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Ausstellungen · Niedersachsen

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Niedersachsen: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund

Welche Häuser in Niedersachsen den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Ein deutsches Plakat aus der Zeit des Ersten Weltkriegs
Ein deutsches Plakat aus der Zeit des Ersten WeltkriegsHans Rudi Erdt · Public domain · Wikimedia Commons

Niedersachsen lag weit hinter der Front und war dennoch stark betroffen. Die Region beherbergte große Kriegsgefangenenlager, darunter Anlagen für mehrere zehntausend Gefangene, deren Tote auf eigenen Gräberfeldern bestattet wurden. Der Hafen in Emden und die Werften an der Küste arbeiteten für die Marine.

Charakteristisch für die niedersächsische Erinnerungslandschaft ist deshalb die Verbindung von Kriegsgräberarbeit und Lagergeschichte. Mehrere Anlagen im Land gehen unmittelbar auf Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkriegs zurück; ihre Namenslisten sind teils erst in den vergangenen Jahrzehnten erschlossen worden.

Verzeichnete Ausstellungen in Niedersachsen

Ausstellung "Blutmühlen"

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dies ist eine vom Bezirksverband Lüneburg/Stade konzipierte Ausstellung, die in einfach gestalteten Tafeln die Hauptaspekte des Ersten Weltkrieges darstellt. Kriegsausbruch, Stellungskrieg, das Schicksal der Soldaten, die Verarbeitung in Kunst und Literatur - mit eindringlichen Texten und Illustrationen verdeutlicht "Blutmühlen" den mörderischen Wahnsinn dieses Krieges.

Lost Generation

Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?

1914 - 1918: Emotionen - Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg

Neue Waffentechnik“, „Stellungs- und Gaskrieg“ oder „Verdun“ sind die charakteristischen Schlagworte zum Ersten Weltkrieg. Weniger ins Auge fallen die politischen Veränderungen während des Krieges, die revolutionären Umbrüche oder das Ende des imperialistischen Machtgefüges. Deshalb hat das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück zusammen mit Studierenden der Universität Osnabrück eine Ausstellung konzipiert, die das Thema „Erster Weltkrieg“ aus einer anderen Perspektive beleuchten will. Fünf Kontinente werden mit jeweils „ihren“ historischen Ereignisse exemplarisch visualisiert. Denn für jeden Kontinent hatte der Erste Weltkrieg eine andere Bedeutung. Die Sicht auf die Welt berücksichtigt individuelle Schicksale und Emotionen, die über private Objekte vermittelt werden. Veranstaltungsort:Kulturgeschichtliches MuseumLotter Str. 249078 Osnabrück Termin:bis 29.11.2015

Zeit zum Erinnern

Die Alte Predigthalle des berühmten Architekten Edwin Oppler auf dem Jüdischen Friedhof An der Strangriede ist der erste und einzige Sakralbau, der die Pogromnacht und den Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört überstanden hat. Mit der dort errichteten Ehrentafel für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs wird das Gebäude für „Zeit zum Erinnern“ zu einem besonderen Ausstellungsort. Eröffnungstag 11.10.2015 12:00 Uhr Eröffnungsveranstaltung (Einlass nur mit persönlicher Einladung) Begrüßung und Eröffnung durch Michael Fürst, 1. Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt von Laura Pohl (Sopran) und Mateja Zenzerovic (Bajan). Ab 14:00 Uhr ist die Ausstellung für das Publikum geöffnet. Veranstaltungsort:Alte PredigthalleAn der Strangriede 5530167 Hannover Termin11.10. – 31.12.2015

Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.

Häufige Fragen

Sind die Ausstellungen in Niedersachsen noch zu sehen?

Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Niedersachsen unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es Angebote für Schulklassen?

Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Niedersachsen lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

Wo finde ich weitere Ausstellungen?

Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.