1914–1918
Internetangebote · Großbritannien

Internetangebote zum Ersten Weltkrieg aus Großbritannien: Portale, Archive und Datenbanken

Welche Portale, Archive und Datenbanken aus Großbritannien zum Ersten Weltkrieg online zugänglich sind – und wofür sie sich eignen.

Britische Soldaten an der Somme im Sommer 1916
Britische Soldaten an der Somme im Sommer 1916John Warwick Brooke · Public domain · Wikimedia Commons

Britische Angebote arbeiten stark mit Fotografie, Film und Tonaufnahmen. Das Imperial War Museum stellt große Teile seiner Sammlung online, darunter Zeitzeugeninterviews, die seit den 1970er Jahren aufgenommen wurden und heute die wichtigste Tonüberlieferung zum Ersten Weltkrieg bilden.

Für die Grabsuche im Commonwealth ist die Datenbank der Commonwealth War Graves Commission maßgeblich: Sie verzeichnet die Gefallenen aller Commonwealth-Staaten mit Grabstelle beziehungsweise mit dem Denkmal, auf dem der Name steht, wenn kein Grab bekannt ist.

Ein praktischer Hinweis zur Benutzung: Britische Bestände führen Soldaten meist unter Dienstnummer und Regiment, nicht unter dem Wohnort. Wer nur einen Namen hat, sollte deshalb zuerst über die Gemeinde suchen, aus der die Person stammte, und dort das zuständige Regiment ermitteln; danach wird die Recherche in den nationalen Datenbanken deutlich kürzer.

Die großen Digitalisierungsprojekte sind zwischen 2014 und 2018 entstanden und teils seither nicht mehr erweitert worden. Bestände, die damals angekündigt, aber nicht fertiggestellt wurden, sind häufig in den Katalogen der National Archives nachgewiesen, ohne online einsehbar zu sein; eine Anfrage lohnt auch dann, wenn die Suche im Portal nichts ergibt.

Großbritannien im Krieg 1914–1918

Vereinigtes Königreich – Entente, Kriegseintritt: 4. August 1914.

Großbritannien erklärte dem Deutschen Reich am 4. August 1914 den Krieg, nachdem deutsche Truppen die belgische Neutralität verletzt hatten.

Seeblockade, Empire-Truppen aus Kanada, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika sowie ab 1916 die erste allgemeine Wehrpflicht der britischen Geschichte.

  1. 4. Aug. 1914Kriegserklärung nach dem Einmarsch in Belgien
  2. 1. Jul. 1916Erster Tag an der Somme, rund 57.000 britische Verluste
  3. Jul.–Nov. 1917Dritte Flandernschlacht bei Ypern

Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.

Verzeichnete Angebote aus Großbritannien

First World War Centenary (englischsprachig)

Webpräsenz des britischen Imperial War Museum zum Gedenken an den Kriegsausbruch vor 100 Jahren. Umfangreiche Materialien (insbesondere Podcasts), nicht nur aus britischen Beständen, beleuchten das Thema. Zudem gibt es viele Veranstaltungshinweise und Projektpräsentationen.

National Archives: First World War(englischsprachig)

Die Seite bietet Zugang zu den offiziellen britischen Aufzeichnungen des Ersten Weltkriegs. Dazu gehören Landkarten, Briefe, Tagebücher und Fotografien. Eine besondere Suche kann zu den Aufzeichnungen einzelner Einheiten durchgeführt werden.

Die Verweise stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Adressen und Angebote können sich seither geändert haben.

Häufige Fragen

Welche Angebote aus Großbritannien sind für den Einstieg geeignet?

Für den ersten Überblick eignen sich redaktionelle Portale von Archiven, Museen und öffentlich-rechtlichen Anbietern: Sie ordnen ein, nennen ihre Quellen und verweisen auf die Originale. Archivportale und Datenbanken sind der zweite Schritt und lohnen sich erst, wenn eine konkrete Frage vorliegt – zu einer Person, einer Einheit, einem Ort oder einem Datum. Wer umgekehrt beginnt und sich zuerst in eine Datenbank stürzt, verliert meist Zeit, weil ohne Vorwissen die Suchbegriffe fehlen.

In welcher Reihenfolge sucht man am besten?

Vom Bekannten zum Unbekannten. Zuerst festhalten, was gesichert ist: Name, Geburtsjahr, Wohnort, letzte bekannte Adresse. Dann die Einheit klären – über Feldpostabsender, Fotos, Militärpapiere oder die Verlustlisten. Erst mit der Einheit lässt sich der Frontabschnitt bestimmen, und erst mit dem Frontabschnitt wird die Suche nach einer Grabstätte sinnvoll. Diese Reihenfolge gilt unabhängig vom Land; sie erspart die häufigste Enttäuschung, nämlich die ergebnislose Suche nach einem häufigen Namen ohne weitere Angaben.

Sind die Angebote kostenfrei nutzbar?

Die hier verzeichneten Portale von Archiven, Museen und öffentlichen Einrichtungen sind in aller Regel ohne Anmeldung und ohne Gebühr zugänglich. Bei kommerziellen genealogischen Diensten und bei einzelnen Zeitungsarchiven liegen Teile hinter einer Registrierung oder einer Bezahlschranke. Häufig lohnt der Umweg über die eigene Stadt- oder Landesbibliothek: Viele halten Lizenzen für genau diese Dienste vor, die mit dem Bibliotheksausweis genutzt werden können.

Was tun, wenn ein Verweis ins Leere führt?

Adressen im Netz ändern sich, und viele Angebote entstanden befristet zum Zentenarium 2014 bis 2018. Hilfreich ist die Suche nach dem Projektnamen statt nach der Adresse sowie ein Blick in das Internet Archive, das ältere Fassungen vieler dieser Seiten bewahrt. Bei Archivportalen lohnt zusätzlich die direkte Anfrage: Auch wenn ein Findmittel offline ist, existiert der Bestand weiter und ist vor Ort einsehbar.

Wie belastbar sind Online-Angebote zum Ersten Weltkrieg?

Angebote von Archiven, Museen, Universitäten und öffentlich-rechtlichen Anbietern gelten als belastbar, weil sie ihre Quellen nennen und redaktionell verantwortet sind. Private Sammlerseiten enthalten oft wertvolles und sonst nirgends verfügbares Material, arbeiten aber häufig ohne Quellennachweis; Zuschreibungen von Fotografien sind dort erfahrungsgemäß die häufigste Fehlerquelle. Als Regel gilt: Was weiterverwendet werden soll, braucht eine überprüfbare Herkunft.