Kriegsgräberstätte Wilna / Vilnius-Antakalnis in Litauen: Anlage, Lage und Geschichte
Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Wilna / Vilnius-Antakalnis überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Die Anlage Wilna / Vilnius-Antakalnis
Auf dem Friedhof, der etwa 1,7 ha umfasst, ruhen Gefallene des Ersten Weltkrieges. Zu Beginn dieses Krieges wurden zunächst russische Soldaten, ab 1916 deutsche Soldaten beigesetzt. In Archivunterlagen wird die Zahl der deutschen Toten mit 700 angegeben. Insgesamt ruhen vermutlich etwa 1.500 Gefallene in Antakalnis. Zwei Denkmäler, die zwischen 1917 und 1918 errichtet wurden, befinden sich auch heute noch auf dem Friedhof. Von den Grabkreuzen aus Beton, die ursprünglich jedes Grab kennzeichneten, sind 19 Kreuze mit den Namen deutscher Gefallener und 103 Grabzeichen von russischen Gefallenen muslimischer Religion erhalten geblieben. Die Instandsetzung durch den Volksbund wurde im Juli 2002 abgeschlossen. Seitdem zeigt sich der Friedhof wieder in einem würdigen Anblick. Beim Besuch des Soldatenfriedhofes lohnt es sich auch etwas Zeit für einen Rundgang über den angrenzenden Zivilfriedhof einzuplanen. Hier liegen neben vielen historischen Grabanlagen auch die Gräber berühmter Bürger von Litauen. Dieses gesonderte Gräberfeld kann man direkt vom Soldatenfriedhof aus erreichen. Für die im Februar 1991 bei Auseinandersetzungen mit der sowjetischen Militärmacht umgekommenen Bürger wurde eine sehenswerte Grab- und Gedenkstelle im westlichen Teil des Zivilfriedhofes durch den litauischen Staat errichtet.
Wilna / Vilnius-Antakalnis liegt in Litauen und geht auf Bestattungen in Frontnähe oder am Sterbeort zurück. Spätere Umbettungen haben den Bestand verändert; welche Gräber an welchen Ort verlegt wurden, ist nur über die Gräberkartei zu klären.
Lage und Wegbeschreibung
Der deutsche Soldatenfriedhof liegt auf dem Zivilfriedhof des Stadtteiles Antakalnis (lit. Name des Zivilfriedhofes Antakalnis Kapines) im Nordosten von Vilnius. Vom Stadtzentrum aus fährt man über die T.Kosciuskos gatva Richtung Antakalnis. Von der Antakalnis gatve zweigt die L.Sapiegos gatve nach rechts ab und führt über einen beschilderten Weg zum Friedhof.
Wie bei allen Anlagen dieses Verzeichnisses gilt: Die Wegangabe stammt aus dem übernommenen Datenbestand. Straßenführungen, Zufahrten und Zuständigkeiten können sich seither geändert haben; vor einem Besuch lohnt eine kurze Rückfrage bei der Gemeinde oder der Friedhofsverwaltung.
