1914–1918
Erinnerungsorte · Weitere Länder

Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in Weitere Länder: Anlage, Lage und Geschichte

Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Ysselsteyn liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Ysselsteyn liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorBigBlobfi · CC0 · Wikimedia Commons

Die Anlage Ysselsteyn

Wenige Kilometer südwestlich von Venray, einer Gemeinde mit 33.000 Einwohnern in der Provinz Limburg, liegt die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn. 31.598 Kriegstote haben hier auf einem flachwelligen 30 ha großen Gelände in der Heide- und Moorlandschaft De Peel, die sich in drei bis zehn Kilometern Breite parallel zur Maas von der Provinz Limburg bis in die Provinz Nordbrabant erstreckt, ihre letzte Ruhestätte. Der Friedhof entstand unweit eines ehemaligen deutschen Kriegsgefangenenlagers. Die niederländische Seite wollte zunächst alle deutschen Kriegstoten exhumieren und über die Grenze nach Deutschland bringen, wo sie dann auf einem Sammelfriedhof im grenznahen Bereich des Niederrheins bestattet werden sollten. Die Amerikaner äußerten demgegenüber den Wunsch, die deutschen Gefallenen in den Niederlanden zu belassen, zumal sich das unwirtliche Gelände De Peel für das Anlegen eines Sammelfriedhofes gut eignete. Man entsprach dem Wunsch. Der niederländische Gräberdienst legte den Friedhof an. Das niederländischen Verteidigungsministerium sorgte dafür, dass alle deutschen Gefallenen von den Zivilfriedhöfen und aus Feldgräbern überall im Land exhumiert und auf den Friedhof in Ysselsteyn beigesetzt wurden. In Ysselsteyn ruhen alle im Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden gefallenen oder verstorbenen Deutschen, soweit sie nicht in die Heimat überführt wurden. Am 15. Oktober 1946 hat der niederländische Gräberdienst mit den Umbettungen begonnen. Unteroffizier Johann Siegel war der erste Gefallene, der auf dem Gräberfeld eingebettet wurde. Von Maastricht bis zur Insel Ameland lagen die gefallenen deutschen Soldaten über das gesamte Land verstreut. In Ysselsteyn ruhen auch etwa 3.000 deutsche Soldaten, die noch in den letzten Kriegsmonaten im Hürtgenwald oder bei der Ardennen-Offensive fielen und vom amerikanischen Gräberdienst zunächst neben dem amerikanischen Soldatenfriedhof Margraten (8.301 Gefallene) beerdigt worden waren. Zudem fanden 1.700 im Gebiet um Amheim gefallene Deutsche in Ysselsteyn ihre letzte Ruhe. Hier ruhen auch die Prinzen von Seyn-Wittgenstein und Lippe-Weißenfeldt. Auf dem Soldatenfriedhof haben neben Deutschen auch Niederländer, Polen und Russen, die als Freiwillige in Verbänden der Wehrmacht gekämpft hatten, eine letzte Ruhestätte gefunden. 475 deutsche und georgische Gefallene wurden im Frühjahr 1949 von der Insel Texel (Aufstand der Georgier, 5./ 6. April 1945) nach Ysselsteyn überführt. Sie gehörten zum deutsch-georgischen Infanteriebataillon 822., das im Zuge des Ausbaus des Atlantikwalls auf Texel stationiert worden war. Verstorbene Männer, Frauen und Kinder aus dem Internierungslager in Vugcht, südlich von 's Hertogenbosch, bekamen inmitten der gefallenen Soldaten ebenso ihr Grab. Einst waren in Ysselsteyn auch italienische Kriegstote bestattet. Sie wurden später ausgebettet und in die Heimat überführt. