31 sierpnia w Instytucie Polskim w Monachium. Obecnie trwają rozmowy nt. dalszych ekspozycji w Polsce i w Niemczech.Projekt będzie również prezentowany od 8 maja 2014 przez dwa miesiące w Polsko – Niemieckim Muzeum w Dreźnie.

    Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Laufzeiten und Öffnungszeiten sind vor einem Besuch beim jeweiligen Haus zu prüfen.

    Häufige Fragen

    Sind die Ausstellungen in Polen noch zu sehen?

    Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Polen unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

    Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

    Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

    Gibt es Angebote für Schulklassen?

    Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

    Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

    Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Polen lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

    Wo finde ich weitere Ausstellungen?

    Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.