1914–1918
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Reiseprospekt: Fahrten zu Kriegsgräberstätten und Erinnerungsorten planen

Material für die Planung einer Fahrt – und die Punkte, an denen Gruppenreisen zu Erinnerungsorten regelmäßig scheitern.

Der serbische Militärfriedhof Zejtinlik in Thessaloniki
Der serbische Militärfriedhof Zejtinlik in ThessalonikiBaja yu · CC0 · Wikimedia Commons

Eine Fahrt nach Flandern, an die Somme oder nach Verdun ist eines der wirksamsten Formate historischer Bildung. Sie ist zugleich das aufwendigste, und die Fehler wiederholen sich.

Der häufigste ist ein zu volles Programm. Sieben Stationen an einem Tag ergeben sieben flüchtige Eindrücke; drei ergeben eine Erfahrung. Der zweithäufigste ist fehlende Vorbereitung: Wer ohne Vorwissen vor elftausend Grabsteinen steht, sieht Steine. Wer vorher an zwei Biografien gearbeitet hat, sucht zwei Namen – und findet über sie den Zugang zum Rest.

Was in die Planung gehört

Vorlauf. Für Gruppenfahrten sind mehrere Monate realistisch. Führungen an den großen Anlagen sind begrenzt, Unterkünfte in der Westhoek und um Verdun in der Saison ausgebucht, und Fördermittel für Jugendgruppen haben Antragsfristen.

Mischung der Orte. Ein Museum, eine Kriegsgräberstätte und ein Ort im Gelände ergeben zusammen ein Bild – Erklärung, Maßstab und Landschaft.

Verhalten am Ort. Kriegsgräberstätten sind Friedhöfe. Lautstärke, Kleidung und Verhalten richten sich danach; viele Anlagen haben ausdrückliche Hausordnungen.

Sicherheit. Auf den ehemaligen Schlachtfeldern liegt bis heute nicht detonierte Munition. Das Absuchen von Böden ist in Belgien und Frankreich weitgehend verboten und lebensgefährlich; Fundstücke bleiben liegen und werden gemeldet.

Nachbereitung. Der Ertrag entsteht meist erst danach – in einem Bericht, einer Ausstellung oder einem Beitrag zur Gedenkfeier.

Verfügbare Prospekte

Reiseprospekt 2015

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bietet Ihnen auch im Jahr 2015 wieder Reisen zu Kriegsgräberstätten auf der ganzen Welt an.In der Überschrift hinterlegt, finden Sie das aktuelle Prospekt diesen Jahres, mit genauen Beschreibungen des Reiseverlaufs und aktuellen Preisen. Bei Fragen, können Sie sich gerne an unsere Reisestelle wenden: Tel: +49-(0)561-7009-167 Und wenn Sie schon die passende Reise für sich gefunden haben, können Sie sich hier den Anmeldebogen herunterladen.

Welche Anlagen im Zielgebiet liegen, zeigt die Kriegsgräberliste; die Länderübersicht mit den jeweiligen Kriegsgräberabkommen steht unter Kriegsgräberstätten.

Zwei Zielgebiete sind für Gruppen aus dem deutschsprachigen Raum besonders praktikabel. Die Westhoek um Ypern bietet Museen, Kriegsgräberstätten mehrerer Nationen und erhaltene Anlagen auf engem Raum; das abendliche Last Post am Menentor ist ohne Anmeldung zugänglich und für Gruppen ein starker Abschluss. Das Gebiet um Verdun verbindet Beinhaus, Gedenkstätte, zerstörte Dörfer und Fortanlagen auf einer Fläche, die sich an einem Tag erschließen lässt.

Für beide gilt: Die deutschen, französischen und britischen Anlagen liegen oft wenige Kilometer auseinander und sind in Gestaltung und Inschriften auffällig verschieden. Dieser Vergleich – dieselben Toten desselben Krieges, drei völlig verschiedene Formen der Erinnerung – ist inhaltlich häufig der ergiebigste Teil einer Fahrt.

Zur Kalkulation: Für eine dreitägige Gruppenfahrt in die Westhoek oder nach Verdun sind Anreise, zwei Übernachtungen, Verpflegung, Eintritte und mindestens eine Führung anzusetzen. Für Jugendgruppen bestehen Fördermöglichkeiten über die Jugendwerke und über Landesprogramme; die Anträge haben Fristen von mehreren Monaten und verlangen in der Regel ein inhaltliches Konzept, nicht nur ein Reiseprogramm.

Wer zum ersten Mal fährt, sollte den Rückweg großzügig planen. Die Erfahrung an diesen Orten wirkt bei vielen Teilnehmenden erst mit Verzögerung, und eine gemeinsame Auswertung auf der Rückfahrt – oder besser am Abend davor – ist inhaltlich oft der wertvollste Teil der Reise.

Häufige Fragen

In welchem Format liegen die Dateien vor?

Als PDF. Sie lassen sich in jedem Browser ohne zusätzliche Software öffnen und drucken.

Dürfen die Materialien in Schule und Gemeinde verwendet werden?

Die Handreichungen und Arbeitsmaterialien sind für die Verwendung in Schule, Jugendarbeit und Gemeindearbeit gedacht. Bei Bilddokumenten sind die jeweils angegebenen Nutzungsrechte zu beachten; für Veröffentlichungen empfiehlt sich eine Rückfrage bei der herausgebenden Stelle.

Was tun, wenn ein Download nicht funktioniert?

In der Regel hilft die Suche nach dem Titel der Handreichung. Viele dieser Materialien werden von den herausgebenden Stellen weiter gepflegt und liegen dort in aktualisierter Fassung vor.

Gibt es die Materialien auch gedruckt?

Ein Teil ja. Handreichungen zum Volkstrauertag und Bildungsmaterialien geben die herausgebenden Stellen und die Landeszentralen für politische Bildung häufig auch als Broschüre ab, meist gegen eine geringe Schutzgebühr oder kostenfrei in Klassensätzen.