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Ausstellungen · Schleswig-Holstein

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Schleswig-Holstein: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund

Welche Häuser in Schleswig-Holstein den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Das Sacrario militare von Redipuglia am Isonzo
Das Sacrario militare von Redipuglia am IsonzoSnowdog · Public domain · Wikimedia Commons

Schleswig-Holstein war Marineland. Kiel und Wilhelmshaven waren die Heimathäfen der Hochseeflotte, die Werften arbeiteten am Schlachtschiff- und später am U-Boot-Bau. Die Skagerrakschlacht Ende Mai 1916 – die größte Seeschlacht des Krieges – wurde von hier aus gefahren.

Hier endete der Krieg auch: Der Befehl zum Auslaufen der Flotte Ende Oktober 1918 löste den Matrosenaufstand in Kiel aus, aus dem binnen weniger Tage die Novemberrevolution wurde. Der nördliche Landesteil war zudem gemischtsprachig; nach der Volksabstimmung von 1920 kam Nordschleswig zu Dänemark. Ausstellungen im Land behandeln beide Stränge – Marinegeschichte und Grenzgeschichte.

Verzeichnete Ausstellungen in Schleswig-Holstein

Lost Generation

Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?

14/18 Mitten in Europa

Wie durch den Untertitel „Die Urkatastrophe des Ersten Weltkrieges und ihre Folgen für das 21. Jahrhundert“ angedeutet, befasst sich die vom Volksbund und seinen Kooperationspartnern (DGB Niedersachsen, Europäisches Informationszentrum Niedersachsen und NiedersachsenMetall) realisierte Ausstellung nicht allein mit den vier Kriegsjahren, sondern versucht vielmehr, den Bogen in unsere heutige Zeit zu schlagen. Denn die Folgen dieses ersten großen Krieges sind bis heute spürbar: ohne den Einblick in die Zusammenhänge und die Ergebnisse des Ersten Weltkrieges sind aktuelle Konflikte, beispielsweise im Nahen Osten und in der Ukraine, nicht in ihrer ganzen Bandbreite zu verstehen. So werden in insgesamt sechs Themenkreisen neben dem politischen Weg in den Krieg sowie dessen wesentliche militärischen Ereignisse, dem Schicksal der Soldaten und die Situation der Deutschen in der Heimat, auch die politische Neuordnung der Zwischenkriegsjahre, die schließlich in den Zweiten Weltkrieg mündete sowie der Weg in eine neue europäische Einigung dargestellt. Zur Ausstellung gehören diverse Arbeitsblätter, mit denen sich Schüler_innen Inhalte erschließen sowie Einzelaspekte vertiefen können. Des Weiteren ist eine pädagogische Handreichung aus der Serie Beispiele Praxis erschienen, die ausstellungsbgleitend eingesetzt werden kann. Sie kann über den Volksbund für einen Kostenbeitrag von 5,00 Euro pro Exemplar bezogen werden. Flyer Fragebogen Antwortbogen päd. Handreichung Die Ausstellung wird durch den Landesverband Schleswig-Holstein auf kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.

Häufige Fragen

Sind die Ausstellungen in Schleswig-Holstein noch zu sehen?

Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Schleswig-Holstein unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es Angebote für Schulklassen?

Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Schleswig-Holstein lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

Wo finde ich weitere Ausstellungen?

Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.