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Dienststelle in Berlin und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge konnte der niederländische Gräberdienst nach Öffnung der Gräber mit Unbekannten noch 7.330 Tote identifizieren. Untrennbar mit der Geschichte des Friedhofes in Ysselsteyn verbunden ist der niederländische Hauptmann Ludwig Johann Timmermans, der im Auftrage seiner Regierung von 1948 bis 1976 dort als Verwalter tätig war und als Vater des Soldatenfriedhofes Ysselsteyn gilt. Timmermans, der nach seiner Pensionierung noch viele Jahre lang immer wieder auch Jugendliche zusammenführte und ihnen die Geschichte des Friedhofes näherbrachte, starb 1995. Seinem letzten Wunsch entsprechend, wurde Timmermans kremiert und die Asche über den Friedhof in Ysselsteyn verblasen. Ein Gedenkstein unweit des Hochkreuzes erinnert an den niederländischen Freund. Volksbund übernimmt Zuständigkeit für den Friedhof Am 1. November 1976 übergab die niederländische Regierung die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in die Obhut der Bundesrepublik Deutschland und damit des Volksbundes, der die Anlage seitdem verwaltet und pflegt. Anlässlich der Übernahme des Friedhofes sagte Prof. Dr. Willi Thiele, damaliger Präsident des Volksbundes, am 7. November 1976 u.a.: Jedes Kriegsgrab ist ein Aufruf, der Gewalt zu entsagen; Kriege lösen keine Probleme, sie schaffen nur Ungerechtigkeiten und Leiden. Vom Mai 1977 bis zum Oktober 1981 wurden durch Soldaten der Bundeswehr, vorrangig Einheiten aus Nordrhein-Westfalen (NRW), neue Grabkreuze gesetzt. 1982/83 erfolgte die Neugestaltung des zentralen Gedenkplatzes und der Gemeinschaftsgräber nach Plänen des Volksbund-Architekten Dr. Georg Fischbacher. Das von Angehörigen gespendete Glockenspiel, das ursprünglich im Eingangsbereich aufgestellt war, steht nun unmittelbar am Gedenkplatz. Alle 30 Minuten spielt es ein Lied. Vom Parkplatz aus erreicht man den Friedhof über einen mit hohen Rhododendren beidseitig bepflanzten Weg. Auf der linken Seite ist ein Besuchergebäude, in dem die Belegungslisten ausliegen, eine kleine Ausstellung mit einer mehrsprachigen Video-dokumentation zur Geschichte des Friedhofes und der Arbeit des Volksbundes aufgebaut ist, wie auch ein Verwalterbüro und sanitäre Anlagen untergebracht sind. Auf der rechten Seite des Weges befindet sich ein Wirtschaftsgebäude, in dem Maschinen für die Arbeit auf dem Friedhof abgestellt und gewartet werden. Im Bereich dahinter ist die Jugendbegegnungsstätte, bestehend aus einem Hauptgebäude mit Wirtschaftsräumen und Seminarbereich, Gebäuden für die Unterbringung mit kleinen Gruppenräumen und sanitärer Einrichtung sowie einem Lagergebäude mit Unterstellbereich für Fahrräder, die ausgeliehen werden können; außerdem stehen ein Fußballplatz und eine Volleyballanlage und eine Tischtennisplatte zur Verfügung. Mehr als 31.000 Kreuze Der Friedhof hat eine Fläche von 30 ha und ist damit die flächenmäßig größte deutsche Kriegsgräberstätte in der Welt. 31.598 Kriegstote haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. Der Friedhof ist in 106 Blöcke, meist zu 12 Reihen zu je 25 Gräbern, unterteilt. Fast alle Gefallenen ruhen in Einzelgräbem. Beiderseits eines Querweges nach beiden Richtungen vom zentralen Gedenkplatz aus, befinden sich einige Gemeinschaftsgräber. Ein 600 m langer Weg führt gerade durch den Friedhof. Im linken vorderen Teil der Friedhofsanlage ruhen 85 Kriegstote des Ersten Weltkrieges, die von Maastricht und anderen Gemeinden hierher überführt wurden. Ein Sarkophag aus Muschelkalk auf einem kleinen Erdhügel bildet das Ehrenmal (1937 durch den Volksbund gestiftet). 72 Kreuze sind ringförmig um den Sarkophag angelegt und kennzeichnen die Einzelgräber. 13 Gefallene ruhen in einem gemeinsamen Grabe unter dem Sarkophag. Ihre Namen stehen auf dem Ehrenmal. Ysselsteyn - Betreuungsfriedhof des Landesverbandes NRW Mit der Beendigung der Umgestaltung des Friedhofes übergab der Präsident des Volksbundes am 6. Oktober 1981 die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn dem Landesverband NRW im Volksbund als Betreuungsfriedhof. 