Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Rheinland-Pfalz: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund
Welche Häuser in Rheinland-Pfalz den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Die Pfalz und das Rheinland waren Grenz- und Aufmarschgebiet. Von hier aus liefen 1914 die Bahntransporte nach Westen; nach dem Waffenstillstand wurde die Region ab Dezember 1918 von alliierten Truppen besetzt, das linke Rheinufer für fünfzehn Jahre. Die Besatzungszeit prägte die Erinnerung der Region stärker als der Krieg selbst.
Hinzu kommt die Nähe zu den Schlachtfeldern in Lothringen und an der Maas. Kriegsgräberstätten in Rheinland-Pfalz und im angrenzenden Frankreich liegen wenige Fahrstunden auseinander, was die Region zu einem naheliegenden Ausgangspunkt für Exkursionen macht.
Verzeichnete Ausstellungen in Rheinland-Pfalz
Lost Generation
Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?
Ausstellungsreihe zum Ersten Weltkrieg
Mehr als 25 Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg werden 2014 von Museen und Einrichtungen am Oberrhein präsentiert:Der Große Krieg wird in der gemeinsamen Ausstellungsreihe des trinationalen Netzwerks Museen aus verschiedenen thematischen und regionalen Blickwinkeln beleuchtet. Besonders interessant: der Besucher kann Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg im Elsass, der Nordwestschweiz, Baden-Württemberg und der Pfalz und damit unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.Weitere Informationen erhalten Sie direkt auf der zweisprachigen Internetseite.
"1914 - 1918. Die Pfalz im Ersten Weltkrieg"
Das Historische Museum der Pfalz entwickelt bis 2014 ein spannendes Gesamtkonzept zu dem Thema „Die Pfalz im Ersten Weltkrieg“. Mit diesem Vorhaben beteiligt sich das Historische Museum der Pfalz an einem EU-geförderten, länderübergreifenden Ausstellungsprojekt zur Geschichte des Ersten Weltkriegs. Innerhalb seiner Sammlungsausstellung „Die Neuzeit“ widmet das Museum den Kriegsjahren von 1914 bis 1918 einen eigenen Ausstellungsbereich. Erstmals werden zeitgenössische Objekte, Fotografien und Dokumente, die bislang im Depot des Museums bewahrt wurden, wissenschaftlich bearbeitet und ausgestellt. Ergänzt wird die Präsentation im Museum durch ein Plakatprojekt mit originalen Abbildungen historischer Plakate und einer Online-Datenbank. Beide sollen die Sammlung historischer Fotografien und Dokumente des Historischen Museums der Pfalz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Veranstaltungsort:Historisches Museum der Pfalz SpeyerDomplatz 467346 Speyer Termin:29.05.2014 - November 2018
Der Erste Weltkrieg in der Grenzregion
Das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. präsentiert die Plakatausstellung „Der Erste Weltkrieg in der Grenzregion“ auf der Festung Ehrenbreitstein anlässlich einer Gedenkveranstaltung des Landes Rheinland-Pfalz mit Partnern aus der Großregion am 12. September 2014. Die Ausstellung setzt sich anhand lokaler Quellen aus dem heutigen Rheinland-Pfalz mit Themen wie Kriegspropaganda und -begeisterung, Kriegstechnik, militärische und zivile Kriegsfolgen sowie Kriegsende und Besatzungszeit auseinander. Mithilfe von QR-Codes auf den Plakaten lassen sich vertiefende Informationen von der Website www.erster-weltkrieg-rlp.de abrufen. Ab Ende des Sommers stehen die Plakate dort kostenfrei zum Download bereit. Veranstaltungsort:Festung EhrenbreitensteinKoblenz - ab dem 12.09.2014
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Rheinland-Pfalz noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Rheinland-Pfalz unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Rheinland-Pfalz lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.