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Ausstellungen · Sachsen

Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Sachsen: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund

Welche Häuser in Sachsen den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Der deutsche Soldatenfriedhof Langemark in Flandern mit flachen Namensplatten im Rasen
Der deutsche Soldatenfriedhof Langemark in Flandern mit flachen Namensplatten im RasenBigBlobfish · CC0 · Wikimedia Commons

Sachsen stellte wie Bayern und Württemberg eigene Armeekorps und führte eine eigene Militärverwaltung. Die sächsische Industrie – Textil, Maschinenbau, Feinmechanik – wurde früh auf Rüstung umgestellt, was die Versorgungslage der städtischen Bevölkerung zusätzlich verschärfte.

Für die Recherche ist die sächsische Überlieferung günstig: Die Militärbestände im Hauptstaatsarchiv Dresden sind weitgehend erhalten und erschlossen. Kriegsstammrollen, Verlustmeldungen und Personalunterlagen erlauben es, einzelne Soldatenbiografien zu belegen – anders als bei preußischen Einheiten, deren Heeresarchiv 1945 verbrannte.

Verzeichnete Ausstellungen in Sachsen

Lost Generation

Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?

Kunst zur Kriegszeit 1914 - 1918

Künstler aus Schlesien zwischen Hurrapatriotismus und Friedenssehnsucht Zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg stellt das Schlesische Museum zu Görlitz in seiner neuen Sonderausstellung Kunst zum Kriegsgeschehen vor. Die Kunstwerke berichten anschaulich von der anfänglichen Kriegsbegeisterung der Menschen, aber auch von ihren Ängsten und schrecklichen Erfahrungen, die ab 1916 zum Ruf nach Frieden führten. Mit einem Überblick über die Vielfalt der Kunstproduktion will die Ausstellung Denkanstöße zu einem damals wie heute aktuellen Thema vermitteln. Gezeigt werden rund 200 Exponate von 23 Künstlern, die in Schlesien tätig waren oder auf andere Weise mit Schlesien in Verbindung standen. Wie Künstler anderer Regionen teilte diese Künstlerschaft bei Kriegsbeginn fast ausnahmslos die allgemeine Kriegsbegeisterung. Nur wenige äußerten sich bereits zu Beginn des Krieges skeptisch oder artikulierten ihre Ängste vor den Kriegsereignissen. Die meisten sahen es aber als ihre patriotische Pflicht an, ihren Militärdienst zu leisten oder zumindest daheim die deutsche Kriegspropaganda zu unterstützen. Das Museum verdankt das Zustandekommen dieser besonderen Schau vor allem der Großzügigkeit privater Leihgeber sowie dem Engagement seines Fördervereins. Viele Kunstwerke werden erstmalig in der Öffentlichkeit gezeigt. Dazu zählen zahlreiche Bilder des Breslauer Akademieprofessors Max Wislicenus (1861–1957) vom östlichen Kriegsschauplatz, drei Mappenwerke des jüdischen Künstlers Heinrich Tischler (1892–1938) sowie zahlreiche Kriegszeichnungen von Ivo Hauptmann (1886–1973), der mit seinem berühmten Dichtervater Gerhart Hauptmann in Agnetendorf während des Krieges in enger Verbindung stand. Begleitet wird die Ausstellung von einem aufwändig bebilderten Katalog (ca. 300 Seiten), Preis: 39,- € (Subskriptionspreis: 35,- € bis einschließlich 8.5.2015). Veranstaltungsort:Schlesisches Museum zu GörlitzBrüderstr. 802826 Görlitz Termin:11.05. - 31.10.2015

Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.

Häufige Fragen

Sind die Ausstellungen in Sachsen noch zu sehen?

Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Sachsen unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.

Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?

Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.

Gibt es Angebote für Schulklassen?

Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.

Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?

Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Sachsen lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.

Wo finde ich weitere Ausstellungen?

Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.