1914–1918
Internetangebote · Österreich

Internetangebote zum Ersten Weltkrieg aus Österreich: Portale, Archive und Datenbanken

Welche Portale, Archive und Datenbanken aus Österreich zum Ersten Weltkrieg online zugänglich sind – und wofür sie sich eignen.

Flüchtlinge auf dem Marktplatz von Podhajce in Galizien, 1915
Flüchtlinge auf dem Marktplatz von Podhajce in Galizien, 1915Korps Hofmann, K.u.k. Kriegspressequartier, Lichtbildstelle - Wien - See more at: http://www.europea · Public domain · Wikimedia Commons

Österreichische Angebote decken den Krieg der Donaumonarchie in seiner ganzen Vielsprachigkeit ab. Das Österreichische Staatsarchiv, die Österreichische Nationalbibliothek und das Heeresgeschichtliche Museum stellen Bestände online; Bilddatenbanken enthalten die Aufnahmen des k.u.k. Kriegspressequartiers, das den Krieg systematisch fotografisch dokumentierte.

Für Recherchen im Gebiet der Nachfolgestaaten sind die österreichischen Bestände oft der Ausgangspunkt, weil dort die zentralen Militärakten der Monarchie liegen – für Böhmen, Mähren, Galizien, Ungarn oder Slowenien gleichermaßen.

Österreich im Krieg 1914–1918

Österreich-Ungarn – Mittelmächte, Kriegseintritt: 28. Juli 1914.

Mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914 begann der Erste Weltkrieg. Die Donaumonarchie zerfiel 1918.

Vielvölkerstaat mit Fronten gegen Serbien, Russland und ab 1915 Italien. Aus seinem Zerfall gingen mehrere der heutigen mitteleuropäischen Staaten hervor.

  1. 28. Jul. 1914Kriegserklärung an Serbien
  2. 23. Mai 1915Kriegserklärung Italiens, Eröffnung der Gebirgsfront
  3. 3. Nov. 1918Waffenstillstand von Villa Giusti

Eine interaktive Übersicht aller Kriegsparteien und ihrer Zugehörigkeit im Jahr 1914 bietet die Karte Europa 1914. Welche Kriegsgräberstätten in diesem Land verzeichnet sind, zeigt die Länderübersicht der Erinnerungsorte.

Verzeichnete Angebote aus Österreich

ANNO

Vergangenheit und Zukunft im Web Schon heute ist der meistgenutzte Tag im virtuellen Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek der 29. Juni 1914, der Tag, nachdem Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie Chotek in Sarajewo ermordet wurden. Insgesamt sind in ANNO 58 Zeitschriften und 126 Zeitungen aus den Jahren 1914 bis 1918 online abrufbar. Damit stehen über 840.000 Seiten als Primärquelle für die Recherche zur Verfügung – kostenlos, weltweit und rund um die Uhr.

Der Erste Weltkrieg

Eine Chronik des Ersten Weltkriegs in Tönen und Filmen - Hundert Jahre nach Kriegsbeginn stellt die Österreichische Mediathek den Verlauf des Krieges in mehreren Ausgaben bis 2018 mit Archivquellen dar.

Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie

die virtuelle Ausstellung zur Geschichte des Krieges von 1914 - 1918 in Österreich Am 24. Juni 2014 geht das neue Projekt des mehrfach ausgezeichneten Portals „Die Welt der Habsburger“ online. Für die neue Web-Ausstellung haben ein 7-köpfiges Team und eine Reihe von GastautorInnen unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Franz X. Eder seit Anfang 2013 recherchiert und über 1.000 Abbildungen sowie Ton- und Filmquellen gesammelt. Dabei ist nicht nur Quellenmaterial aus unterschiedlichen Archiven, sondern auch eine Vielzahl an Erinnerungsstücken aus Privatbesitz zusammengetragen worden. „Es war uns besonders wichtig, die Alltags- und Sozialgeschichte des Ersten Weltkriegs erlebbar zu machen, zu zeigen, wie die Menschen ihre Zeit selbst erlebt haben. Mit den vielen Briefen, Feldpostkarten und Tagebuchauszügen der Ausstellung kann man sich darüber ein eindrucksvolles Bild verschaffen“, erklärt Eder. Dieser besonders berührende Teil der virtuellen Ausstellung beleuchtet viele Einzelschicksale. Die Basis dafür bildete ein Sammelaufruf, der in Kooperation mit der „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen an der Universität Wien“ durchgeführt wurde und auf Quellenmaterial aus der „Sammlung Frauennachlässe an der Universität Wien“ beruht.

