National World War I Museum at Liberty Memorial (englischsprachig)
Onlinepräsenz des Museums mit einer Fülle von über das Internet verfügbaren Materialien. Diese sind über eine Datenbank gut zugänglich.
Welche Portale, Archive und Datenbanken aus USA zum Ersten Weltkrieg online zugänglich sind – und wofür sie sich eignen.

Die Vereinigten Staaten traten am 6. April 1917 in den Krieg ein. Ihre Truppen wurden ab 1918 zum entscheidenden Gewicht an der Westfront; die Maas-Argonnen-Offensive im Herbst 1918 war die größte Operation der amerikanischen Militärgeschichte bis dahin.
Amerikanische Angebote betonen deshalb das Jahr 1918 und die Rückwirkungen auf die eigene Gesellschaft – Mobilisierung, Propaganda, die Lage deutschstämmiger Amerikaner und die Grippepandemie. Die American Battle Monuments Commission dokumentiert die amerikanischen Kriegsfriedhöfe in Europa.
Für die Recherche gilt eine Besonderheit: Ein großer Teil der amerikanischen Militärpersonalakten des Ersten Weltkriegs verbrannte 1973 bei einem Brand im National Personnel Records Center in St. Louis. Ersatzweise werden Draft Registration Cards ausgewertet – die Musterungskarten, die praktisch alle Männer der betreffenden Jahrgänge erfassen und die vollständig digitalisiert vorliegen. Sie enthalten Name, Geburtsdatum, Wohnort, Beruf und Arbeitgeber und sind damit auch für die Sozialgeschichte eine ergiebige Quelle.
Zum Umfang des amerikanischen Beitrags: Rund vier Millionen Menschen wurden mobilisiert, etwa zwei Millionen erreichten Frankreich. Etwa 116.000 kamen ums Leben, wobei annähernd die Hälfte davon nicht durch Kampfhandlungen starb, sondern an Krankheiten – vor allem an der Grippepandemie von 1918, die in den Ausbildungslagern und auf den Truppentransportern besonders verheerend wirkte. Diese Relation ist für das Verständnis des Kriegsendes wichtig: Die Pandemie traf die kämpfenden Armeen ebenso wie die Zivilbevölkerung.
Amerikanische Angebote setzen erst 1917 ein und sind entsprechend anders geschnitten als die europäischen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Mobilisierung, der Kriegspropaganda und der Rolle der Vereinigten Staaten bei den Friedensverhandlungen; die Kampfhandlungen nehmen weniger Raum ein als in britischen oder französischen Portalen.
Für Recherchen zu Personen ist die Überlieferung der Musterungsunterlagen von 1917 und 1918 besonders ergiebig, weil sie Millionen Männer mit Geburtsdatum, Geburtsort und Beruf erfasst, unabhängig davon, ob sie eingezogen wurden. Für Familien mit Auswanderungsgeschichte ist das häufig die einzige Quelle, die einen deutschen Geburtsort und einen amerikanischen Wohnort in einem Dokument verbindet.
Onlinepräsenz des Museums mit einer Fülle von über das Internet verfügbaren Materialien. Diese sind über eine Datenbank gut zugänglich.
Die Verweise stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Adressen und Angebote können sich seither geändert haben.
Für den ersten Überblick eignen sich redaktionelle Portale von Archiven, Museen und öffentlich-rechtlichen Anbietern: Sie ordnen ein, nennen ihre Quellen und verweisen auf die Originale. Archivportale und Datenbanken sind der zweite Schritt und lohnen sich erst, wenn eine konkrete Frage vorliegt – zu einer Person, einer Einheit, einem Ort oder einem Datum. Wer umgekehrt beginnt und sich zuerst in eine Datenbank stürzt, verliert meist Zeit, weil ohne Vorwissen die Suchbegriffe fehlen.
Vom Bekannten zum Unbekannten. Zuerst festhalten, was gesichert ist: Name, Geburtsjahr, Wohnort, letzte bekannte Adresse. Dann die Einheit klären – über Feldpostabsender, Fotos, Militärpapiere oder die Verlustlisten. Erst mit der Einheit lässt sich der Frontabschnitt bestimmen, und erst mit dem Frontabschnitt wird die Suche nach einer Grabstätte sinnvoll. Diese Reihenfolge gilt unabhängig vom Land; sie erspart die häufigste Enttäuschung, nämlich die ergebnislose Suche nach einem häufigen Namen ohne weitere Angaben.
Die hier verzeichneten Portale von Archiven, Museen und öffentlichen Einrichtungen sind in aller Regel ohne Anmeldung und ohne Gebühr zugänglich. Bei kommerziellen genealogischen Diensten und bei einzelnen Zeitungsarchiven liegen Teile hinter einer Registrierung oder einer Bezahlschranke. Häufig lohnt der Umweg über die eigene Stadt- oder Landesbibliothek: Viele halten Lizenzen für genau diese Dienste vor, die mit dem Bibliotheksausweis genutzt werden können.
Adressen im Netz ändern sich, und viele Angebote entstanden befristet zum Zentenarium 2014 bis 2018. Hilfreich ist die Suche nach dem Projektnamen statt nach der Adresse sowie ein Blick in das Internet Archive, das ältere Fassungen vieler dieser Seiten bewahrt. Bei Archivportalen lohnt zusätzlich die direkte Anfrage: Auch wenn ein Findmittel offline ist, existiert der Bestand weiter und ist vor Ort einsehbar.
Angebote von Archiven, Museen, Universitäten und öffentlich-rechtlichen Anbietern gelten als belastbar, weil sie ihre Quellen nennen und redaktionell verantwortet sind. Private Sammlerseiten enthalten oft wertvolles und sonst nirgends verfügbares Material, arbeiten aber häufig ohne Quellennachweis; Zuschreibungen von Fotografien sind dort erfahrungsgemäß die häufigste Fehlerquelle. Als Regel gilt: Was weiterverwendet werden soll, braucht eine überprüfbare Herkunft.