Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Hessen: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund
Welche Häuser in Hessen den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Hessen war im Ersten Weltkrieg Etappenraum und Rüstungsstandort zugleich. Frankfurt, Kassel und Darmstadt beherbergten große Lazarette; die Industrie im Rhein-Main-Gebiet und in Nordhessen produzierte für den Krieg. Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeiter wurden in der Landwirtschaft und im Bergbau eingesetzt.
Das erklärt, warum in Hessen zahlreiche Kriegsgräberfelder auf kommunalen Friedhöfen liegen, oft mit Toten mehrerer Nationen. Die hessische Bildungsarbeit hat daraus ein eigenes Format entwickelt: die Untersuchung von Landgemeinden im Krieg, bei der Schulklassen und Vereine anhand lokaler Quellen den Alltag eines einzelnen Dorfes rekonstruieren.
Verzeichnete Ausstellungen in Hessen
Lost Generation
Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?
Struwwelpeter wird Soldat. Der Erste Weltkrieg in Karikaturen und Kinderbüchern
Wie kein anderes Kinderbuch wurde der "Struwwelpeter" (Erstausgabe 1845) im deutschen Kaiserreich zur militärischen und patriotischen Erziehung instrimentalisiert. Auch für Erwachsene wurde Heinrich Hoffmanns berühmtes Bilderbuch in Deutschland und sogar England propagandistisch benutzt. Die im Vereinigten Könogreich sehr erfolgreiche Satire "Swollen-headed William" 1914, die in Struwwelpeter-Manier Kaiser & Co. schmähte, traf auf ein deutsches Gegenstück im "Der Kriegs-Struwwelpeter" (1915). Mit den Struwwelpeter-Karikaturen aus dem Ersten Weltkrieg lässt sich eine Chronologie des Kriegsverlaufs aus deutscher und österreichischer Sicht darstellen. Das Panoptikum der Bilder verspottet die Protagonisten der Gegenseite, thematisiert die deutschen "Wunderwaffen", erzählt vom Hunger an der Heimatfront und führt selbst zu den entlegeneren Kriegsschauplätzen wie Rumänien. Vom ersten Kriegsjahr 1914 bis zum Versailler Vertrag im Juni 1919 begleiten verstruwwelte Karikaturen in humoristischen Blättern das Geschehen. Zur Ausstellung ist ein 86-seitiges, reich bebildertes Begleitheft (€ 12,00) erhältlich. Veranstaltungsort:Struwel Peter MuseumSchubertstr. 2060325 Frankfurt a.M. Termin:bis 31.10.2015
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Hessen noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Hessen unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Hessen lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.