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Ausstellungen · Baden-Württemberg

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Baden-Württemberg: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund

Welche Häuser in Baden-Württemberg den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Das Trauernde Elternpaar von Käthe Kollwitz auf dem Friedhof von Vladslo
Das Trauernde Elternpaar von Käthe Kollwitz auf dem Friedhof von VladsloHugo Maertens · Public domain · Wikimedia Commons

Baden und Württemberg waren 1914 eigenständige Bundesstaaten mit eigenen Armeekorps. Das württembergische XIII. Armeekorps und die badischen Verbände traten geschlossen an, und ihre Verluste trafen die Heimatregionen entsprechend konzentriert – ein Muster, das sich auf den Denkmälern der Dörfer ablesen lässt.

Der Südwesten lag zugleich unmittelbar an der Grenze zum Kriegsgegner. Die Oberrheinebene war Frontnähe, Freiburg und Karlsruhe wurden aus der Luft angegriffen, und die Bevölkerung erlebte den Krieg früher unmittelbar als etwa in Norddeutschland. Die Industrie der Region – Maschinenbau, Feinmechanik, Uhrenindustrie – wurde auf Rüstung umgestellt.

Verzeichnete Ausstellungen in Baden-Württemberg

Lost Generation

Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?

"Wie der Krieg das Leben in Emmendingen beeinflusst"

Im schönen Markgrafenschloss in Emmendingen befindet sich das stadtgeschichtliche Museum, das im Sonderausstellungsbereich anlässlich des 100 jährigen Jubiläums Artefakte und Zeitgenössisches präsentiert. Damit soll dem Besucher der Einfluss des Krieges auf das Leben in Emmendingen wiedergespiegelt werden.Den Ausstellungszeitraum entnehmen Sie bitte der oben verlinkten Seite. Veranstaltungsort:Museum im MarkgrafenschlossMarktplatz 1Emmendingen

Ausstellungsreihe zum Ersten Weltkrieg

Mehr als 25 Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg werden 2014 von Museen und Einrichtungen am Oberrhein präsentiert:Der Große Krieg wird in der gemeinsamen Ausstellungsreihe des trinationalen Netzwerks Museen aus verschiedenen thematischen und regionalen Blickwinkeln beleuchtet. Besonders interessant: der Besucher kann Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg im Elsass, der Nordwestschweiz, Baden-Württemberg und der Pfalz und damit unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.Weitere Informationen erhalten Sie direkt auf der zweisprachigen Internetseite. Veranstaltungsprogramm

"Malerische" Kriegsbilder vom Hartmannsweilerkopf. Krieg im Elsass 1914/15

Neben der Dauerausstellung "Erster Weltkrieg" präsentiert das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt, Kriegsbilder in Form einer Sonderausstellung.Mit diesem Ausstellungsvorhaben beteiligt sich das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt im Jahr 2014 an einem EU-geförderten, länderübergreifenden Projekt zur Geschichte des Ersten Weltkriegs. Erstmals werden zeitgenössische Objekte, Fotografien und Dokumente, die bislang im Depot des Museums bewahrt wurden, wissenschaftlich bearbeitet und ausgestellt. Ergänzt wird das Projekt durch eine Teildigitalisierung des Fotobestandes zum Ersten Weltkrieges. Auf diese Weise soll die Sammlung historischer Fotografien und Dokumente des Museums dauerhaft konserviert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Veranstaltungsort:Wehrgeschichtliches Museum Rastatt im Schloss RastattHerrenstr. 1876437 Rastatt Termin:November 2014 - April 2015

Offenburg im Ersten Weltkrieg

Auch das bürgerliche Offenburg überrollte im August 1914 eine unbeschreibliche Begeisterungswelle, als der Kriegsausbruch am 1. August 1914 bekannt wurde. Wie es der Stadt während des Ersten Weltkriegs erging wird in der Abteilung „Neue Stadtgeschichte“ deutlich: Offenburg gehörte zu den wenigenStädten, die Ziel von Bombenangriffen wurden. Die Bomben trafen den Bahnhof und zentrale Bereiche der Innenstadt, was zu einer deutlichen Eindämmung der anfänglichen Kriegsbegeisterung führte. Für Schulklassen kann über die Regionalgeschichte anschaulich der Bezug zu den großen Themen des Ersten Weltkriegs hergestellt werden. Pädagogische Materialien aus dem Stadtarchiv ergänzen die Führung. Veranstaltungsort:Museum im RitterhausRitterstr. 10Offenburg Termin:Dauerausstellung

