1914–1918
Erinnerungsorte · Russland

Kriegsgräberstätte Apscheronsk in Russland: Anlage, Lage und Geschichte

Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Apscheronsk überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Apscheronsk liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Apscheronsk liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorUser:Redvers · Public domain · Wikimedia Commons

Die Anlage Apscheronsk

Der Friedhof im Gebiet Krasnodar/Russland, in den westlichen Ausläufern des Kaukasus, liegt zwölf Kilometer vom Ort Apscheronsk entfernt. Das landschaftlich sehr schön gelegene Grundstück befindet sich auf einer natürlichen Lichtung in Hanglage und ist auf drei Seiten mit Eichenmischwald eingefasst. Die Friedhofsfläche beträgt etwa 3,1 Hektar, hier können bis zu 30.000 Kriegstote bestattet werden. Die Kriegsgräberstätte Apscheronsk wird der einzig deutsche Sammelfriedhof für Gefallene des Zweiten Weltkrieges im Kaukasusgebiet und dem ehemaligen Kubanbrückenkopf sein. Deshalb wird dort in Form eines Findlinggartens mit Steinen aus allen Gebieten des Kaukasus ein besonderes Zeichen für die Vielfalt dieser Region gesetzt, in der seinerzeit so viele Menschen gewaltsam sterben mussten und die auch heute noch Kriegswirren und Terrorismus zerrissen ist. Für die äußere Erschließung (Zufahrtsweg, Parkplatz), die Einfriedung, die Gestaltung der Fläche und des Findlingsgartens benötigt der Volksbund über 500.000,-- ?. Weitere Kosten entstehen vor allem durch die anstehenden Umbettungen und die Namenskennzeichnung. Im Kampfgebiet zwischen Rostow am Don und dem Hochgebirge starben zwischen Sommer 1942 und Herbst 1943 etwa 130 000 deutsche Soldaten. Für den direkten Einzugsbereich des Friedhofs Apscheronsk rechnet der Volksbund mit 45 000 Gefallenen. Seit 2001 sind Volksbundmitarbeiter mit Schwerpunkt im Nordkaukasus und im Gebiet des ehemaligen Kubanbrückenkopfes tätig. Dort haben sie bisher über 300 Grablagen mit rund 50 000 Gefallenen gefunden. Bis Ende 2008 wurden 8 316 Tote aus den Kämpfen 1942 im Raum Abinsk / Krymsk, um Apscheronks und um Wladikawkas geborgen. Über 60 Jahre nach dem Krieg sind viele Grablagen nur noch schwer zu finden, zerstört, überbaut oder vollständig geplündert. Es werden wohl leider nicht mehr alle Gefallenen aufzufinden sein. Besonders in den schwer zugänglichen Bergregionen ist die Bergung der Gebeine sehr mühsam. Zahlreiche Grabstätten befinden sich unter Parkanlagen; zurzeit ist es sehr schwierig, Genehmigungen zu ihrer Ausbettung zu erhalten. Dazu kommen die bekannten politischen Wirren in den dortigen Ländern - Reisen auf eigene Faust sind derzeit nicht empfehlenswert. Im Juli 2005 konnte der Volksbund erste Säuberungsarbeiten durchführen und den Weg zum Grundstück befestigen. Am 30. August 2005 wurden 3000 Tote eingebettet. An dieser Einbettung hat auf Bitte des Volksbund-Präsidenten, Reinhard Führer, der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhahn, teilgenommen. Das Gelände des Friedhofes ist mit einer Mauer umfasst. Vom Eingang, der durch die Verwendung von Naturstein optisch hervorgehoben ist, führt ein gepflasterter Weg an den Einbettungsflächen vorbei zum zentralen Gedenkplatz. Ein weiterer Weg leitet die Besucher an einen anderen Ort des Geschehens, an dem der in Kriegsgefangenschaft verstorbenen Toten gedacht wird. Die Einbettungsflächen sind mit Symbolkreuzgruppen kenntlich gemacht. Schriftstelen neben den Einbettungsflächen nennen die Namen der hier ruhenden Toten.. Auf 8 großen Stelen wurden auf Wunsch vieler Hinterbliebener die Namen und Daten der (noch) nicht geborgenen oder vermissten Toten verewigt. Die Anlage wurde am 06. September 2008 eingeweiht. Neben der deutschen Anlage befindet sich eine kleine slowakische Friedhofsanlage, auf der linken Seite des Weges (gegenüber Parkplatz), ca. 30 m vor dem Eingang. Sie ist gekennzeichnet mit einem Pultstein und zwei Stelen mit den Namen von 37 Gefallenen slowakischen Soldaten.