1982 startete der Landesverband das Projekt Ysselsteyn. Dabei geht es darum, Kriegsgräberstätten als Begegnungsstätten vor allem für Jugendliche zu nutzen. Eine Schulklasse aus Lindlar machte den Anfang und führte eine Projektwoche in Ysselsteyn durch. Praktische Arbeit auf dem Friedhof wurde mit gedeihlichen Gesprächen und Überlegungen wie mit einem Freizeitprogramm verbunden. Die lagermäßige Unterbringung war in den ersten Jahren abenteuerlich, bedenkt man die Ausstattung der Gebäude, die noch aus der Bauphase herrührten, die Freiluft-Sanitäranlagen und die Open-Air-Küche. Eine interessante Mischung, die letztlich wohl aber zum überregionalen Erfolg des Projektes geführt hat. Im Laufe der letzten Jahre hat der Bereich des Jugendlagers eine Umgestaltung erfahren. Der rustikale Charakter bleibt aber nach wie vor bestehen. 1998 wurde der gesamte Lagerbereich neu gestaltet und erweitert. Es ist nun möglich, auch z.B. niederländische Jugendliche mit unterzubringen und Seminarveranstaltungen durchzuführen. Durch das Projekt Ysselsteyn ist eine freundschaftliche und herzliche Partnerschaft mit der Gemeinde Venray und ihrem Bürgermeister Dr. Jos Waals entstanden. Der Friedhof ist zur niederländisch-deutschen Begegnungsstätte geworden. Aktion Ginkgo !995 wurde in Erinnerung des Kriegsendes vor 50 Jahren in Ysselsteyn ein Ginkgo-Baum im rechten vorderen Teil auf der Wiese vor dem ersten Gräberfeld gepflanzt. Eine Tafel erinnert an die Bedeutung. 1996 pflanzten Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums aus Dortmund und einer niederländischen Schule aus Roermond gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Venray - auf dem Gemeindegebiet liegt der Soldatenfriedhof - einen weiteren Ginkgo-Baum links des Hochkreuzes, nahe des Gedenksteins für Hauptmann Timmermans. Sinngebung Der Name Ginkgo kommt aus dem Japanischen: gin = Silber, kyo = Aprikose, eigentlich Silberaprikose. Wegen der Form des Blattes wird er auch dort icho = Entenfuß genannt. Es gibt eine Fülle weiterer bezugsreicher Namen für diesen schönen Baum: Fächerblattbaum, Mädchenhaarbaum, japanischer Tempelbaum, Elefantenohrbaum, japanischer Nussbaum u.a.m. Im geteilten Blatt des Ginkgo-Baumes wähnt man Heilkraft gegen das Vergessen. Der Baum - er gehört zu den Nadelhölzem, die im Winter ihr Blätter verlieren - ist ein Relikt der Urwelt. Älteste Versteinerungen reichen 300 Millionen Jahre zurück. Vor 150 Millionen Jahren war der Baum nicht nur in Asien, sondern auch in Europa heimisch. Hier ist er im Laufe der Jahrtausende ausgestorben. Seit etwa 250 Jahren wird er wieder im europäischen Raum heimisch gemacht. Die Europäer haben von den Asiaten gelernt, aus Ginkgo- Blättern Heilmittel zu bereiten, die die Durchblutung des Gehirns anregen, die Sekretbildung regulieren und Linderung bei Husten, Asthma, Blasenreizung, Bluthochdruck, Ohrensausen, Nervösität u.a. geben. Der Ginkgo-Baum verfügt über besondere Wachstumskraft. Er wächst sehr langsam. Erst nach 20 bis 30 Jahren trägt er Blüten, nach 50 Jahren nimmt er seine endgültige Gestalt an. Ein Alter von über 1000 Jahren ist für Ginkgo-Bäume nichts Ungewöhnliches. Nach dem Atomschlag auf Hiroshima 1945 trieben in der völlig verbrannten Stadt die Ginkgo-Bäume als erste Gewächse wieder neue Blätter. Der immer wieder erwähnte Atombombenginkgo im Tempelbezirk von Hiroshima stand nur 800 m vom Zentrum der Atombombenexplosion entfernt. Der Baum überlebte. Man sagt, dass der Baum auch den Tempel geschützt habe, der als einziges Gebäude