Kriegsgräberstätte Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof in Deutschland: Anlage, Lage und Geschichte
Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Die Anlage Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof
Der städtische Hauptfriedhof liegt im Nordosten der Stadt an der Lindener Straße. Dort befinden sich in mehreren Abteilungen die Gräber von insgesamt 716 Kriegstoten beider Weltkriege und von Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Diese Zahl wird sich nach Abschluss der Erforschung des Gräberfeldes 27 a/b noch erhöhen. Im Einzelnen: - Gräberfeld Erster Weltkrieg: Auf diesem Gräberfeld in Abt. 20 neben der sehenswerten Friedhofskapelle in Friedhofsmitte ruhen über 100 deutsche Soldaten des Ersten Weltkrieges, die in Wolfenbütteler oder anderen Lazaretten gestorben oder aus Kriegsgebieten überführt wurden. - Gräberfeld Zweiter Weltkrieg: mit ungefähr 150 Toten - meist Opfer der Bombenangriffe auf Wolfenbüttel im Jahr 1944. Man erreicht die beiden langen Doppelgrabreihen vom Friedhofseingang Leipziger Str., wenn man dem 1. Querweg nach rechts folgt. Der Wolfenbütteler Schüler Gerhard Kemmer, geboren am 16. Februar 1928, ist in der Feuerwehr-Hitlerjugend als Lotse eingeteilt. Am 14. Januar 1944 wird er während eines amerikanischen Bombenangriffes von einer Luftmine tödlich getroffen.Grablage: Abt. 28, Nr. 594 - Gemeinschaftsgrab von 8 durch den nationalsozialistischen Terror 1933, 1944 und 1945 ermordeten Wolfenbütteler Bürgern. Diese Grabstätte in Abt. 29 ist vom Eingang Leipziger Str. leicht zu finden, wenn man dem ersten Querweg links folgt. - Gräberfeld 13a/b: erinnert an 316 sowjetische Soldaten und Zivilpersonen, die hier als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im Gefangenenlazarett Sternhaus ums Leben kamen sowie 110 Opfer der nationalsozialistischen Strafjustiz, die im Strafgefängnis Wolfenbüttel hingerichtet worden sind. - Gräberfeld 27a/b: Dieses Gräberfeld mit etwa 3 - 400 Toten ist nur durch eine Stele gekennzeichnet. Die Erforschung ihrer Namen sowie der Art und Umstände ihres Todes steht noch am Anfang. Dieses noch anonyme Gräberfeld liegt hinter den Bombenopfern. - Einzelgräber: Verstreut in der Friedhofsfläche, besonders in den Abt. 9 & 13 befinden sich zusätzlich noch viele Einzelgräber. Fotos: Volker Fleig 2013 Quellenhinweise & weiterführende Informationen zu diesem Friedhof, insbesonders zu den Opfern der NS-Justiz, dem Schicksal der Zwangsarbeiter, den Bombenopfern sowie zu den Gräberfeldern 13a und 27a siehe: die vom Volksbund aufgestellte Geschichts- & Erinnerungstafel, sowie die Webseiten: - Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel - www.kramerwf.de/Gedenkstaette-Wolfenbuettel.83.0.html - http://nibis.ni.schule.de/ - www.geschichtsatlas.de/Lazarett Sternhaus - http://wolfenbuettel.stiftung-ng.de/de/geschichte/nach-1945.html - www.geschichtsatlas.de/Gräberfeld 13a - www.wolfenbuetteler-zeitung.de/lokales/wolfenbuettel/neues-graeberfeld-soll-erforscht-werden-id453050.html - http://blog.befreiung1945.de/die-letzte-hinrichtung-im-strafgefaengnis-wolfenbuettel-in-der-ns-zeit/ - www.wolfenbuetteler-zeitung.de/lokales/wolfenbuettel/ausstellung-zu-bombenangriff-id1294148.html - www.ns-spurensuche.de/index.php?id=4&topic=11 -
Wie Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof entstanden ist, folgt einem verbreiteten Muster: Während des Krieges wurde in der Nähe des Sterbeortes bestattet, meist bei einem Lazarett oder auf dem Friedhof der Garnison. Aus diesen Einzelgräbern wurden in den 1920er Jahren die abgegrenzten Felder, die heute auf vielen kommunalen Friedhöfen liegen.
Kriegsgräberabkommen in Deutschland
Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein. © Copyright | 2024 | 100-jahre-erster-weltkrieg.eu Datenschutz
Kriegsgräber auf kommunalen Friedhöfen
Ein großer Teil der deutschen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs liegt nicht auf eigenen Soldatenfriedhöfen, sondern als abgegrenztes Feld auf einem kommunalen Friedhof. Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof gehört zu dieser Gruppe, und daraus folgt das meiste Praktische: Zuständig ist die Friedhofsverwaltung der Gemeinde, und dort liegen auch die Belegungsunterlagen.
Rechtlich unterscheiden sich diese Gräber bis heute von allen anderen. Nach dem Gräbergesetz besteht für Kriegsgräber ein dauerndes Ruherecht: Sie dürfen nicht eingeebnet und nicht neu belegt werden, und die Kosten der Erhaltung trägt die öffentliche Hand. Wer eine Anlage aus den Unterlagen der 1920er Jahre sucht, findet sie deshalb in aller Regel noch am selben Ort.
Für die Erinnerungsarbeit ist gerade diese Art von Anlage ergiebig, weil sich die Namen mit kommunalen Quellen verbinden lassen. Sterberegister, Lazarettlisten und Friedhofsbücher liegen häufig im selben Stadtarchiv, und für Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof beginnt eine Recherche deshalb sinnvollerweise dort und nicht bei einer zentralen Stelle.
Hinweise für einen Besuch
Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.
Eine Wegbeschreibung liegt in diesem Verzeichnis nicht vor. Für die genaue Lage innerhalb des Friedhofs gibt die zuständige Verwaltung Auskunft. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Deutschland gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.
Wer an Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.
Weitere Anlagen in Deutschland
Weiterführende Links
- Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel
- www.kramerwf.de/Gedenkstaette-Wolfenbuettel.83.0.html
- http://nibis.ni.schule.de/
- www.geschichtsatlas.de/Lazarett Sternhaus
- http://wolfenbuettel.stiftung-ng.de/de/geschichte/nach-1945.html
- www.geschichtsatlas.de/Gräberfeld 13a
- www.wolfenbuetteler-zeitung.de/lokales/wolfenbuettel/neues-graeberfeld-soll-erforscht-werden-id453050.html
- http://blog.befreiung1945.de/die-letzte-hinrichtung-im-strafgefaengnis-wolfenbuettel-in-der-ns-zeit/
- www.wolfenbuetteler-zeitung.de/lokales/wolfenbuettel/ausstellung-zu-bombenangriff-id1294148.html
- www.ns-spurensuche.de/index.php?id=4&topic=11
Häufige Fragen
Wo liegt die Kriegsgräberstätte Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof?
Die Anlage liegt in Deutschland. Eine genaue Wegangabe ist in diesem Verzeichnis nicht überliefert; die Lage lässt sich über die zuständige Friedhofsverwaltung oder die Gemeinde erfragen.
Wer ist in Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof bestattet?
Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.
Wer pflegt die Kriegsgräber in Deutschland?
Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund
Darf die Anlage besucht werden?
Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Deutschland gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.
Quellen
- Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Wolfenbüttel - Städt. Hauptfriedhof.
- Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
- Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Deutschland.