Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg in Sachsen-Anhalt: Häuser, Themen und regionaler Hintergrund
Welche Häuser in Sachsen-Anhalt den Ersten Weltkrieg zeigen – und was die Region im Krieg 1914 bis 1918 kennzeichnete.

Sachsen-Anhalt in seinen heutigen Grenzen war 1914 preußische Provinz Sachsen und Herzogtum Anhalt. Die Region war Standort der chemischen Industrie, die im Krieg strategische Bedeutung gewann: In Leuna entstand ab 1916 eines der größten Ammoniakwerke der Welt, dessen Produktion sowohl für Sprengstoff als auch für Düngemittel gebraucht wurde.
Damit steht die Region für einen zentralen Zug dieses Krieges – die Verschmelzung von Wissenschaft, Industrie und Kriegführung. Regionale Ausstellungen und Jugendwettbewerbe im Land greifen das auf und verbinden es mit der Frage, wie sich der Krieg im Alltag einer Landgemeinde niederschlug.
Verzeichnete Ausstellungen in Sachsen-Anhalt
Lost Generation
Lost Generation – das ist die junge Generation, die 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Sie ahnt nicht, dass sie sich schon bald in einer weltweiten Katastrophe ungeahnten Ausmaßes befinden wird, gezeichnet von furchtbaren Verlusten. Diese Generation steht im Mittelpunkt der App. Die Avatare sind die Hauptdarsteller. Sie haben zur Zeit des Ersten Weltkriegs tatsächlich gelebt. Sie erzählen ihre Lebensgeschichte anhand von Bildern und Originaldokumenten, professionelle Sprecher leihen ihnen ihre Stimme. Die dahinter stehenden historischen Figuren sind zur Zeit des Ersten Weltkrieges selbst noch Jugendliche oder junge Erwachsene. Wie sieht ihre Lebenswelt aus, was erleben sie in dieser Zeit und was bedeutet der Krieg für ihr Leben?
Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg in Annaburg
Zu sehen ist sie im Amtshaus. Unter dem Titel „Erster Weltkrieg - Not und Tod in unserer Heimat“ wird an das Geschehen vor über 100 Jahren erinnert und der Besucher erfährt, trotz der langen Zeitspanne zwischen dem Damals und dem Heute, auf kleinem Raum relativ viel über die Auswirkungen auf die Region und ihre Menschen, ihr Leid, ihre Entbehrungen, ihren Schmerz. Veranstaltungsort:Amtshaus Annaburg Termin:bis 2018
Die Angaben stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals; Laufzeiten und Öffnungszeiten sind beim jeweiligen Haus zu prüfen. Welche Kriegsgräberstätten in der Region liegen, zeigt die Länderseite Deutschland.
Häufige Fragen
Sind die Ausstellungen in Sachsen-Anhalt noch zu sehen?
Ein Teil der hier verzeichneten Ausstellungen war auf das Zentenarium 2014 bis 2018 befristet und ist inzwischen abgebaut. Die Einträge geben den Stand des übernommenen Bestands wieder und sind kein Veranstaltungskalender. Dauerausstellungen zum Ersten Weltkrieg bestehen in Sachsen-Anhalt unabhängig davon weiter; sie werden in der Regel alle zehn bis fünfzehn Jahre überarbeitet, weil sich sowohl der Forschungsstand als auch die Vermittlungsformen ändern. Vor einer Anreise lohnt deshalb immer ein Blick auf die Seite des Hauses – gerade kleinere Museen haben eingeschränkte Öffnungszeiten und schließen im Winter teilweise ganz.
Was kostet der Eintritt und wie bucht man eine Führung?
Eintrittspreise unterscheiden sich stark und ändern sich regelmäßig; verbindlich ist immer die Auskunft des Hauses. Verbreitet sind ermäßigte Tarife für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gruppen, und mehrere kommunale Häuser erheben gar keinen Eintritt. Führungen sollten möglichst früh angefragt werden – bei größeren Museen mit mehreren Wochen Vorlauf, weil die Vermittlungskapazitäten begrenzt sind. Wer mit einer Schulklasse kommt, sollte im selben Zug nach Material für die Vorbereitung fragen; die meisten Häuser stellen es kostenfrei zur Verfügung.
Gibt es Angebote für Schulklassen?
Die größeren Häuser halten Führungen, Workshops und Materialien für Lehrkräfte bereit, teils mit Originalen, häufiger mit Repliken zum Anfassen. Erfahrungsgemäß trägt ein Besuch am meisten, wenn er eine Frage beantwortet, die im Unterricht vorher gestellt wurde, und wenn der Arbeitsauftrag eine Beobachtung verlangt statt eines Ankreuzens. Ein Vorbereitungstermin für die Lehrkraft ist bei fast allen Häusern möglich und lohnt sich. Weitere Hinweise und Projektformate stehen unter Projekte und Bildung.
Wie verbindet man einen Ausstellungsbesuch mit einem Ort?
Indem man beides an einem Tag plant. Eine Ausstellung erklärt Zusammenhänge, ein Ort erzeugt Nähe; erst zusammen ergeben sie ein Bild. In Sachsen-Anhalt lassen sich Museumsbesuche häufig mit einer Kriegsgräberstätte, einem Denkmal oder einem erhaltenen Stellungsrest verbinden, die wenige Kilometer entfernt liegen. Welche Anlagen in Frage kommen, zeigt die Kriegsgräberliste. Für Gruppen gilt der übliche Hinweis: Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe, und die dortige Ordnung gilt uneingeschränkt.
Wo finde ich weitere Ausstellungen?
Über die Länderübersicht dieses Portals, über die Museumsverbände sowie über die Landeszentralen für politische Bildung, die auch Wanderausstellungen zum Ausleihen vorhalten. Digitale Ausstellungen und Online-Sammlungen, die ortsunabhängig zugänglich sind, führt der Bereich Internetangebote.