1914–1918
Erinnerungsorte · Italien

Kriegsgräberstätte Meran in Italien: Anlage, Lage und Geschichte

Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Meran überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Meran liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Meran liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorUnbekannt photographer · Public domain · Wikimedia Commons

Die Anlage Meran

1943 hat die deutsche Wehrmacht den Soldatenfriedhof in Meran angelegt, um eine Begräbnisstätte für die in über 30 Kriegslazaretten verstorbenen deutschen Soldaten zu schaffen. Der Volksbund hat 1956 weitere deutsche Kriegstote zugebettet und den Friedhof in den folgenden Jahren ausgebaut. Am 20. September 1959 wurde der Friedhof eingeweiht. 1 058 deutsche Kriegstote haben hier ihre letzte Ruhestätte erhalten. Die deutsche Kriegsgräberstätte – an den österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof des Ersten Weltkrieges mit 1 528 Gefallenen angrenzend – ist von einer Mauer aus Porphyr umgeben. Den Eingang bildet ein zur Friedhofsseite arkadenförmig geöffnetes Eingangsgebäude. Den deutschen und österreichischen Soldatenfriedhof verbindet ein Hochkreuz, das auf der einen Seite eine Plastik St. Georgs des Drachentöters und auf der dem österreichischen Gräberfeld zugewandten Seite das Relief einer Pieta zeigt. Über das Gräberfeld verteilt stehen Porphyrkreuze in Dreiergruppen. Liegende Namenssteine mit jeweils zwei Namen kennzeichnen die Gräber in der Rasenfläche. Öffnungszeiten des Friedhofes: Dez. - Jan. - Febr. 9:00 - 16:00 März 8:00 - 18.00 April bis Sept. 8:00 - 18:00 November 8:00 - 17:00

Meran liegt in Italien und geht auf Bestattungen in Frontnähe oder am Sterbeort zurück. Spätere Umbettungen haben den Bestand verändert; welche Gräber an welchen Ort verlegt wurden, ist nur über die Gräberkartei zu klären.

Lage und Wegbeschreibung

Die genaue Adresse des Friedhofes lautet:Deutscher Soldatenfriedhof MeranVia S. Giuseppe 17(St. Josefstr. 17)39012 MeranGPS: 46°40?24.47?N; 11°08?49.25?E

Wie bei allen Anlagen dieses Verzeichnisses gilt: Die Wegangabe stammt aus dem übernommenen Datenbestand. Straßenführungen, Zufahrten und Zuständigkeiten können sich seither geändert haben; vor einem Besuch lohnt eine kurze Rückfrage bei der Gemeinde oder der Friedhofsverwaltung.

Landesinformation für Italien

In mehr als 3.000 Orten ruhten in Italien nach dem Ende des 2. Weltkrieges über 107.000 deutsche Gefallene in Feldgräbern, kleinen provisorischen Anlagen oder auf von der Wehrmacht angelegten Soldatenfriedhöfen. Eine Erhaltung dieser Kriegsgräber war bei einer derartigen Verstreuung nicht möglich. Das am 22.12.1955 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Italien abgeschlossene Kriegsgräberabkommen sah deshalb eine Zusammenbettung der deutschen Gefallenen auf endgültige Soldatenfriedhöfe vor. Nach achteinhalbjährigem Einsatz konnte der Umbettungsdienst des Volksbundes im September 1964 seine Tätigkeit in Italien beenden. Seit Anfang 1956 konnten nahezu 100.000 deutsche Gefallene des 2. Weltkrieges auf acht endgültige deutsche Soldatenfriedhöfe überführt werden. Die über 16.000 deutschen Gefallenen des 1. Weltkrieges fanden nach Abschluss eines deutsch-italienischen Kriegsgräberabkommens im Jahr 1937 in sieben vom Volksbund erbauten und 1939 eingeweihten Kriegsgräberstätten ihre letzte Ruhe. Der Soldatenfriedhof auf dem Pordoi-Joch in den Dolomiten wurde erst nach dem 2. Weltkrieg fertiggestellt; hier ruhen auch Gefallene aus der Kriegszeit 1940-1945. Auf den meisten dieser Fried

Kriegsgräberabkommen in Italien

Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Italienischen Republik über Kriegsgräber Die Bundesrepublik Deutschland einerseits und die Italienische Republik andererseits IN DEM WUNSCH, die auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ruhenden italienischen Kriegstoten und die auf dem Gebiet der Italienischen Republik ruhenden deutschen Kriegstoten auf endgültig auszubauende Friedhöfe zur letzten Ruhe zu betten, sowie IN DEM WUNSCH, die Pflege der Gräber der italienischen Kriegstoten auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Kriegstoten auf dem Gebiet der Italienischen Republik in würdiger Weise sicherzustellen, HABEN BESCHLOSSEN, folgendes Abkommen zu schließen: I. Die deutschen Kriegsgräber in der Italienischen Republik Artikel 1 Deutsche Kriegstote im Sinne dieses Abkommens sind Angehörige der deutschen Wehrmacht oder diesen gleichgestellte Personen sowie Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die infolge von Kriegsereignissen gestorben sind. Artikel 2 Die in Italien bestatteten deutschen Kriegstoten des II. Weltkrieges werden, in Italien auf besonderen Friedhöfen oder Ehrenstätten an noch zu vereinbarenden Orten zusammengelegt. Soweit es zwec

Kriegsgräber in Italien

Für Italien ist die Erhaltung deutscher Kriegsgräber zwischenstaatlich geregelt. Zuständig sind die Behörden des Landes, in dem die Gräber liegen, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Kriegsgräberdienst; die Anlagen sind dadurch dauerhaft gesichert, auch wenn sie abseits größerer Orte liegen.

Bei Meran ist wie bei allen Anlagen außerhalb des deutschen Sprachraums die Ortsnamenfrage zu beachten. Historische und heutige amtliche Bezeichnung können voneinander abweichen; für eine Anfrage an eine Behörde vor Ort sollten beide Formen angegeben werden.

Umbettungen sind in mehreren Wellen erfolgt, zuletzt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der in älteren Unterlagen genannte Bestattungsort ist deshalb nicht in jedem Fall der heutige.

Hinweise für einen Besuch

Meran ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.

Die oben genannte Wegangabe stammt aus dem übernommenen Bestand; sie ist für die Anfahrt brauchbar, ersetzt aber keine aktuelle Auskunft der Verwaltung. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Italien gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.

Wer an Meran eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

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Häufige Fragen

Wo liegt die Kriegsgräberstätte Meran?

Die Anlage liegt in Italien. Die genaue Adresse des Friedhofes lautet:Deutscher Soldatenfriedhof MeranVia S. Giuseppe 17(St. Josefstr. 17)39012 MeranGPS: 46°40?24.47?N; 11°08?49.25?E

Wer ist in Meran bestattet?

Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Italien?

Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Italienischen Republik über Kriegsgräber Die Bundesrepublik Deutschland einerseits und die Italienische Republik andererseits IN DEM WUNSCH, die auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ruhenden italienischen Kriegstoten und die auf dem Gebiet der Italienischen Republik ruhenden deutschen Kriegstoten auf endgültig auszubauende Friedhöfe zur letzten Ruhe zu betten, sowie IN DEM WUNSCH, die Pflege der Gräber der italienischen Kriegstoten auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Kriegstoten auf dem Gebiet der Italienischen Republik

Darf die Anlage besucht werden?

Meran ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Italien gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.

Quellen

  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Meran.
  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Italien.