Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Bayern: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund
Welche Häuser in Bayern den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Bayern unterhielt bis 1918 eine eigene Armee mit eigenem Kriegsministerium, eigenem Generalstab und eigener Verwaltung. Die bayerischen Verbände kämpften im Verband des deutschen Heeres, blieben aber institutionell getrennt – ein Umstand, der bis heute erhebliche Folgen für die Quellenlage hat: Die bayerischen Militärakten sind im Gegensatz zu den preußischen weitgehend erhalten.
Für die Familienforschung ist das ein Glücksfall. Wo für preußische Soldaten oft nur die Verlustlisten bleiben, existieren für bayerische Kriegsstammrollen, Personalunterlagen und Verlustmeldungen. Ausstellungen und Archive in Bayern arbeiten deshalb häufig personenbezogen und können einzelne Lebenswege dicht belegen.
Verzeichnete Ausstellungen in Bayern
Lost Generation
Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?
"100 Jahre Erster Weltkrieg" Dauerausstellung
100 Jahre Erster Weltkrieg, das ist für Ingolstadt ein besonderes Thema. Die ehemalige Landesfestung des Königreichs Bayern musste sich zwar nicht unmittelbar verteidigen, aber sie war ein wichtiges Zentrum zur Versorgung der Armee an der Front. Menschen und Güter in zuvor undenkbarer Masse wurden dorthin geschickt. Zurück kamen Verwundete und Gefangene, der Hunger machte sich breit, und die Nachricht vom Tod geliebter Menschen war allgegenwärtig. In einem vielstimmigen Programm gedenken die Stadt Ingolstadt und das Bayerische Armeemuseum dieser großen Tragödie Europas. Das Bayerische Armeemuseum bietet dazu zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen rund um das Themengebiet Erster Weltkrieg.Die einzelnen Veranstaltungen sowie deren genaue Veranstaltungsorte und Termine entnehmen Sie dem Veranstaltungs-Flyer. Veranstaltungsort:Bayerisches ArmeemuseumReduit TillyIngolstadt
"Die Alpen im Krieg – Krieg in den Alpen"
Die Anfänge der deutschen Gebirgstruppen
"Feldpostbriefe eines Infanteristen"
"Ihr könnt Euch keine Vorstellung von diesem Schrecken machen und niemand, der´s nicht mitgemacht." Im Jahr 2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Dies ist der Anlass für ein schulartübergreifendes Projekt zwischen der Fronhofer-Realschule und dem Katharinen-Gymnasium aus Ingolstadt. Gemeinsam werden sich Schülerinnen und Schüler über verschiedene thematische Zugänge mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen, wobei, sofern möglich, der lokale Bezug zur Region Ingolstadt im Vordergrund stehen soll. Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse präsentieren die Schülerinnen und Schüler ab Juli 2014 in einer Ausstellung im Neuen Schloss. Veranstaltungsort:Bayerisches ArmeemuseumNeues SchlossParadeplatz 485049 Ingolstadt Termin:ab Juli 2014
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Bayern noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Bayern unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Bayern lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.