in dem Stadtteil nicht ausgebrannt war. Seither gilt das Ginkgo-Blatt als Zeichen der `Hoffnung auf junges Wachsen im Frieden. Der Ginkgo-Baum kommt in zwei Formen vor und kann sich nur im Miteinander vermehren. So gilt das Ginkgo-Blatt auch als Symbol für Zuwendung und Miteinander. Gräberstätten des Ersten Weltkrieges 1. Deutsche Gräberstätte Rotterdam - Crooswijk 1918 wurde auf dem städtischen Friedhof Crooswijk in Rotterdam von dort ansässigen Deutschen ein kleines Gräberfeld für ursprünglich 22, im Rahmen eines Gefangenenaustausches auf dem Weg von England nach Deutschland verstorbene deutsche Soldaten angelegt. Acht Tote wurden später in die Heimat überführt. 1919 ließ der Deutsche Verein Rotterdam für die verbliebenen 14 Kriegstoten eine gusseiseme Plastik - Trauernde Mutter mit Kind - aufstellen und auf deren Steinsockel die Inschrift anbringen: Vor den Toren der Heimat vernichtete der unerbittliche Tod die Hoffnung auf ein Wiedersehen Diese Plastik soll die Versöhnung mit dem niederländischen Volk symbolisieren, zumal das deutsche Gräberfeld neben einem Ehrenteil für niederländische Kriegstote (1940-1945) liegt. So ist es sicherlich mehr als eine Geste gewesen, dass der 1939 verstorbene frühere Bürgermeister von Rotterdam, Dr. Zimmermann, eine verkleinerte Kopie der Plastik für die Kennzeichnung seines Grabes bestimmte. Das deutsche Generalkonsulat hatte die Gräberstätte in Crooswijk am 9. August 1918 für 50 Jahre gepachtet. 1968 entschied die Stadt Rotterdam, das Gräberfeld als Erinnerungsstätte auf Dauer zu belassen. Die Pflege erfolgt durch die Friedhofsverwaltung der Stadt. 1981 hat der Volksbund in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen deutschen Generalkonsul in Rotterdam, Dr. Hans L. Waiblinger, und der Stadtverwaltung Rotterdam die Gräberstätte von Grund auf renoviert. Zwei Platten aus Kirchheimer Muschelkalk tragen die Namen der Toten. Am 14. November 1981 wurde die Gedenkstätte im Rahmen einer Feierstunde zum Volkstrauertag erneut der Öffentlichkeit übergeben. Abgesetzt von dieser Gedenkstätte gibt es noch ein Gräberfeld mit Verstorbenen, darunter auch deutsche Juden des Intemierungslagers Doelen, das sich im Zentrum von Rotterdam befand. Sie starben bei der Bombardierung der Stadt. 2. Deutsche Gräberstätte Weert, nordwestlich von Roermond Auf dem Gemeindefriedhof in Weert haben sechs deutsche Gefallene des Ersten Weltkrieges unmittelbar im Eingangsbereich eine letzte Ruhestätte unter einem Sarkophag aus Muschelkalk, 1937 als Ehrenmal vom Volksbund gestiftet, erhalten. 3. Britisch - deutsche Kriegsgräberstätte auf der Insel Schiermonnikoog Der Friedhof (Vredenhof) wurde 1919 von einem Herrn van der Werff angelegt. Das Gelände war ein Geschenk des deutschen Grafen von Bernstorff. Die Anlage diente ursprünglich der Bestattung von Toten, die an die Küste angeschwemmt worden waren. Während der beiden Weltkriege vergrößerte Herr van der Werff den Friedhof zur Bestattung von Kriegstoten. Die Pflege der Gräber übernahm der Niederländer auf eigene Kosten. Als van Werff 1955 starb, wurde die Vredenhof-Stiftung gegründet, um die Pflege des Friedhofes weiter- zuführen. Alle 114 Kriegsgräber erhielten eine gleiche Kennzeichnung wie die zivilen Gräber mit Emailleplatten, auf denen die Namen aufgetragen waren. Die Commonwealth War Graves Commisssion (CWGC) übernahm später die Pflege der 65 britischen und 19 deutschen Kriegsgräber. Die CWGC tauschte die Emailleplatten durch Botticino Kalksteintafeln aus. Die Gräber sind mit Kantensteinen eingefasst und Kieselsteinen bedeckt. 4. Einzelgrablagen Fünf deutsche Kriegsgräber sind in Ijmuiden; Gemeinde Velsen.

