Schweizer Angebote behandeln die Neutralität, die Grenzbesetzung und die humanitäre Rolle des Landes. Zentral sind die Bestände des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz: Die Karteien der Internationalen Zentralstelle für Kriegsgefangene sind digitalisiert und online recherchierbar.
Für die Suche nach Vermissten und nach Kriegsgefangenen ist das eine der wichtigsten Quellen überhaupt – oft die einzige, die den Weg eines Gefangenen zwischen Lagern nachvollziehbar macht.
Praktisch heißt das: Wer nach einem Kriegsgefangenen sucht, sollte die Genfer Bestände früh einbeziehen. Sie dokumentieren Gefangennahme, Lagerwechsel, Krankheiten und Todesfälle oft lückenloser als die Unterlagen der Heimatarmee, weil sie unabhängig von den nationalen Militärverwaltungen geführt wurden und den Krieg politisch überdauert haben.
Ein weiterer Bestand verdient Beachtung: die Akten zur Internierung. Zwischen 1916 und 1919 nahm die Schweiz auf Vermittlung des Roten Kreuzes mehrere zehntausend kranke und verwundete Kriegsgefangene beider Seiten auf, die in Kurorten untergebracht wurden. Die Unterlagen dazu liegen in kantonalen Archiven und im Bundesarchiv und sind eine wenig genutzte Quelle für die Medizin- und Alltagsgeschichte des Krieges.
Schweiz im Krieg 1914–1918
Schweizerische Eidgenossenschaft – Neutral, Kriegseintritt: neutral.
Die Schweiz blieb während des gesamten Krieges neutral und hielt eine Grenzbesetzung aufrecht.
Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Aufnahmeland für Internierte und Vermittlungsort für Gefangenenaustausche.
- Aug. 1914Grenzbesetzung und Neutralitätserklärung
- 1914–1918Internationale Zentralstelle für Kriegsgefangene in Genf
Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.
Verzeichnete Angebote aus Schweiz
Zeitfrenster 1916
Ein historischer Blog mit Quellen aus dem Staatsarchiv St. Gallen Den Geschützdonner aus dem Elsass konnte man auch in St.Gallen hören – bei entsprechendem Westwindwetter jedenfalls. Der Krieg war präsent, gerade in der Grenzregion Ostschweiz, und gleichwohl ging der Alltag weiter. Wie erlebte die Bevölkerung des Kantons St.Gallen das Jahr 1916? Der History Blog zeigt ein buntes Potpourri an historischen Quellen zum Alltag in den Kriegszeiten:
Die Verweise stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Adressen und Angebote können sich seither geändert haben.
Häufige Fragen
Welche Angebote aus Schweiz sind für den Einstieg geeignet?
Für den ersten Überblick eignen sich redaktionelle Portale von Archiven, Museen und öffentlich-rechtlichen Anbietern: Sie ordnen ein, nennen ihre Quellen und verweisen auf die Originale. Archivportale und Datenbanken sind der zweite Schritt und lohnen sich erst, wenn eine konkrete Frage vorliegt – zu einer Person, einer Einheit, einem Ort oder einem Datum. Wer umgekehrt beginnt und sich zuerst in eine Datenbank stürzt, verliert meist Zeit, weil ohne Vorwissen die Suchbegriffe fehlen.
In welcher Reihenfolge sucht man am besten?
Vom Bekannten zum Unbekannten. Zuerst festhalten, was gesichert ist: Name, Geburtsjahr, Wohnort, letzte bekannte Adresse. Dann die Einheit klären – über Feldpostabsender, Fotos, Militärpapiere oder die Verlustlisten. Erst mit der Einheit lässt sich der Frontabschnitt bestimmen, und erst mit dem Frontabschnitt wird die Suche nach einer Grabstätte sinnvoll. Diese Reihenfolge gilt unabhängig vom Land; sie erspart die häufigste Enttäuschung, nämlich die ergebnislose Suche nach einem häufigen Namen ohne weitere Angaben.
Sind die Angebote kostenfrei nutzbar?
Die hier verzeichneten Portale von Archiven, Museen und öffentlichen Einrichtungen sind in aller Regel ohne Anmeldung und ohne Gebühr zugänglich. Bei kommerziellen genealogischen Diensten und bei einzelnen Zeitungsarchiven liegen Teile hinter einer Registrierung oder einer Bezahlschranke. Häufig lohnt der Umweg über die eigene Stadt- oder Landesbibliothek: Viele halten Lizenzen für genau diese Dienste vor, die mit dem Bibliotheksausweis genutzt werden können.
Was tun, wenn ein Verweis ins Leere führt?
Adressen im Netz ändern sich, und viele Angebote entstanden befristet zum Zentenarium 2014 bis 2018. Hilfreich ist die Suche nach dem Projektnamen statt nach der Adresse sowie ein Blick in das Internet Archive, das ältere Fassungen vieler dieser Seiten bewahrt. Bei Archivportalen lohnt zusätzlich die direkte Anfrage: Auch wenn ein Findmittel offline ist, existiert der Bestand weiter und ist vor Ort einsehbar.
Wie belastbar sind Online-Angebote zum Ersten Weltkrieg?
Angebote von Archiven, Museen, Universitäten und öffentlich-rechtlichen Anbietern gelten als belastbar, weil sie ihre Quellen nennen und redaktionell verantwortet sind. Private Sammlerseiten enthalten oft wertvolles und sonst nirgends verfügbares Material, arbeiten aber häufig ohne Quellennachweis; Zuschreibungen von Fotografien sind dort erfahrungsgemäß die häufigste Fehlerquelle. Als Regel gilt: Was weiterverwendet werden soll, braucht eine überprüfbare Herkunft.