1914–1918
Erinnerungsorte · Deutschland

Kriegsgräberstätte Aachen, Waldfriedhof in Deutschland: Anlage, Lage und Geschichte

Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Aachen, Waldfriedhof überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Aachen, Waldfriedhof liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Aachen, Waldfriedhof liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorUser:Redvers · Public domain · Wikimedia Commons

Die Anlage Aachen, Waldfriedhof

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 5078 Kriegstote verschiedener Nationen des I. und II. Weltkrieges. I. Weltkrieg: 2455 II. Weltkrieg: 2623 4796 Deutsche 235 ehem. sowjet Union 7 Polen 12 Jugoslawen 2 Belgier 1 Franzose 3 Niederländer 22 Sonstige Kriegsgräberstätte auf dem Aachener Waldfriedhof Die Errichtung dieser Kriegsgräberstätte geht auf einen Ratsbeschluss der Stadt Aachen vom 12. September 1914 zurück. Nachdem der erste Kriegstote, der Soldat Heinrich Gossen, bereits am 08. August 1914 hier seine letzte Ruhestätte gefunden hatte, fand am 25. September 1914 die erste offizielle Beisetzung gefallener Soldaten statt. Bis Ende 1918 wurden auf dem Aachener Ehrenfriedhof 2.455 deutsche und ausländische Kriegstote bestattet, die vor allem als verwundete und kranke Soldaten in den Aachener Spitälern und Lazaretten verstorben waren. Bereits am 01. November 1939 musste die Stadt Aachen neue Gräberfelder für die ersten Gefallenen des 2. Weltkrieges anlegen. Insgesamt wurden auf diesem Ehrenfriedhof in den Jahren 1939-1945 weitere 2.623 Kriegstote beigesetzt. Das 6,20 m hohe und 30 Tonnen schwere Steinhochkreuz aus belgischem Granit wurde am 26. Oktober 1957 auf dem Ehrenhof aufgestellt. Dieses mächtige Kreuz – ehemals ein Geschenk der Stadt Aachen – stand bis dahin auf dem deutschen Ehrenfriedhof in Ougrèe-Boncelles bei Lüttich/Belgien. Nach Umbettung der dort bestatteten deutschen Soldaten des ersten Weltkrieges nach Lommel – der größten deutschen Kriegsgräberstätte in Belgien – war das steinerne Hochkreuz mit der Inschrift: "Hier ruhen deutsche Soldaten – 1914-1918 – 1939-1945" der Stadt Aachen zurückgegeben worden. In den Jahren 1960/1961 wurde der Ehrenfriedhof durch Aufstellung neuer Grabsteine und Grabkreuze aus "Anröchter Dolomit" teilweise neu gestaltet. Die letzte größere Umbettung mit 104 Kriegstoten erfolgte im Frühsommer 1961. Heute ruhen auf dieser mit rund 8,9 ha größten Kriegsgräberstätte im ehemaligen Regierungsbezirk Aachen 5.078 Kriegstote aus 16 Nationen. Darunter sind 4.796 Deutsche, 235 Russen, 15 Rumänen, 11 Serben, 7 Polen, 3 Niederländer, 2 Belgier sowie je ein Franzose, Österreicher, Spanier, Ungar, Jugoslawe, Türke, Ukrainer, Inder und Kanadier. Unter den Toten sind auch zahlreiche Frauen, Männer und Kinder, die als Bombenopfer der Stadt Aachen auf den Fluren 9 und 39 ihre letzte Ruhestätte gefunden haben sowie 52 KZ-Opfer, deren Urnen im August 1962 vom Waldfriedhof auf Flur 8b des Ehrenfriedhofes umgebettet worden sind.

Wie Aachen, Waldfriedhof entstanden ist, folgt einem verbreiteten Muster: Während des Krieges wurde in der Nähe des Sterbeortes bestattet, meist bei einem Lazarett oder auf dem Friedhof der Garnison. Aus diesen Einzelgräbern wurden in den 1920er Jahren die abgegrenzten Felder, die heute auf vielen kommunalen Friedhöfen liegen.

Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein. © Copyright | 2024 | 100-jahre-erster-weltkrieg.eu Datenschutz

Kriegsgräber auf kommunalen Friedhöfen

Ein großer Teil der deutschen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs liegt nicht auf eigenen Soldatenfriedhöfen, sondern als abgegrenztes Feld auf einem kommunalen Friedhof. Aachen, Waldfriedhof gehört zu dieser Gruppe, und daraus folgt das meiste Praktische: Zuständig ist die Friedhofsverwaltung der Gemeinde, und dort liegen auch die Belegungsunterlagen.

Rechtlich unterscheiden sich diese Gräber bis heute von allen anderen. Nach dem Gräbergesetz besteht für Kriegsgräber ein dauerndes Ruherecht: Sie dürfen nicht eingeebnet und nicht neu belegt werden, und die Kosten der Erhaltung trägt die öffentliche Hand. Wer eine Anlage aus den Unterlagen der 1920er Jahre sucht, findet sie deshalb in aller Regel noch am selben Ort.

Für die Erinnerungsarbeit ist gerade diese Art von Anlage ergiebig, weil sich die Namen mit kommunalen Quellen verbinden lassen. Sterberegister, Lazarettlisten und Friedhofsbücher liegen häufig im selben Stadtarchiv, und für Aachen, Waldfriedhof beginnt eine Recherche deshalb sinnvollerweise dort und nicht bei einer zentralen Stelle.

Hinweise für einen Besuch

Aachen, Waldfriedhof ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.

Eine Wegbeschreibung liegt in diesem Verzeichnis nicht vor. Für die genaue Lage innerhalb des Friedhofs gibt die zuständige Verwaltung Auskunft. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Deutschland gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.

Wer an Aachen, Waldfriedhof eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

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Häufige Fragen

Wo liegt die Kriegsgräberstätte Aachen, Waldfriedhof?

Die Anlage liegt in Deutschland. Eine genaue Wegangabe ist in diesem Verzeichnis nicht überliefert; die Lage lässt sich über die zuständige Friedhofsverwaltung oder die Gemeinde erfragen.

Wer ist in Aachen, Waldfriedhof bestattet?

Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Deutschland?

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund

Darf die Anlage besucht werden?

Aachen, Waldfriedhof ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Deutschland gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.

Quellen

  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Aachen, Waldfriedhof.
  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Deutschland.