1914–1918
Erinnerungsorte · Frankreich

Kriegsgräberstätte Cheppy in Frankreich: Anlage, Lage und Geschichte

Diese Seite fasst zusammen, was über die Kriegsgräberstätte Cheppy überliefert ist: die Anlage selbst, ihre Lage und der rechtliche Rahmen, in dem sie erhalten wird.

Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Cheppy liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vor
Kriegsgräberstätte, stellvertretende Ansicht – zur Anlage Cheppy liegt in diesem Verzeichnis kein eigenes Bild vorBigBlobfi · CC0 · Wikimedia Commons

Die Anlage Cheppy

Département Meuse; 6.170 deutsche Kriegstote; Erster Weltkrieg Der deutsche Soldatenfriedhof Cheppy wurde Ende September 1914 nach den ersten Gefechten zwischen Argonnen und Maas von der eigenen Truppe angelegt. Er nahm u.a. die Toten der Kämpfe um Varennes-en-Argonne und Montfaucon am 2. und 3. September sowie der Kämpfe um Aprémont und Cheppy in den letzten Septembertagen 1914 auf. In den seinerzeit erreichten Linien verblieb die Front nahezu unverändert bis September 1918. Weitere Gefallene kamen während der heftigen Kämpfe im Argonnerwald Ende 1914 bis in das Jahr 1915 und ab März 1916, als die Schlacht um Verdun auch auf das linke Maasufer ausgedehnt worden war, hinzu. Der Friedhof wurde nach Kriegsende durch die französischen Militärbehörden durch die Zubettung von Toten, deren sterbliche Überreste bei den bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges andauernden Rekultivierungsarbeiten zur Wiederherstellung des Argonner Waldes gefunden worden waren, angelegt. Noch im März 1969 erfolgte die Überführung des am 28. November 1914 gefallenen Kommandeurs der 53 königl. württ. Landwehrbrigade, Gen Lt Hermann von Osswald, dessen Grab bis dahin als verschollen galt und nun im Cheppywald bei Forstarbeiten gefunden worden war. Die heute auf dem Friedhof Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Schlesien, Sachsen, Berlin, Württemberg, Baden, Hessen, Bayern, Westfalen, im Rheinland und in Lothringen lagen. An den Abwehrkämpfen im Herbst 1918 waren Truppenteilen aus fast allen Ländern des damaligen Deutschen Reiches beteiligt. Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Bereits Ende 1927/Anfang 1928 begannen umfangreiche Baumpflanzungen. In den weiteren Jahren folgten die Begrünung der Gräberflächen, die Einfassung der Gemeinschaftsgräber durch Natursteinmauern und die Errichtung von hölzernen Hochkreuzen sowie die Gestaltung des Eingangsbereiches. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb allerdings infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst. Endgültige Gestaltung Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Jugendliche freiwillige Helfer des Volksbundes hatten bereits mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. Die Gemeinschaftsgräber erhielten neue Einfassungen aus Naturstein. Auf ihnen wurden Gusstafeln mit den Namen der hier ruhenden bekannten Gefallenen angebracht. Hecken und Baumbepflanzung sowie der Eingangsbereich wurden erneuert und ein Hochkreuz aus geschmiedetem Stahl als zentrales Mal errichtet. Schließlich erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier ruhenden. Die 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernommen hatte, wurden ebenfalls von jugendlichen Helfern des Volksbundes versetzt. Am 13.11.2009 wurden 35 deutsche Gefallene ,die bei Grabungen in der Nähe von Vauquois in den Jahren 2008/2009 beigesetzt. Von den 6.170 Gefallenen ruhen 2.351 in Einzel- und Gruppengräbern; sechzehn blieben ohne Namen. In den zwei Gemeinschaftsgräbern mit 3.819 Opfern blieben 3.541 unbekannt. Die sechs Gräber von Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen: 1. (oben): Hier ruht begraben ... . 2. (unten): Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden. Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut. Auskünfte über die Lage von Gräbern, die frühere Zugehörigkeit der Gefallenen zu bestimmten Truppenteilen etc. erteilt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Gräberdienst, Werner-Hilpert-Straße 2, D-34112 Kassel, Telefon: 0561- 7009-0

Cheppy geht auf die Zusammenlegung zahlreicher Einzel- und Behelfsgrabstätten zurück. Nach 1918 und erneut in den 1950er Jahren wurden die verstreuten Gräber eines Frontabschnitts auf wenige große Anlagen überführt; die heutige Größe ist das Ergebnis dieser Umbettungen und nicht die eines einzelnen Gefechts.

