Kriegsgräberstätte Saporoshje in Ukraine: Anlage, Lage und Geschichte
Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Saporoshje überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Die Anlage Saporoshje
In Saporoshje gab es bereits Ende des Zweiten Weltkrieges einen deutschen Soldatenfriedhof. Als in den 60er Jahren die zerstörte Stadt wieder aufgebaut und Straßen angelegt wurden, stießen die Arbeiter auf zahlreiche weitere deutsche Soldatenfriedhöfe. Die Toten wurden alle auf dem Gelände des ursprünglichen Friedhofes in Massengräbern beigesetzt. Der Volksbund vermutet hier über 7.000 Tote. Nach längerem Zögern hat die Stadtverwaltung dem Ausbau des etwa einen Hektar großen Friedhofes zugestimmt. Im Oktober 2001 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen und die Abnahme durchgeführt. Die Anlage wurde durch einen Metallgitterzaun eingefasst. Die als Hügel sichtbaren Massengräber sind mit Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet. Der Gedenkplatz mit Granithochkreuz ist durch einen Pflasterweg mit Eingang und vorgelagertem Parkplatz verbunden.
Saporoshje liegt in Ukraine und geht auf Bestattungen in Frontnähe oder am Sterbeort zurück. Spätere Umbettungen haben den Bestand verändert; welche Gräber an welchen Ort verlegt wurden, ist nur über die Gräberkartei zu klären.
Lage und Wegbeschreibung
Der Friedhof Saporoschje liegt mitten im Ort, an der Straße Basowa.47°50'15.22"N; 35°15'01.18"E
Wie bei allen Anlagen dieses Verzeichnisses gilt: Die Wegangabe stammt aus dem übernommenen Datenbestand. Straßenführungen, Zufahrten und Zuständigkeiten können sich seither geändert haben; vor einem Besuch lohnt eine kurze Rückfrage bei der Gemeinde oder der Friedhofsverwaltung.
Landesinformation für Ukraine
Die Ukraine war bis 1991 Teil der UdSSR. Deshalb ist es schwierig, für diesen Bereich die tatsächliche Zahl der deutschen Kriegstoten zu ermitteln, da sich das zur Verfügung stehende Datenmaterial der damaligen deutschen Wehrmacht auf das gesamte Gebiet der ehemaligen Sowjetunion bezieht. Für etwa 1,88 Millionen Kriegstote liegen namentliche Todes- oder Grabmeldungen vor, jedoch nennen Schätzungen 2,2 Millionen Tote. Dazu sind etwa 118 000 Verlustorte registriert. Durch die unerwartet große Anzahl noch aufzufindender Kriegsgefangenen- und Interniertenfriedhöfe musste man das Vorhaben, alle dieser Anlagen am jeweiligen Ort wieder herzustellen, aufgeben und sich dem Gedanken zuwenden, auch die Toten dieser Friedhöfe auf weniger große Sammelfriedhöfe zusammenzufassen. In der Ukraine errichtete der Volksbund entsprechend seinem Planungskonzept fünf Sammelfriedhöfe für jeweils etwa 40 000 Gefallene. Die ehemaligen Soldatenfriedhöfe Shitomir-Hegewald, Saporoshje und Bronniki wurden erhalten. Auf den Sammelfriedhöfen Potelitsch und Charkow wird die Namenskennzeichnungen fortgeführt. In Charkow sind derzeit 26.407 Namen und in Potelitsch 7.205 verzeichnet. Die rechtliche Arbeitsgrundlage f
Kriegsgräberabkommen in Ukraine
Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Ukraine über Kriegsgräberfürsorge in der Bundesrepublik Deutschland und in der Ukraine Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Ukraine - geleitet von dem beiderseitigen Wunsch, den Kriegstoten beider Seiten eine würdige letzte Ruhestätte zu gewähren, in dem Bewusstsein, daß die Pflege der Gräber der Kriegstoten auf deutschem und ukrainischem Boden einen konkreten Ausdruck der Verständigung und der Versöhnung zwischen dem deutschen und dem ukrainischen Volk darstellt, in Ausführung von Nummer 14 der Gemeinsamen Erklärung vom 9. Juni 1993 über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Ukraine, in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Vertragsparteien liegenden Kriegsgräber der Toten der jeweils anderen Seite aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen - sind wie folgt übereingekommen: Artikel 1 Dieses Abkommen regelt die Erhaltung und Pflege der Krie
Kriegsgräber in Ukraine
Für Ukraine ist die Erhaltung deutscher Kriegsgräber zwischenstaatlich geregelt. Zuständig sind die Behörden des Landes, in dem die Gräber liegen, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Kriegsgräberdienst; die Anlagen sind dadurch dauerhaft gesichert, auch wenn sie abseits größerer Orte liegen.
Bei Saporoshje ist wie bei allen Anlagen außerhalb des deutschen Sprachraums die Ortsnamenfrage zu beachten. Historische und heutige amtliche Bezeichnung können voneinander abweichen; für eine Anfrage an eine Behörde vor Ort sollten beide Formen angegeben werden.
Umbettungen sind in mehreren Wellen erfolgt, zuletzt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der in älteren Unterlagen genannte Bestattungsort ist deshalb nicht in jedem Fall der heutige.
Hinweise für einen Besuch
Saporoshje ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die Öffnungszeiten richten sich nach denen des Friedhofs, auf dem die Anlage liegt.
Die oben genannte Wegangabe stammt aus dem übernommenen Bestand; sie ist für die Anfahrt brauchbar, ersetzt aber keine aktuelle Auskunft der Verwaltung. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Ukraine gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.
Wer an Saporoshje eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.
Weitere Anlagen in Ukraine
Häufige Fragen
Wo liegt die Kriegsgräberstätte Saporoshje?
Die Anlage liegt in Ukraine. Der Friedhof Saporoschje liegt mitten im Ort, an der Straße Basowa.47°50'15.22"N; 35°15'01.18"E
Wer ist in Saporoshje bestattet?
Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.
Wer pflegt die Kriegsgräber in Ukraine?
Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Ukraine über Kriegsgräberfürsorge in der Bundesrepublik Deutschland und in der Ukraine Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Ukraine - geleitet von dem beiderseitigen Wunsch, den Kriegstoten beider Seiten eine würdige letzte Ruhestätte zu gewähren, in dem Bewusstsein, daß die Pflege der Gräber der Kriegstoten auf deutschem und ukrainischem Boden einen konkreten Ausdruck der Verständigung und der Versöhnung zwischen dem deutschen und dem ukrainischen Volk darstellt, in Ausführung von Nummer 14 der Geme
Darf die Anlage besucht werden?
Saporoshje ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Für Ukraine gilt die jeweilige örtliche Friedhofsordnung. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.
Quellen
- Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Saporoshje.
- Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
- Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Ukraine.