1914–1918
Erinnerungsorte · Deutschland

Kriegsgräberstätte Büren-Böddeken in Deutschland: Anlage, Lage und Geschichte

Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Büren-Böddeken überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Büren-Böddeken liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Büren-Böddeken liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorBaja yu · CC0 · Wikimedia Commons

Die Anlage Büren-Böddeken

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 472 Kriegstote des I. und II. Weltkrieges. I. Weltkrieg: 13 II. Weltkrieg: 459 469 Deutsche 3 Niederländer Kriegsgräberstätte Böddeken Der Name rührt vom freiweltlichen adeligen Damenstift Büdiken her, das im Jahre 837 n.Chr. von Meinolph, dem Sohn eines sächsischen Edelings, gegründet worden war und dessen Mutter Wichtrud die erste Äbtissin des Stifts wurde. Die Meinolphs-Kapelle unweit des Stiftes erinnert an den Gründer und ist heute Erbbegräbnis der Familie von Mallinckrodt. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auch Büren Kampfgebiet. Gefallene Soldaten wurden zunächst auf den kleinen Dorffriedhöfen beigesetzt, viele hatten ihr Grab aber noch auf Äckern und an Wegrändern. 1950 erwarb der damalige Kreis Büren von Baron Heinrich von Mallinckrodt ein Wiesengelände im Tal bei Böddeken. Das Gelände wurde dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Nordrhein-Westfalen, für den Bau eines Soldatenfriedhofes zur Verfügung gestellt. Aus Feldgräbern und von Gemeindefriedhöfen wurden die Gefallenen nach Böddeken überführt. Am 23. August 1953 wurde der Ehrenfriedhof eingeweiht und in die Obhut des Kreises Büren gegeben. 7000 Menschen sollen bei der Einweihung im Tal des Friedens, wie der Ort nun im Volksmund hieß, dabei gewesen sein. 298 Kriegstote hatten zu der Zeit dort ihre letzte Ruhe gefunden. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wurden weitere Kriegstote durch den Volksbund aus den umliegenden Orten nach Böddeken überführt, u.a. aus Ahden, Bonenburg, Borgentreich, Bühne (Elisenhof), Büren, Burgholz, Dringenberg, Eissen, Gehrden, Großeneder, Hohenwepel, Ikenhausen, Natingen, Nörde, Ossendorf, Peckelsheim, Scherfede, Schweckhausen (Schloßpark), Warburg (Burgfriedhof), Willebadessen (4 Soldaten, die in einem Panzer verbrannt waren) und Wormeln. Viele bislang unbekannte Tote konnte der Volksbund im Rahmen der Exhumierungen und Überführungen noch identifizieren. Heute ruhen 472 Gefallene in Böddeken, darunter 3 Niederländer, die in Verbänden der Wehrmacht gekämpft hatten, und 13 Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg. Im Oktober 1978 wurde im Eingangsbereich des Soldatenfriedhofes eine zusätzliche Gedenkstätte geschaffen und am 8. November eingeweiht. In der Öffentlichkeit rief sie herbe Kritik hervor, da kein eigentlicher Bezug zum Soldatenfriedhof gesehen wurde. Es handelt sich um das sogenannte Wewelsburg-Mahnmal des Paderborner Bildhauers Josef Rikus. Er schuf fünf Steine aus Anröchter Dolomit mit Reminiszenzen an Krieg und Gewalt. Der Erste Stein trägt die Aufschrift Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, die anderen Steine sollen mit ihren eingemeißelten Darstellungen erinnern an: Reichskristallnacht, Flucht und Vertreibung, Bombenkrieg und Konzentrationslager. Am Rande des Gemeindegebietes gab es im Krieg ein Konzentrationslager in Niederhagen; heute befindet sich dort eine Wohnsiedlung. 1995 schufen Auszubildende der Deutschen Gerätebau in Salzkotten, Kreis Paderborn, für den Soldatenfriedhof eine Flammenschale, die anläßlich der alljährlichen Volkstrauertagsfeier auf dem Friedhof entzündet wird. Seit 1975 liegt der Ehrenfriedhof Böddeken in der Obhut des Kreises Paderborn.

Wie Büren-Böddeken entstanden ist, folgt einem verbreiteten Muster: Während des Krieges wurde in der Nähe des Sterbeortes bestattet, meist bei einem Lazarett oder auf dem Friedhof der Garnison. Aus diesen Einzelgräbern wurden in den 1920er Jahren die abgegrenzten Felder, die heute auf vielen kommunalen Friedhöfen liegen.

Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein. © Copyright | 2024 | 100-jahre-erster-weltkrieg.eu Datenschutz

Kriegsgräber auf kommunalen Friedhöfen

Ein großer Teil der deutschen Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs liegt nicht auf eigenen Soldatenfriedhöfen, sondern als abgegrenztes Feld auf einem kommunalen Friedhof. Büren-Böddeken gehört zu dieser Gruppe, und daraus folgt das meiste Praktische: Zuständig ist die Friedhofsverwaltung der Gemeinde, und dort liegen auch die Belegungsunterlagen.

Rechtlich unterscheiden sich diese Gräber bis heute von allen anderen. Nach dem Gräbergesetz besteht für Kriegsgräber ein dauerndes Ruherecht: Sie dürfen nicht eingeebnet und nicht neu belegt werden, und die Kosten der Erhaltung trägt die öffentliche Hand. Wer eine Anlage aus den Unterlagen der 1920er Jahre sucht, findet sie deshalb in aller Regel noch am selben Ort.

Für die Erinnerungsarbeit ist gerade diese Art von Anlage ergiebig, weil sich die Namen mit kommunalen Quellen verbinden lassen. Sterberegister, Lazarettlisten und Friedhofsbücher liegen häufig im selben Stadtarchiv, und für Büren-Böddeken beginnt eine Recherche deshalb sinnvollerweise dort und nicht bei einer zentralen Stelle.

Hinweise für einen Besuch

Büren-Böddeken ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.

Eine Wegbeschreibung liegt in diesem Verzeichnis nicht vor. Für die genaue Lage innerhalb des Friedhofs gibt die zuständige Verwaltung Auskunft. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Deutschland gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.

Wer an Büren-Böddeken eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

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Häufige Fragen

Wo liegt die Kriegsgräberstätte Büren-Böddeken?

Die Anlage liegt in Deutschland. Eine genaue Wegangabe ist in diesem Verzeichnis nicht überliefert; die Lage lässt sich über die zuständige Friedhofsverwaltung oder die Gemeinde erfragen.

Wer ist in Büren-Böddeken bestattet?

Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Deutschland?

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund

Darf die Anlage besucht werden?

Büren-Böddeken ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Deutschland gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.

Quellen

  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Büren-Böddeken.
  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Deutschland.