Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Nordrhein-Westfalen: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund
Welche Häuser in Nordrhein-Westfalen den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Das Ruhrgebiet war die wichtigste Rüstungsschmiede des Deutschen Reiches. Kohle und Stahl entschieden über die Fähigkeit, den Krieg materiell zu führen, und die Region wurde entsprechend beansprucht: Arbeitszeiten wurden verlängert, Frauen rückten in die Werke, Kriegsgefangene und angeworbene Arbeiter aus den besetzten Gebieten wurden zwangsweise eingesetzt.
Das Rheinland lag zudem im Aufmarschraum: Über die Rheinbrücken und die westlichen Bahnlinien lief 1914 der Vormarsch nach Belgien, und ab Dezember 1918 rückten alliierte Truppen in dieselbe Region ein. Ausstellungen in Nordrhein-Westfalen verbinden den Krieg deshalb häufig mit Industrie-, Arbeits- und Migrationsgeschichte.
Verzeichnete Ausstellungen in Nordrhein-Westfalen
"An der Heimatfront- Westfalen und Lippe im Ersten Weltkrieg"
Das ist der Titel der Wanderausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, die von 2014 bis 2015 in acht Museen in Westfalen-Lippe zu sehen seien wird. Die Ausstellung, konzipiert von Dr. Silke Eilers, soll Einblicke in die unterschiedlichsten Lebensbereiche während dieser bedrohlichen Zeit geben: Familien- und Arbeitsleben, die Versorgungslage, Heimkehr, Kriegsbeginn und -ende sowie die Erinnerung an das Geschehene. Auch die Auswirkungen auf das Leben bis in die 20er Jahre hinein sowie auf die regionale Kunstwelt soll Beachtung finden. Veranstaltungsort: verschiedene Museen in Westfalen-Lippe - zum Zeitplan Termin: 2014 - 2015
Lost Generation
Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?
"Denkmalausstellung"
Zum 100. Jahrestag des Weltkriegsbeginns 1914 dokumentiert der Heimatverein Hattingen/Ruhr e.V. in einer Sonderausstellung die Kriegerdenkmäler der Stadt Hattingen und deren Geschichte.Veranstalter: Heimatverein Hattingen/Ruhr e.V.http://www.heimatverein-hattingen.de Veranstaltungsort: Museum im Bügeleisenhaus Haldenplatz 1/Altstadt 45525 Hattingen/Ruhr Öffnungszeiten des Museums: (10. Mai bis 7. Dezember 2014) Samstag 15-18 Uhr Sonntag 15-18 Uhr sowie nach Vereinbarung (Kontakt: +49.1522.9717197) Eintrittspreise: Erwachsene 2,00 Euro Ermäßigt 1,50 Euro Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren Eintritt frei
"Kriegs(er)leben im Rheinland - Zwischen Begeisterung und Verzweifelung"
Die Ausstellung zeichnet schlaglichtartig die Lebenssituationen zwischen "Hurrapatriotismus" und Verzweiflung zu Beginn und während des Ersten Weltkrieges.Neben zahlreichen Objekten werden die Lebensverhältnisse auf dem Land vor allen anhand der Tagebüücher und Zeichnungen des Eifelmalers Anton Keldenich thematisiert, eines einfachen Mannes aus einem rheinischen Dorf bei Euskirchen. Die Schilderungen über die Geschehnisse in einem Dorf und die eigenen Erlebnisse während des Ersten Weltkrieges lenken den Blick von der weltpolitischen Ebene auf das Alltagsleben. Mit den persönlichen Berichten von Hoffnungen, Ängsten und Alltagsproblemen lässt sich das Leben im Krieg und die Bedeutung für uns heute unmittelbar nachvollziehen. Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier herunterladen. Veranstaltungsort:LVR-Freilichtmuseum KommernEickser Straße53894 Mechernich-Kommern Termin:28.06.2014 - 18.10.2015
Köln 1914 Metropole im Westen
Seit den 1880er Jahren hatte sich Köln zu einer modernen, kulturell vibrierenden Großstadt entwickelt. Der Erste Weltkrieg veränderte jedoch in kürzester Zeit den Alltag. Wie in kaum einer anderen Stadt stießen in Köln die Grundwidersprüche der Epoche - "Aggression" und "Avantgarde" - aufeinander. Die Werkbundausstellung, eine international beachtete Schau moderner Architektur und Kunstgewerbeströmungen, wurde mit Kriegsbeginn geschlossen.Das MAKK konzentriert sich auf die künstlerischen und kulturellen Strömungen der Zeit und der Kölner Gesellschaft. Das Kölnische Stadtmuseum legt den Fokus auf die Wirtschaft und Infrastruktur der Stadt sowie auf das Alltagsleben der Kölner im Jahr des Kriegsbeginns Veranstaltungsort:Kölnisches StadtmuseumZeughausstr. 1 -350667 Köln Termin:22.11.2014 - 19.04.2015
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Nordrhein-Westfalen noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Nordrhein-Westfalen unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Nordrhein-Westfalen lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.