1914–1918
Erinnerungsorte · Deutschland

Kriegsgräberstätte Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof in Deutschland: Anlage, Lage und Geschichte

Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorTriplec85 · CC0 · Wikimedia Commons

Die Anlage Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 1.041 Kriegstote. 390 Deutsche 651 Sonstige Kriegsgräberstätten in Herne Auf insgesamt 18 Kriegsgräberstätten in Herne haben 2.947 Tote der beiden Weltkriege ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die größten Anlagen befinden sich auf dem Südfriedhof, dem Waldfriedhof Wanne-Eickel und dem Ehrenfriedhof im Volksgarten Eickel.In den Gräbern ruhen Soldaten, Kriegsgefangene, Bombenopfer: Männer, Frauen und Kinder. Viele von ihnen waren Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Aus ihrer Heimat verschleppt, mussten mehr als 30.000 Menschen aus 15 Nationen in Herne und Wanne-Eickel unter unmenschlichen Bedingungen auf Zechen oder in Betrieben arbeiten. Das größte Lager - am ehemaligen Luftschacht 7 der Hibernia AG gelegen - zählte rund 2.000 Arbeitskräfte, darunter etwa 1.600 russische Männer und Frauen, aber auch Italiener, Holländer, Belgier und Polen. Die ersten Bomben des Zweiten Weltkrieges fielen in Herne und Wanne-Eickel bereits im Juni 1940. Ihre schwersten Luftangriffe erlebten beide Städte in der zweiten Jahreshälfte 1944 und Anfang 1945. Wanne-Eickel zählte 1.074 Bombentote in der Zivilbevölkerung, Herne 371. Auf dem Waldfriedhof der Stadt Herne, der zuvor zu Wanne-Eickel gehörte und heute auf Hertener Stadtgebiet liegt, bestehen drei Ehrenanlagen mit insgesamt 1.041 Kriegsgräbern:Ehrenfriedhof für Kriegstote fremder Staaten, 651 Gräber. Hier ruhen ausländische Zwangsarbeiter und meist russische Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkrieges in der Stadt arbeiteten und starben. Als häufigste Todesursache führen die Gräberlisten auf: Arbeitsunfall, Fleckentyphus, Lungentuberkulose, Bombenangriff, aber auch "Herzschwäche", "allgemeine Körperschwäche" oder "erschossen". Diese Begriffe verschleiern oft den wahren Grund des Todes: unmenschliche Behandlung. Viele russische Zwangsarbeiter starben im Lazarett für Kriegsgefangene, das ab Sommer 1943 in der Görresschule eingerichtet worden war. Sie wurden ebenso auf dem Waldfriedhof beerdigt wie die Familie Olichwerenko. Die Eltern und ihre sechs und zwölf Jahre alten Kinder kamen beim Bombenangriff am 9. Februar 1945 ums Leben.Auf der Anlage steht ein Mahnmal, das in russischer und deutscher Sprache an die Kriegstoten erinnert. Eine Neugestaltung der Anlage erfolgte 1995/96. Ehrenfriedhof für gefallene deutsche Soldaten beider Weltkriege, 114 Gräber, Neugestaltung 1991. Ehrenfriedhof für zivile Opfer des Luftkrieges, 276 Gräber, Neugestaltung 1989.

Wie Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof entstanden ist, folgt einem verbreiteten Muster: Während des Krieges wurde in der Nähe des Sterbeortes bestattet, meist bei einem Lazarett oder auf dem Friedhof der Garnison. Aus diesen Einzelgräbern wurden in den 1920er Jahren die abgegrenzten Felder, die heute auf vielen kommunalen Friedhöfen liegen.

Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein. © Copyright | 2024 | 100-jahre-erster-weltkrieg.eu Datenschutz

Kriegsgräber auf kommunalen Friedhöfen

Ein großer Teil der deutschen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs liegt nicht auf eigenen Soldatenfriedhöfen, sondern als abgegrenztes Feld auf einem kommunalen Friedhof. Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof gehört zu dieser Gruppe, und daraus folgt das meiste Praktische: Zuständig ist die Friedhofsverwaltung der Gemeinde, und dort liegen auch die Belegungsunterlagen.

Rechtlich unterscheiden sich diese Gräber bis heute von allen anderen. Nach dem Gräbergesetz besteht für Kriegsgräber ein dauerndes Ruherecht: Sie dürfen nicht eingeebnet und nicht neu belegt werden, und die Kosten der Erhaltung trägt die öffentliche Hand. Wer eine Anlage aus den Unterlagen der 1920er Jahre sucht, findet sie deshalb in aller Regel noch am selben Ort.

Für die Erinnerungsarbeit ist gerade diese Art von Anlage ergiebig, weil sich die Namen mit kommunalen Quellen verbinden lassen. Sterberegister, Lazarettlisten und Friedhofsbücher liegen häufig im selben Stadtarchiv, und für Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof beginnt eine Recherche deshalb sinnvollerweise dort und nicht bei einer zentralen Stelle.

Hinweise für einen Besuch

Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.

Eine Wegbeschreibung liegt in diesem Verzeichnis nicht vor. Für die genaue Lage innerhalb des Friedhofs gibt die zuständige Verwaltung Auskunft. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Deutschland gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.

Wer an Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

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Häufige Fragen

Wo liegt die Kriegsgräberstätte Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof?

Die Anlage liegt in Deutschland. Eine genaue Wegangabe ist in diesem Verzeichnis nicht überliefert; die Lage lässt sich über die zuständige Friedhofsverwaltung oder die Gemeinde erfragen.

Wer ist in Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof bestattet?

Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Deutschland?

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund

Darf die Anlage besucht werden?

Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Deutschland gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.

Quellen

  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Herne-Wanne-Eickel-Waldfriedhof.
  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Deutschland.