1914–1918
Internetangebote · International

Internetangebote zum Ersten Weltkrieg aus International: Portale, Archive und Datenbanken

Welche Portale, Archive und Datenbanken aus International zum Ersten Weltkrieg online zugänglich sind – und wofür sie sich eignen.

Der Friedhof Lone Pine auf der Halbinsel Gallipoli
Der Friedhof Lone Pine auf der Halbinsel Gallipolien:User:Adam Carr · Public domain · Wikimedia Commons

Grenzüberschreitende Angebote sind für den Ersten Weltkrieg besonders wichtig, weil nationale Portale den Krieg zwangsläufig aus einer Perspektive erzählen. Drei Projekte ragen heraus.

1914-1918-online ist eine wissenschaftliche Enzyklopädie mit begutachteten Artikeln, international verfasst und frei zugänglich – die erste Adresse, wenn ein Sachverhalt belastbar geklärt werden soll. Europeana 1914–1918 führt digitalisierte Bestände europäischer Bibliotheken mit Objekten zusammen, die Privatpersonen bei Sammelaktionen beigesteuert haben. Das European Film Gateway erschließt Filmmaterial der Kriegsjahre aus mehreren nationalen Filmarchiven.

Verzeichnete Angebote aus International

1914-1918-online.net: Internationale Enzyklopädie des Ersten Weltkriegs (englischsprachig)

Im Rahmen dieses an der Freien Universität Berlin beheimateten Projekts erstellen Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern eine umfassende Enzyklopädie. Die einzelnen Artikel sollen miteinander vernetzt sein. Ziel ist, neben der Wissensvermittlung, bestehende Forschungslücken zu schließen. Das Erscheinen ist für 2014 geplant.

Europeana 1914-1918

Eine Online-Archiv von Materialien zum Ersten Weltkrieg aus ganz Europa. Privatpersonen und Institutionen aus Europa sind aufgerufen, Feldpostbriefe, Tagebücher, Fotos und Bilder von Gegenständen aus der zeit des Ersten Weltkriegs samt Erläuterungen beizusteuern. Die genaue Suchfunktion erlaubt es beispielsweise, nach Material aus der Heimatstadt oder zu bestimmten Frontabschnitten zu suchen.

EFG 1914 (englischsprachig)

Die Website eines internationalen Projekts mit Filmen und anderem Material zum Ersten Weltkrieg. Beteiligt sind unter anderem 21 europäische Filmarchive. 661 Stunden Film und 5600 Film-Dokumente sollen digitalisiert und über das Portal zur Verfügung gestellt werden. Über die Einbindung des google-Translators am Fuß der Website kann der Inhalt größtenteils auch auf Deutsch wiedergegeben werden.

La Grand Guerre

»La Grande Guerre« ist ein Blog der Forschergruppe am Deutschen Historischen Institut Paris (DHI Paris). Darin sind Informationen über Veranstaltungen und Aktivitäten des Forschungsschwerpunktes »Erster Weltkrieg« und der Forschergruppe »Politische Kulturgeschichte der Vorkriegszeit 1900–1914« des DHI Paris zu finden.Neben aktuellen Forschungsstandpunkten und Hinweise auf Veranstaltungen wird auf diesem Weg auch die Vernetzung unter den Mitglieder der Forschergruppen und Diskussion unter den Veranstaltungsteilnehmer/innen gefördert. Unter Punkten wie Events, Lectures/Readings, News und Sources Online kann sich jeder über den aktuellen Forschungsstand und Veranstaltungen informieren, oder sich auf der Plattform mit anderen Interessierten austauschen.Es besteht ebenfalls die Möglichkeit sich via Newsletter regelmäßig über Neuigkeiten auf dem Laufenden halten zu lassen.

Netzwerk Museen - Réseau des Musées

Das Netzwerk Museen ist ein Verbund von Museen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz, die projektbezogen zusammenarbeiten. Etwa alle vier Jahre präsentiert das Netzwerk Ausstellungen in den jeweils teilnehmenden Museen zu einem gemeinsamen Oberthema. Kerngebiet des Netzwerks ist das Oberrheingebiet, aber auch Museen angrenzender Regionen können sich beteiligen. Das Netzwerk Museen 2014 präsentiert über 20 Einzelausstellungen im Elsass, in Baden, der Pfalz und der Nordwestschweiz zum Ersten Weltkrieg. Die Ausstellungen beleuchten das epochale Ereignis aus französischer, schweizerischer und deutscher Perspektive. Die konzeptionell aufeinander abgestimmten Ausstellungen thematisieren zugleich verschiedene inhaltliche und regionale Aspekte. So bieten die Partner den Besuchern einen umfassenden Blick auf die Zeit vor 100 Jahren.Alle Ausstellungen sind mit dem Museumspass kostenlos zugänglich. Veranstaltungsprogramm

14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs

2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal.Aus diesem Anlass präsentieren ARTE und Das Erste die mehrteilige Fernsehproduktion und das multimediale Webspecial "14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs". Ab dem 29. April beleuchtet dieser große Themenschwerpunkt im Fernsehen und Web den bis dahin größten Krieg der Menschheit – zum ersten Mal aus multinationaler Perspektive und aus der Sicht von Menschen, die ihn erlebt haben. Für genauere Informationen schauen Sie bitte auf die in der Überschrift verlinkte Homepage. Die Sendetermine der einzelnen Filmteile können Sie unserem Veranstaltungskalender entnehmen.