Ysselsteyn liegt in Niederlande und geht auf Bestattungen in Frontnähe oder am Sterbeort zurück. Spätere Umbettungen haben den Bestand verändert; welche Gräber an welchen Ort verlegt wurden, ist nur über die Gräberkartei zu klären.

Lage und Wegbeschreibung

Die genaue Adresse des Friedhofs lautet: Duitse militaire begraafplaats Timmermannsweg 73 NL 5813 Am Ysselsteyn51°28'6.81"N; 5°53'25.31"E

Wie bei allen Anlagen dieses Verzeichnisses gilt: Die Wegangabe stammt aus dem übernommenen Datenbestand. Straßenführungen, Zufahrten und Zuständigkeiten können sich seither geändert haben; vor einem Besuch lohnt eine kurze Rückfrage bei der Gemeinde oder der Friedhofsverwaltung.

Landesinformation für Niederlande

Wenige Kilometer südlich von Venray, eine Gemeinde mit 38 000 Einwohnern (niederländische Provinz Limburg), liegt der deutsche Soldatenfriedhof Ysselsteyn. Mehr als 31 000 deutsche Soldaten haben hier auf einem flachwelligen, 28 Hektar großen Gelände in der Heide- und Moorlandschaft #q#De Peel#q# ihre Ruhestätte erhalten. Untrennbar mit der Geschichte des Friedhofes in Ysselsteyn verbunden ist der niederländische Hauptmann Ludwig Johann Timmermans, der im Auftrag seiner Regierung von 1948 bis 1976 als Friedhofsverwalter tätig war und als #q#Vater des Soldatenfriedhofes Ysselsteyn#q# gilt. Der Friedhof wurde vom niederländischen Gräberdienst angelegt. Maßgebend war der Wunsch des niederländischen Verteidigungsministeriums, die deutschen Gefallenen aus den Zivilfriedhöfen zu exhumieren, da eine einwandfreie Pflege der Kriegsgräber nur durch Zusammenlegung aller Gräber auf eine große Anlage zu gewährleisten war. Von Maastricht bis zur Insel Ameland lagen die deutschen Soldatengräber über das gesamte Land verstreut. Am 15. Oktober 1946 begann der niederländische Gräberdienst mit den Umbettungen. Unteroffizier Johann Siegel war der erste Gefallene, der hier begraben wurde. In Ysselsteyn