Apscheronsk liegt in Rußland und geht auf Bestattungen in Frontnähe oder am Sterbeort zurück. Spätere Umbettungen haben den Bestand verändert; welche Gräber an welchen Ort verlegt wurden, ist nur über die Gräberkartei zu klären.

Lage und Wegbeschreibung

44°27'25.15"N 39°50'43.12"E

Wie bei allen Anlagen dieses Verzeichnisses gilt: Die Wegangabe stammt aus dem übernommenen Datenbestand. Straßenführungen, Zufahrten und Zuständigkeiten können sich seither geändert haben; vor einem Besuch lohnt eine kurze Rückfrage bei der Gemeinde oder der Friedhofsverwaltung.

Landesinformation für Rußland

Das Kriegsgräberabkommen zwischen der russischen Föderation und Deutschland wurde am 16.12.1992 unterzeichnet und trat am 21.07.1994 in Kraft. Als offizieller Ansprechpartner für den Volksbund wurde von russischer Seite der "Verband für Internationale Zusammenarbeit bei der Pflege von Soldatengedenkstätten", (Verband Soldatengedenkstätten) genannt: Wojennyje Memorialy benannt. Das Kriegsgräberabkommen war der erste Vertrag dieser Art mit einem Staat der ehemaligen Sowjetunion und ebnete den Weg für Verhandlungen mit weiteren Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Die deutschen Verluste für das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg werden auf 2,2 Millionen Kriegstote geschätzt. Über 1,88 Millionen Kriegstote liegen Todes- oder Grabmeldungen vor. Die Zahl der registrierten Verlustorte beträgt 118.000. Über die Höhe der deutschen Verluste und die Anzahl der Grablageorte in Russland gibt es noch keine Angaben. In den zurückliegenden Jahren konnte die Lage und der heutige Zustand von 813 Kriegsgefangenen- und Interniertenfriedhöfen in 37 Gebieten Russlands erfasst werden. Bisher konnten in der Russischen Föderation ohne ehem. Ostpreußen über 100 Soldatenfriedhöfe, Kriegsge

Kriegsgräberabkommen in Rußland

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Russischen Föderation über Kriegsgräberfürsorge in der Bundesrepublik Deutschland und in der Russischen Föderation Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Russischen Föderation geleitet von dem beiderseitigen Wunsch, den Kriegstoten beider Seiten eine würdige letzte Ruhestätte zu gewähren, in dem Bewusstsein, daß die Pflege der Gräber der Kriegstoten auf deutschem und russischem Boden einen konkreten Ausdruck der Verständigung und der Versöhnung zwischen dem deutschen Volk und den Völkern der Russischen Föderation darstellt, in Ausführung von Artikel 18 des Vertrages vom 09. November 1990 über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Vertragsparteien liegenden Kriegsgräber der Toten der jeweils anderen Seite aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicher

Kriegsgräber in Rußland

Für Rußland ist die Erhaltung deutscher Kriegsgräber zwischenstaatlich geregelt. Zuständig sind die Behörden des Landes, in dem die Gräber liegen, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Kriegsgräberdienst; die Anlagen sind dadurch dauerhaft gesichert, auch wenn sie abseits größerer Orte liegen.

Bei Apscheronsk ist wie bei allen Anlagen außerhalb des deutschen Sprachraums die Ortsnamenfrage zu beachten. Historische und heutige amtliche Bezeichnung können voneinander abweichen; für eine Anfrage an eine Behörde vor Ort sollten beide Formen angegeben werden.

Umbettungen sind in mehreren Wellen erfolgt, zuletzt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der in älteren Unterlagen genannte Bestattungsort ist deshalb nicht in jedem Fall der heutige.

Hinweise für einen Besuch

Apscheronsk ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.

Die oben genannte Wegangabe stammt aus dem übernommenen Bestand; sie ist für die Anfahrt brauchbar, ersetzt aber keine aktuelle Auskunft der Verwaltung. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Rußland gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.

Wer an Apscheronsk eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

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Häufige Fragen

Wo liegt die Kriegsgräberstätte Apscheronsk?

Die Anlage liegt in Russland. 44°27'25.15"N 39°50'43.12"E

Wer ist in Apscheronsk bestattet?

Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Rußland?

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Russischen Föderation über Kriegsgräberfürsorge in der Bundesrepublik Deutschland und in der Russischen Föderation Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Russischen Föderation geleitet von dem beiderseitigen Wunsch, den Kriegstoten beider Seiten eine würdige letzte Ruhestätte zu gewähren, in dem Bewusstsein, daß die Pflege der Gräber der Kriegstoten auf deutschem und russischem Boden einen konkreten Ausdruck der Verständigung und der Versöhnung zwischen dem deutschen Volk und den Völkern der Russischen

Darf die Anlage besucht werden?

Apscheronsk ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Rußland gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.

Quellen

  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Apscheronsk.
  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Rußland.