Kanada schickte rund 620.000 Menschen in den Krieg; für ein Land mit damals etwa acht Millionen Einwohnern war das eine Belastung, die die Gesellschaft veränderte. Der Angriff auf den Vimy-Grat im April 1917 gilt in der kanadischen Erinnerung als nationaler Gründungsmoment.
Library and Archives Canada hat die Personalakten aller Angehörigen der Canadian Expeditionary Force digitalisiert und frei zugänglich gemacht – eine Vollständigkeit, die es in Europa nirgends gibt. Für Recherchen zu kanadischen Soldaten ist das die maßgebliche Quelle.
Verzeichnete Angebote aus Kanada
Canada and the First World War(englisch-/französischsprachig)
Ein Portal des Canadian War Museum. Im Mittelpunkt steht die Teilnahme kanadischer Soldaten am Ersten Weltkrieg. Neben kurzen Darstellungen sind viele Abbildungen von Objekten und Artefakten zu finden. An vielen Stellen wird deutlich, welche Bedeutung die Kriegsteilnahme für die Entstehung des kanadischen Staates hatte.Es gibt ebenfalls einen Bereich mit historischen Hintergrundinformationen sowie einen informativen Bereich für Lehrer. Weitere Informationen erhalten Sie auf der oben verlinkten Themenseite.
The World Remembers
Wir sind ein kanadisches gemeinnütziges Unternehmen mit Sitz in Toronto, Kanada, dessen alleiniger Zweck im Aufbau und der Durchführung des Projekts Gegen das Vergessen besteht. Während der fünf Jahre, in denen sich der Erste Weltkrieg zum 100. Mal jährt, wird das Unternehmendie Daten der teilnehmenden Länder zu den Namen der Toten des Ersten Weltkrieges koordinieren,für die teilnehmenden Länder die spezifische Software-Anwendung für die Namensanzeige entwickeln,die Website in verschiedenen Sprachen aufbauen, hosten und aktualisieren,die Software-Anwendung für die Namensanzeige an alle teilnehmenden Länder in jedem Jahr der Projektlaufzeit verteilen,auf dieser Website die Namen aus allen teilnehmenden Ländern anzeigen,eine Namensanzeige auf Mobiltelefonen und Tablet-Computern für teilnehmende Nationen, die dies angefordert haben, entwickeln und die Daten auf die Geräte senden,Schulen in den teilnehmenden Ländern bei der Organisation ausgewählter Bildungsveranstaltungen unterstützen. Das Projekt Gegen das Vergessen wird durch private Spenden und die Beiträge der teilnehmenden Nationen finanziert. In Kanada sind wir als gemeinnützige Organisation anerkannt und kanadische Spender erhalten eine Spendenquittung. Wellington College, unsere Partnerinstitution im Vereinigten Königreich, kann Spendenquittungen an private Spender ausstellen, die das britische Schulprogramm unterstützen. Jede teilnehmende Nation ist für die Präsentation und Finanzierung der Namensanzeige im eigenen Land selbst verantwortlich. In diese Initiative wurden nicht nur Zeit und Geld investiert. Sie wurde ins Leben gerufen, weil Menschen von der Idee überzeugt waren und ihr ganzes Engagement in dieses Projekt steckten. Mehrfach drohte das Projekt aus praktischen und politischen Erwägungen heraus zu scheitern und Privatleute kamen uns zu Hilfe. Soweit uns bekannt ist, hat es bisher keine andere Organisation für nötig gehalten, ein solch umfassendes und umfangreiches Projekt für das Gedenken ins Leben zu rufen. Als die Chancen für das Projekt sehr schlecht standen, erhielt ich eine Spende, die mit dem einfachen Hinweis versehen war „Weil es wichtig ist“. Trotz der politischen, praktischen und finanziellen Herausforderungen ist Gegen das Vergessen ein wichtiges Projekt. Denn zum ersten Mal in der Geschichte präsentieren wir die Namen derer, die im ersten Weltkrieg auf beiden Seiten fielen und aus Nationen aus der ganzen Welt stammten. Damit leisten wir nicht nur einen Beitrag zum Erinnern, sondern besinnen uns auch auf unsere gemeinsame Geschichte.
Weiterführende Links
Die Verweise stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Adressen und Angebote können sich seither geändert haben.
Häufige Fragen
Welche Angebote aus Kanada sind für den Einstieg geeignet?
Für den ersten Überblick eignen sich redaktionelle Portale von Archiven, Museen und öffentlich-rechtlichen Anbietern: Sie ordnen ein, nennen ihre Quellen und verweisen auf die Originale. Archivportale und Datenbanken sind der zweite Schritt und lohnen sich erst, wenn eine konkrete Frage vorliegt – zu einer Person, einer Einheit, einem Ort oder einem Datum. Wer umgekehrt beginnt und sich zuerst in eine Datenbank stürzt, verliert meist Zeit, weil ohne Vorwissen die Suchbegriffe fehlen.
In welcher Reihenfolge sucht man am besten?
Vom Bekannten zum Unbekannten. Zuerst festhalten, was gesichert ist: Name, Geburtsjahr, Wohnort, letzte bekannte Adresse. Dann die Einheit klären – über Feldpostabsender, Fotos, Militärpapiere oder die Verlustlisten. Erst mit der Einheit lässt sich der Frontabschnitt bestimmen, und erst mit dem Frontabschnitt wird die Suche nach einer Grabstätte sinnvoll. Diese Reihenfolge gilt unabhängig vom Land; sie erspart die häufigste Enttäuschung, nämlich die ergebnislose Suche nach einem häufigen Namen ohne weitere Angaben.
Sind die Angebote kostenfrei nutzbar?
Die hier verzeichneten Portale von Archiven, Museen und öffentlichen Einrichtungen sind in aller Regel ohne Anmeldung und ohne Gebühr zugänglich. Bei kommerziellen genealogischen Diensten und bei einzelnen Zeitungsarchiven liegen Teile hinter einer Registrierung oder einer Bezahlschranke. Häufig lohnt der Umweg über die eigene Stadt- oder Landesbibliothek: Viele halten Lizenzen für genau diese Dienste vor, die mit dem Bibliotheksausweis genutzt werden können.
Was tun, wenn ein Verweis ins Leere führt?
Adressen im Netz ändern sich, und viele Angebote entstanden befristet zum Zentenarium 2014 bis 2018. Hilfreich ist die Suche nach dem Projektnamen statt nach der Adresse sowie ein Blick in das Internet Archive, das ältere Fassungen vieler dieser Seiten bewahrt. Bei Archivportalen lohnt zusätzlich die direkte Anfrage: Auch wenn ein Findmittel offline ist, existiert der Bestand weiter und ist vor Ort einsehbar.
Wie belastbar sind Online-Angebote zum Ersten Weltkrieg?
Angebote von Archiven, Museen, Universitäten und öffentlich-rechtlichen Anbietern gelten als belastbar, weil sie ihre Quellen nennen und redaktionell verantwortet sind. Private Sammlerseiten enthalten oft wertvolles und sonst nirgends verfügbares Material, arbeiten aber häufig ohne Quellennachweis; Zuschreibungen von Fotografien sind dort erfahrungsgemäß die häufigste Fehlerquelle. Als Regel gilt: Was weiterverwendet werden soll, braucht eine überprüfbare Herkunft.