Kriegsgräberabkommen in Niederlande

Fragen der deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn werden geregelt mit: Verbalnote vom 15.04.76 Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande über niederländische Kriegsgräber in der Bundesrepublik Deutschland(Kriegsgräberabkommen) DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND und DAS KÖNIGREICH DER NIEDERLANDE haben nachstehende Bestimmungen vereinbart: Artikel 1 Die Bundesrepublik Deutschland gewährleistet dem Königreich der Niederlande für alle Zeiten die kostenlose Verwendung der für die Bestattung verstorbener niederländischer Zivildeportierter eingerichteten Abteilungen der folgenden Friedhöfe: Bremen - Osterholzer Friedhof Düsseldorf - Stoffelner Friedhof Frankfurt/Main - Waldfriedhof Hamburg - Ohlsdorfer Friedhof Hannover - Friedhof an der Seelhorst Lübeck - Vorwerker Friedhof Osnabrück - Heger Friedhof Artikel 2 (1) Die Bundesrepublik Deutschland wird auf den in Artikel 1 bezeichneten Friedhöfen vorhandene oder künftige Gräber, Denkmäler, sonstige Bauten und Anpflanzungen nicht ohne Genehmigung der Regierung des Königreichs der Niederlande entfernen, abändern oder über sie eine andere Bestimmung treffen. (2) Neue Gräber, Denkmäler und sonstige Bauten

Kriegsgräber in Niederlande

Für Niederlande ist die Erhaltung deutscher Kriegsgräber zwischenstaatlich geregelt. Zuständig sind die Behörden des Landes, in dem die Gräber liegen, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Kriegsgräberdienst; die Anlagen sind dadurch dauerhaft gesichert, auch wenn sie abseits größerer Orte liegen.

Bei Ysselsteyn ist wie bei allen Anlagen außerhalb des deutschen Sprachraums die Ortsnamenfrage zu beachten. Historische und heutige amtliche Bezeichnung können voneinander abweichen; für eine Anfrage an eine Behörde vor Ort sollten beide Formen angegeben werden.

Umbettungen sind in mehreren Wellen erfolgt, zuletzt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der in älteren Unterlagen genannte Bestattungsort ist deshalb nicht in jedem Fall der heutige.

Hinweise für einen Besuch

Ysselsteyn ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.

Die oben genannte Wegangabe stammt aus dem übernommenen Bestand; sie ist für die Anfahrt brauchbar, ersetzt aber keine aktuelle Auskunft der Verwaltung. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Niederlande gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.

Wer an Ysselsteyn eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

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Häufige Fragen

Wo liegt die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn?

Die Anlage liegt in Weitere Länder. Die genaue Adresse des Friedhofs lautet: Duitse militaire begraafplaats Timmermannsweg 73 NL 5813 Am Ysselsteyn51°28'6.81"N; 5°53'25.31"E

Wer ist in Ysselsteyn bestattet?

Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Niederlande?

Fragen der deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn werden geregelt mit: Verbalnote vom 15.04.76 Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande über niederländische Kriegsgräber in der Bundesrepublik Deutschland(Kriegsgräberabkommen) DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND und DAS KÖNIGREICH DER NIEDERLANDE haben nachstehende Bestimmungen vereinbart: Artikel 1 Die Bundesrepublik Deutschland gewährleistet dem Königreich der Niederlande für alle Zeiten die kostenlose Verwendung der für die Bestattung verstorbener niederländischer Zivildeportierter eingerichteten Abteilungen der folgenden

Darf die Anlage besucht werden?

Ysselsteyn ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Niederlande gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.

Quellen

  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Ysselsteyn.
  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Niederlande.