1914–1918
Erinnerungsorte · Deutschland

Kriegsgräberstätte Oberhausen, Westfriedhof in Deutschland: Anlage, Lage und Geschichte

Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Oberhausen, Westfriedhof überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Oberhausen, Westfriedhof liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Oberhausen, Westfriedhof liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorWilson446 · CC0 · Wikimedia Commons

Die Anlage Oberhausen, Westfriedhof

Kriegsgräberstätten in Oberhausen Auf dem Gebiet der Stadt Oberhausen gibt es 15 Kriegsgräberstätten. Die größte Kriegsgräberstätte bilden die Ehrenfelder des Westfriedhofes, auf denen 2.218 Kriegsopfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte fanden: 1096 Russen/Sowjetbürger, 101 Polen, 27 Belgier, 5 Niederländer, 7 Griechen, 3 Jugoslawen, 3 Franzosen, 1 Spanier, 1 Litauer, 23 Tote unbekannter Nationalität. 31 Gefallene des Ersten Weltkrieges (1914-1918) fremder Nationalität haben auf Feld 20 ihre Grabstätten. Ihre Namen sind auf 4 Grabsteinen festgehalten. 4 weitere ausländische Opfer des zwei ten Weltkrieges ruhen auf dem Feld 18. Ebenfalls im Ersten Weltkrieg entstand die Anlage auf dem Feld 8 A, in der 211 deutsche Soldaten beigesetzt wurden. Während der Zeit des Nationalsozialismus lebten in den Jahren zwischen 1941 und 1945 nachweislich etwa 17.000 ausländische - vor allem aus Osteuropa stammende - Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter/-innen in unserer Stadt, die in verschiedenen Oberhausener Betrieben zur Arbeit verpflichtet waren. Infolge harter körperlicher Arbeit, unzureichender Ernährung, mangelhafter und oft Menschenunwürdiger Unterbringung in Lagern sowie fehlender medizinischer Betreuung kam es sehr bald zur Entkräftung der Menschen und damit zu häufigen Todesfällen. Auch Übergriffe des Wachpersonals führten zum Tod zahlreicher Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter/-innen. Die Toten wurden in der Regel in Einzel- oder Doppelgräbern auf den Feldern 18 und 58 bestattet; ihre Grabstätten waren aufgehügelt und mit Holzkreuzen bzw. Nummern gekennzeichnet. 512 der hier beigesetzten ausländischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter/-innen fanden durch Luftangriffe den Tod. So wurden z.B. 178 sowjetische Kriegsgefangene des Lagers der Zeche Franz Haniel während des schweren Luftangriffs am 30. 11. 1944 getötet und auf Feld 18 begraben. 1950 erhielten die Gräber Kissensteine mit den Namen der Toten, z.T. in kyrillischen Buchstaben. Das Gelände beider Felder wurde eingeebnet und eine Rasenfläche angelegt. Seit 1963 stehen anstelle der ursprünglich vorhandenen hölzernen Hochkreuze Gedenksteine zur Erinnerung an die dort liegenden Kriegsopfer. Auf den Feldern 67 und 69 befinden sich die 740 Gräber der während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) ums Leben gekommenen deutschen Zivilisten und Soldaten. Ein Beispiel für eine kleinere Kriegsgräberstätte in Oberhausen ist die Anlage der St. Antonius Kirchengemeinde Klosterhardt, die sich in unmittelbarer Nähe der Theodor-Heuss-Realschule - deren Schüler die Historie der Kriegsgräberstätten in Oberhausen aufgearbeitet und diesen Text erstellt haben - an der Elpenbachstraße befindet. 39 deutsche Kriegsopfer des Zweiten Weltkrieges, 19 Zivilisten und 20 Soldaten, wurden hier in zwei kleinen, voneinander getrennten Feldern beigesetzt.

Wie Oberhausen, Westfriedhof entstanden ist, folgt einem verbreiteten Muster: Während des Krieges wurde in der Nähe des Sterbeortes bestattet, meist bei einem Lazarett oder auf dem Friedhof der Garnison. Aus diesen Einzelgräbern wurden in den 1920er Jahren die abgegrenzten Felder, die heute auf vielen kommunalen Friedhöfen liegen.

Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein. © Copyright | 2024 | 100-jahre-erster-weltkrieg.eu Datenschutz

Kriegsgräber auf kommunalen Friedhöfen

Ein großer Teil der deutschen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs liegt nicht auf eigenen Soldatenfriedhöfen, sondern als abgegrenztes Feld auf einem kommunalen Friedhof. Oberhausen, Westfriedhof gehört zu dieser Gruppe, und daraus folgt das meiste Praktische: Zuständig ist die Friedhofsverwaltung der Gemeinde, und dort liegen auch die Belegungsunterlagen.

Rechtlich unterscheiden sich diese Gräber bis heute von allen anderen. Nach dem Gräbergesetz besteht für Kriegsgräber ein dauerndes Ruherecht: Sie dürfen nicht eingeebnet und nicht neu belegt werden, und die Kosten der Erhaltung trägt die öffentliche Hand. Wer eine Anlage aus den Unterlagen der 1920er Jahre sucht, findet sie deshalb in aller Regel noch am selben Ort.

Für die Erinnerungsarbeit ist gerade diese Art von Anlage ergiebig, weil sich die Namen mit kommunalen Quellen verbinden lassen. Sterberegister, Lazarettlisten und Friedhofsbücher liegen häufig im selben Stadtarchiv, und für Oberhausen, Westfriedhof beginnt eine Recherche deshalb sinnvollerweise dort und nicht bei einer zentralen Stelle.

Hinweise für einen Besuch

Oberhausen, Westfriedhof ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.

Eine Wegbeschreibung liegt in diesem Verzeichnis nicht vor. Für die genaue Lage innerhalb des Friedhofs gibt die zuständige Verwaltung Auskunft. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Deutschland gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.

Wer an Oberhausen, Westfriedhof eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

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Häufige Fragen

Wo liegt die Kriegsgräberstätte Oberhausen, Westfriedhof?

Die Anlage liegt in Deutschland. Eine genaue Wegangabe ist in diesem Verzeichnis nicht überliefert; die Lage lässt sich über die zuständige Friedhofsverwaltung oder die Gemeinde erfragen.

Wer ist in Oberhausen, Westfriedhof bestattet?

Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Deutschland?

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund

Darf die Anlage besucht werden?

Oberhausen, Westfriedhof ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Deutschland gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.

Quellen

  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Oberhausen, Westfriedhof.
  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Deutschland.