19141918
Ausstellungen · Berlin

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Berlin: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund

Welche Häuser in Berlin den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Das Kriegerdenkmal in Löcknitz mit den Namen der Gefallenen
Das Kriegerdenkmal in Löcknitz mit den Namen der GefallenenBotaurus · Public domain · Wikimedia Commons

Berlin war Reichshauptstadt, Sitz der obersten Militär- und Zivilbehörden und zugleich die Stadt, in der die Versorgungskrise am sichtbarsten wurde. Die Warteschlangen vor den Lebensmittelgeschäften, die Kohlennot der Kriegswinter und die Streiks des Januar 1918 gehören ebenso zur Berliner Kriegsgeschichte wie die Augusttage 1914.

Hier endete der Krieg auch politisch: Am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen, zweimal an einem Tag und mit unterschiedlichen Vorzeichen. Berliner Ausstellungen behandeln den Ersten Weltkrieg deshalb selten isoliert, sondern fast immer im Zusammenhang mit dem, was 1918/19 folgte.

Verzeichnete Ausstellungen in Berlin

"Musikwissenschaft und der Erste Weltkrieg"

In einer besonderen Ausstellung, setzt das Staatliche Institut für Musikforschung die Musikwissenschaft in Bezug zum Ersten Weltkrieg. Hierzu sind alle Musik- und Geschichtsinteressierten herzlich eingeladen, die Austellung zu erkunden. Veranstaltungsort: Stiftung Preußischer Kulturbesitz Staatliches Institut für Musikforschung Berlin Termin:Bitte der verlinkten Homepage entnehmen.

Lost Generation

Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?

"Der gefühlte Krieg"

Krieg wird begleitet von einer Reihe emotionaler Grenzsituationen, die von der Kriegsbegeisterung und Kriegspropaganda bis zur Trauer um die Toten in nationaler und privater Dimension reichen.Dazwischen liegen vielschichtige emotionale Erfahrungen und Intentionen, wie Liebe zum Vaterland und zur zurückgelassenen Familie, Hass gegen den Feind, Stolz, Ehre und Ehrung, Angst und Schmerz, Verlust und Trauer sowie Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung. So war es im Ersten Weltkrieg und in anderen Kriegen.Die verschiedenen Gefühlsebenen bilden das strukturelle Gerüst, das den unterschiedlichen Objektgruppen der Sammlung des MEK eine entsprechende Verortung ermöglicht. Sie werden die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Krieg udnd ihren Wandel im Zuge der Kriegserfahrungen sichtbar machen.Der Zugang über die Emotionsebenen ermöglicht es, Krieg als Phänomen in der Vergangenheit Verständlich zu machen sowie Anknüpfungspunkte und Reflexionsebenen für die Gegenwart und zeitlich näher liegende Kriege zu eröffnen.Die Präsentation basiert auf den umfangreichen Objektbeständen des MEK zum Ersten Weltkrieg (Kriegsbilderbogen, Vivatbänder, Notenzettel, Fotos, Tagenücher, Korrespondenz, Gegenstände zum Kriegsalltag), welche punktuell durch Leihgaben ergänzt werden.Medial werden u.a. Filmprojektionen und PC-Games zum Einsatz kommen. Veranstaltungsort:Museum Europäischer KulturenLansstr. 8/Arnimallee 2514195 Berlin Termin:27.06.2014 - 28.06.2015

"Die Welt ist voller Morden"

Archivalien spiegeln eine Katastrophe Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz hat eine Ausstallung in Form einer Vitrinenpräsentation konzipiert, die während der gesamten Gedenkjahre 2014 bis 2018 zu besuchen und bestaunen ist. Veranstaltungsort:Geheimes Staatsarchiv Preußischer KulturbesitzArchivstr. 12-1414195 Berlin Termin:01.08.2014 - 2018

Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.

Häufige Fragen

Sind die Ausstellungen in Berlin noch zu sehen?

Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Berlin unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es Angebote für Schulklassen?

Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Berlin lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

Wo finde ich weitere Ausstellungen?

Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.