Menschen im Krieg1914 - 1918 am Oberrheindeutsch-französischeWanderausstellung

Mit der Ausstellung soll der 100-jährigen Wiederkehr des Beginns des Ersten Weltkrieges gedacht werden. Die Präsentation will nicht traditionelle national- oder militärgeschichtliche Fragestellungen aufgreifen, sondern sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt, der als Einzelner dem modernen Krieg als Täter und /oder Opfer ausgeliefert ist. Die Ausstellung wagt den Sprung über alte Grenzlinien hinweg. Deutsche und französische Historiker rekonstruieren gemeinsam das Oberrheingebiet als einen historischen Erfahrungsraum von Krieg, aber auch von Frieden. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Landesarchivs Baden-Württemberg und des Archives Départementales Du Haut-Rhin. Veranstaltungsorte: Stadtmuseum Baden-BadenLichtentaler Allee 1076530 Baden-Baden19.01. - 12.04.2015Kreisarchiv Enzkreis in PforzheimZähringerallee 375177 Pforzheim 13.04. - 07.06.2015Kreisarchiv KonstanzBenediktinerplatz 1D-78467 Konstanz08.06. - 30.08.2015Handwerksmuseum Kehl-Kork77694 Kehl-Kork31.08. - 31.10.2015Friedrich-Ebert-Gedenkstätte HeidelbergPfaffengasse 1869117 Heidelberg01.11.2015 - 24.01.2016Stadtmuseum WeinheimAmtsgasse 269469 Weinheim/Bergstr.25.01. - 10.04.2016Wehrgeschichtliches Museum RastattMuseum im Schloss RastattHerrenstr. 1876437 Rastatt11.04. - 03.07.2016Stadtarchiv BuchenWimpinaplatz 3/Rathaus74722 Buchen (Odenwald)04.07. - 28.08.2016Stadtarchiv EttlingenSchloßplatz 2-476275 Ettlingen29.08. - 30.10.2016Stadtarchiv BruchsalKaiserstr. 6676646 Bruchsal31.10.2016 - 15.01.2017Stadt Waldkirch20.02. - 07.05.2018Staatsarchiv WertheimBronnbach 1997877 Wertheim08.05. - 30.07.2018

Verdun – Abbild und Reflexion

Kohlezeichnungen von Robert Schneider Der Erste Weltkrieg: die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Eine "Spurensuche zurück zum Beginn des Jahrhunderts". Der Verdun-Zyklus von Robert Schneider: 40 großformatige Kohlezeichnungen. Der Zyklus entstand in den Jahren 2001 und 2002. Er zeigt einen Ort der Zerstörung, an dem der Mensch keinen Platz mehr hat. Bis heute ist er ein Leidensort, der sich tief eingebrannt hat in die Erinnerung. Im Werk Robert Schneiders wird er auf äußerst hohem ästhetischem Niveau zu einem Mahnmal. Erst mit dem Ende des Kalten Krieges, mit dem Wendejahr 1989, begann die Welt, die Folgen des Ersten Weltkriegs zu überwinden. In verschiedenen Werkgruppen hat der Künstler Robert Schneider nach 1989 die Katastrophen und Umwälzungen des 20. Jahrhunderts reflektiert. Dieser gewaltigen Herausforderung hat sich Robert Schneider in langjähriger Mal- und Zeichenarbeit hingegeben. Veranstaltungsort: Museum des Landkreises Waldshut - Schloss Bonndorf Schlossstr. 9 79848 Bonndorf Termin: Frühjahr 2016

Walter KleinfeldtFotos von der Front 1915 - 1918

Walter Kleinfeldt (1899-1945) zog als jüngster Reutlinger Freiwilliger 1915 in den Ersten Weltkrieg. Der 16-jährige Hobbyfotograf erlebte den Stellungskrieg an der Somme in Nordfrankreich, in Lothringen und Flandern. Er war ein fotografisches Naturtalent in Bezug auf Themenfindung, Bildkomposition und technische Umsetzung. Walter Kleinfeldt wollte mit seinen Fotos vor allem seiner Familie zu Hause den Krieg in allen Facetten zeigen und alles Berichtenswerte im Bild festhalten. Bis zum Kriegsende sind knapp 150 Fotografien entstanden, etwa 130 haben die Zeit überdauert. Zusammen mit seinen Feldpostbriefen und seinem minutiös geführten Feldtagebuch bilden die Fotografien einen Bestand sich ergänzender Quellen zur Deutung des Krieges, der von unschätzbarem Wert ist. Die Ausstellung präsentiert die Fotografien und eine Anzahl Objekte aus dem Nachlass von Walter Kleinfeldt und damit Zeitdokumente, die ebenso erschüttern wie faszinieren. Ergänzt wird die Ausstellung durch Hör- und Filmstationen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit allen überlieferten Bildern sowie biographischen Quellen (herausgegeben von Irene Ziehe und Ulrich Hägele). Literaturtipp Veranstaltungsorte & Termine:Stadtmuseum Tübingen: 15.10.2014 - 01.03.2015 Schönbuch-Museum Dettenhausen: 27.09 - 13.12.2015

Heimatfront - der Erste Weltkrieg und seine Folgen im Rhein-Neckar-Raum

In zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen wird an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert. Mit gutem Grund rückt damit der „Große Krieg", wie er bis heute in Großbritannien und Frankreich genannt wird, auch in Deutschland in den Vordergrund des Bewusstseins, nachdem hier bislang die NS-Zeit und der Zweite Weltkrieg mit seinen Folgen die öffentliche Erinnerungskultur bestimmten. Dies ist verständlich, blendet aber aus, dass der Erste Weltkrieg und sein unmittelbares Nachwirken in Deutschland die entscheidende Voraussetzung dafür waren, dass Hitler und die NSDAP von Anfang an eine kriegerische Revision des Versailler Vertrages anstrebten. Der Erste Weltkrieg ist aber noch in weiterer Hinsicht die „Urkatastrophe" Europas im 20. Jahrhundert: er beendete das bürgerliche 19. Jahrhundert und er leitete eine völlig neue Ära der Kriegführung ein – den Krieg mit Massenvernichtungswaffen. Veranstaltungsort:Rathaus BuchenWimpinaplatz 374722 Buchen Termin:18.03. - 17.04.2015

Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.

Häufige Fragen

Sind die Ausstellungen in Baden-Württemberg noch zu sehen?

Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Baden-Württemberg unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es Angebote für Schulklassen?

Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Baden-Württemberg lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

Wo finde ich weitere Ausstellungen?

Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.