Landesinformation für Litauen
Die Zahl der deutschen Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges wird für Litauen auf 20 000 geschätzt. Die Toten wurden auf mehr als 2 000 Friedhöfe bzw. kleinere Grablageorte beigesetzt. In Kriegsgefangenschaft sind etwa 10.000 Deutsche umgekommen. Über die Situation der Kriegsgefangenfriedhöfe ist bislang wenig bekannt. Einige der Anlagen wurden überbaut oder mit Ziviltoten überbettet. Über die Verluste des Ersten Weltkrieges liegen keine genauen Angaben vor. Schätzungen gehen von mindestens 30.000 Gefallenen aus. Vom Volksbund wurden bislang 190 Friedhöfe des Ersten Weltkrieges erfasst. Am 4. Juli 1996 haben die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Litauen das Kriegsgräberabkommen abgeschlossen. Bei der Umsetzung der im Kriegsgräberabkommen festgelegten Aufgaben arbeitet der Volksbund eng mit dem Kulturministerium der Republik Litauen sowie dem Kulturwerteschutzdienst und den örtlichen Verwaltungen zusammen. Die beiden deutschen Soldatenfriedhöfe in Klaipeda (Memel) und Kaunas wurden zu Sammelfriedhöfen ausgebaut. Auf dem Friedhof Vilnius-Vingio Park (Wilna) besteht eine Zubettungsmöglichkeit für die aus dem Stadtgebiet geborgenen Kriegstoten. Als bestehen bleibende Kriegsgräb
Kriegsgräberabkommen in Litauen
Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Litauen über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Litauen Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Litauen - in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Republik Litauen liegenden deutschen Kriegsgräber eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen, in Ausführung von Ziffer 13 der Gemeinsamen Erklärung vom 21. Juli 1993 über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Litauen, sind wie folgt übereingekommen: Artikel 1 Im Sinne dieses Abkommens bedeuten die Begriffe: a) "deutsche Kriegstote": - Angehörige der deutschen Streitkräfte, - diesen nach deutschem Recht gleichgestellte Personen, - sonstige Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des Krieges 1914/1918 oder des Krieges 1939/1945 oder nach ihrer Deportation gestorben sind; b) "deutsche Kriegsgräber#qq#: die im Hoheitsgebiet der Republik Litauen liegenden Gräber deut
Kriegsgräber in Litauen
Für Litauen ist die Erhaltung deutscher Kriegsgräber zwischenstaatlich geregelt. Zuständig sind die Behörden des Landes, in dem die Gräber liegen, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Kriegsgräberdienst; die Anlagen sind dadurch dauerhaft gesichert, auch wenn sie abseits größerer Orte liegen.
Bei Wilna / Vilnius-Antakalnis ist wie bei allen Anlagen außerhalb des deutschen Sprachraums die Ortsnamenfrage zu beachten. Historische und heutige amtliche Bezeichnung können voneinander abweichen; für eine Anfrage an eine Behörde vor Ort sollten beide Formen angegeben werden.
Umbettungen sind in mehreren Wellen erfolgt, zuletzt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der in älteren Unterlagen genannte Bestattungsort ist deshalb nicht in jedem Fall der heutige.
Hinweise für einen Besuch
Wilna / Vilnius-Antakalnis ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.
Die oben genannte Wegangabe stammt aus dem übernommenen Bestand; sie ist für die Anfahrt brauchbar, ersetzt aber keine aktuelle Auskunft der Verwaltung. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Litauen gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.
Wer an Wilna / Vilnius-Antakalnis eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.
Weitere Anlagen in Litauen
Häufige Fragen
Wo liegt die Kriegsgräberstätte Wilna / Vilnius-Antakalnis?
Die Anlage liegt in Litauen. Der deutsche Soldatenfriedhof liegt auf dem Zivilfriedhof des Stadtteiles Antakalnis (lit. Name des Zivilfriedhofes Antakalnis Kapines) im Nordosten von Vilnius. Vom Stadtzentrum aus fährt man über die T.Kosciuskos gatva Richtung Antakalnis. Von der Antakalnis gatve zweigt die L.Sapiegos gatve nach rechts ab und führt über einen beschilderten Weg zum Friedhof.
Wer ist in Wilna / Vilnius-Antakalnis bestattet?
Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.
Wer pflegt die Kriegsgräber in Litauen?
Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Litauen über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Litauen Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Litauen - in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Republik Litauen liegenden deutschen Kriegsgräber eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen, in Ausführung von Ziffer 13 der Gemeinsamen Erklärung vom 21. Juli 1993 über die Grund
Darf die Anlage besucht werden?
Wilna / Vilnius-Antakalnis ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Litauen gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.
Quellen
- Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Wilna / Vilnius-Antakalnis.
- Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
- Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Litauen.