100 Jahre Erster Weltkrieg – gemeinsam gedenken

Im Sommer 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal. In Deutschland und Frankreich sind dieser Krieg und seine Folgen für Europa Gegenstand der Gedenkarbeit und zahlreicher Initiativen. Das DFJW möchte sich an dieser europäischen Gedenk- und Erinnerungsarbeit beteiligen und dazu beitragen, dass jungen Menschen europäische Werte und deren länderübergreifende Bedeutung näher gebracht werden. Auf dieser interaktiven Plattform zum Thema „100 Jahre erster Weltkrieg“ finden Sie alle Informationen, wie Sie sich an unseren Projekten und Veranstaltungen beteiligen können sowie Hilfestellungen für die Übermittlung des Friedensgedanken an die junge Generation.

100 Years Legacies

"Wall Street Journal editors from around the world have selected 100 legacies that still shape our lives today. History is always open to interpretation, but as the war to end all wars retreats from living history, it feels more important than ever to remember its impact. It is everywhere you look." Das Wall Street Journal bietet mit einer eigenen Themenseite zum Ersten Weltkrieg viele interessante Kategorien wie zum Beispiel den Fortschritt der Plastischen Chirurgie, vorangetrieben durch die vielen entstellten Opfer des Krieges. Gedichte, Kunst, Kriegsmaschinerie sowie ein Quiz zum Ersten Weltkrieg und vieles mehr.

Die Verweise stammen aus dem übernommenen Bestand dieses Portals. Adressen und Angebote können sich seither geändert haben.

Häufige Fragen

Welche Angebote aus International sind für den Einstieg geeignet?

Für den ersten Überblick eignen sich redaktionelle Portale von Archiven, Museen und öffentlich-rechtlichen Anbietern: Sie ordnen ein, nennen ihre Quellen und verweisen auf die Originale. Archivportale und Datenbanken sind der zweite Schritt und lohnen sich erst, wenn eine konkrete Frage vorliegt – zu einer Person, einer Einheit, einem Ort oder einem Datum. Wer umgekehrt beginnt und sich zuerst in eine Datenbank stürzt, verliert meist Zeit, weil ohne Vorwissen die Suchbegriffe fehlen.

In welcher Reihenfolge sucht man am besten?

Vom Bekannten zum Unbekannten. Zuerst festhalten, was gesichert ist: Name, Geburtsjahr, Wohnort, letzte bekannte Adresse. Dann die Einheit klären – über Feldpostabsender, Fotos, Militärpapiere oder die Verlustlisten. Erst mit der Einheit lässt sich der Frontabschnitt bestimmen, und erst mit dem Frontabschnitt wird die Suche nach einer Grabstätte sinnvoll. Diese Reihenfolge gilt unabhängig vom Land; sie erspart die häufigste Enttäuschung, nämlich die ergebnislose Suche nach einem häufigen Namen ohne weitere Angaben.

Sind die Angebote kostenfrei nutzbar?

Die hier verzeichneten Portale von Archiven, Museen und öffentlichen Einrichtungen sind in aller Regel ohne Anmeldung und ohne Gebühr zugänglich. Bei kommerziellen genealogischen Diensten und bei einzelnen Zeitungsarchiven liegen Teile hinter einer Registrierung oder einer Bezahlschranke. Häufig lohnt der Umweg über die eigene Stadt- oder Landesbibliothek: Viele halten Lizenzen für genau diese Dienste vor, die mit dem Bibliotheksausweis genutzt werden können.

Was tun, wenn ein Verweis ins Leere führt?

Adressen im Netz ändern sich, und viele Angebote entstanden befristet zum Zentenarium 2014 bis 2018. Hilfreich ist die Suche nach dem Projektnamen statt nach der Adresse sowie ein Blick in das Internet Archive, das ältere Fassungen vieler dieser Seiten bewahrt. Bei Archivportalen lohnt zusätzlich die direkte Anfrage: Auch wenn ein Findmittel offline ist, existiert der Bestand weiter und ist vor Ort einsehbar.

Wie belastbar sind Online-Angebote zum Ersten Weltkrieg?

Angebote von Archiven, Museen, Universitäten und öffentlich-rechtlichen Anbietern gelten als belastbar, weil sie ihre Quellen nennen und redaktionell verantwortet sind. Private Sammlerseiten enthalten oft wertvolles und sonst nirgends verfügbares Material, arbeiten aber häufig ohne Quellennachweis; Zuschreibungen von Fotografien sind dort erfahrungsgemäß die häufigste Fehlerquelle. Als Regel gilt: Was weiterverwendet werden soll, braucht eine überprüfbare Herkunft.