Die Verweise stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Adressen und Angebote können sich seither geändert haben.

Häufige Fragen

Welche Angebote aus Österreich sind für den Einstieg geeignet?

Für den ersten Überblick eignen sich redaktionelle Portale von Archiven, Museen und öffentlich-rechtlichen Anbietern: Sie ordnen ein, nennen ihre Quellen und verweisen auf die Originale. Archivportale und Datenbanken sind der zweite Schritt und lohnen sich erst, wenn eine konkrete Frage vorliegt – zu einer Person, einer Einheit, einem Ort oder einem Datum. Wer umgekehrt beginnt und sich zuerst in eine Datenbank stürzt, verliert meist Zeit, weil ohne Vorwissen die Suchbegriffe fehlen.

In welcher Reihenfolge sucht man am besten?

Vom Bekannten zum Unbekannten. Zuerst festhalten, was gesichert ist: Name, Geburtsjahr, Wohnort, letzte bekannte Adresse. Dann die Einheit klären – über Feldpostabsender, Fotos, Militärpapiere oder die Verlustlisten. Erst mit der Einheit lässt sich der Frontabschnitt bestimmen, und erst mit dem Frontabschnitt wird die Suche nach einer Grabstätte sinnvoll. Diese Reihenfolge gilt unabhängig vom Land; sie erspart die häufigste Enttäuschung, nämlich die ergebnislose Suche nach einem häufigen Namen ohne weitere Angaben.

Sind die Angebote kostenfrei nutzbar?

Die hier verzeichneten Portale von Archiven, Museen und öffentlichen Einrichtungen sind in aller Regel ohne Anmeldung und ohne Gebühr zugänglich. Bei kommerziellen genealogischen Diensten und bei einzelnen Zeitungsarchiven liegen Teile hinter einer Registrierung oder einer Bezahlschranke. Häufig lohnt der Umweg über die eigene Stadt- oder Landesbibliothek: Viele halten Lizenzen für genau diese Dienste vor, die mit dem Bibliotheksausweis genutzt werden können.

Was tun, wenn ein Verweis ins Leere führt?

Adressen im Netz ändern sich, und viele Angebote entstanden befristet zum Zentenarium 2014 bis 2018. Hilfreich ist die Suche nach dem Projektnamen statt nach der Adresse sowie ein Blick in das Internet Archive, das ältere Fassungen vieler dieser Seiten bewahrt. Bei Archivportalen lohnt zusätzlich die direkte Anfrage: Auch wenn ein Findmittel offline ist, existiert der Bestand weiter und ist vor Ort einsehbar.

Wie belastbar sind Online-Angebote zum Ersten Weltkrieg?

Angebote von Archiven, Museen, Universitäten und öffentlich-rechtlichen Anbietern gelten als belastbar, weil sie ihre Quellen nennen und redaktionell verantwortet sind. Private Sammlerseiten enthalten oft wertvolles und sonst nirgends verfügbares Material, arbeiten aber häufig ohne Quellennachweis; Zuschreibungen von Fotografien sind dort erfahrungsgemäß die häufigste Fehlerquelle. Als Regel gilt: Was weiterverwendet werden soll, braucht eine überprüfbare Herkunft.