Landesinformation für Frankreich

Der Krieg 1870/71 Der deutsch-französische Krieg 1870/71 war der Beginn von drei Auseinandersetzungen innerhalb von 75 Jahren. Gräber und Denkmäler erinnern noch heute an diesen Krieg, der bei beiden Nationen 80.000 Menschenleben forderte. Verheerend wirkte sich der Erste Weltkrieg in Frankreich aus. 930.000 deutsche und eine Million französische Soldaten sind gefallen. Auf 192 Anlagen ruhen 461.000 Gefallene in Einzelgräbern, etwa 294.000 sind in Gemeinschaftsgräbern bestattet. Die Neugestaltung der 192 Anlagen des Ersten Weltkrieges für 765.000 Gefallenen dauerte bis in die 80er Jahre. Holzkreuze wurden durch Stein- oder Metallkreuze ersetzt und die Anlagen baulich und gärtnerisch überarbeitet. Der Zweite Weltkrieg kostete in Frankreich 240.000 Menschen auf deutscher und 255.000 auf französischer Seite das Leben. Das Kriegsgräberabkommen vom 19.07.1996 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Frankreich regelt den Ausbau und die Erhaltung der deutschen Kriegsgräberstätten. In dem Vertrag wurden dem Volksbund die Arbeiten übertragen. 1975 waren alle 22 Anlagen für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges fertiggestellt. Jugendliche halfen und helfen in deutschen und

Kriegsgräberabkommen in Frankreich

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über die deutschen Kriegsgräber auf französischem Hoheitsgebiet. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland einerseits, und die Regierung der französischen Republik andererseits - in dem Wunsch, für die auf dem französischen Hoheitsgebiet liegenden deutschen Kriegsgräber aus den Kriegen 1914/18 und 1939/45 eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise sicherzustellen, sind wie folgt übereingekommen: Artikel 1 Im Sinne dieses Abkommens gelten als a) deutsche Kriegstote: Angehörige der deutschen Streitkräfte, diesen gleichgestellte Personen, Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Zusammenhang mit den Kriegsereignissen 1914/18 und 1939/45 gestorben sind und die, soweit es sich um die letztere Gruppe und den letzten Krieg handelt, im Zeitpunkt ihres Todes unter dem Schutz der Genfer Konvention von 1929 standen; b) deutsche Kriegsgräber: die auf französischem Hoheitsgebiet liegenden Gräber deutscher Kriegstoter; c) deutsche Kriegsgräberstätten: die Friedhöfe oder Teile von Friedhöfen, die nur deutsche Kri

Kriegsgräber in Frankreich

Die deutschen Kriegsgräber in Frankreich sind nach 1918 und noch einmal nach 1954 auf eine überschaubare Zahl großer Sammelanlagen zusammengelegt worden. Cheppy ist eine davon, und das erklärt die Größenordnung: Hier ruhen Tote aus einem ganzen Frontabschnitt, nicht die Gefallenen eines Ortes.

Die Erhaltung ist zwischenstaatlich geregelt. Die Anlagen liegen auf französischem Staatsgebiet und werden auf der Grundlage des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens dauerhaft unterhalten; das Ruherecht ist unbefristet. Eine Einebnung, wie sie bei zivilen Gräbern nach Ablauf der Ruhefrist üblich ist, findet hier nicht statt.

Für die Suche nach einer einzelnen Person bedeutet die Zusammenlegung, dass Sterbeort und heutiger Ruheort weit auseinanderliegen können. Der Weg führt über die Gräberkartei, nicht über den Ort des Gefechts.

Hinweise für einen Besuch

Cheppy ist ein Friedhof und kein Ausflugsziel; die örtliche Friedhofsordnung gilt uneingeschränkt. Die großen Sammelanlagen sind in der Regel ganzjährig zugänglich und haben einen eigenen Eingangsbereich mit Namensverzeichnis.

Eine Wegbeschreibung liegt in diesem Verzeichnis nicht vor. Für die genaue Lage innerhalb des Friedhofs gibt die zuständige Verwaltung Auskunft. Wer mit einer Gruppe kommt, meldet sich am besten vorher an; für Frankreich gilt das besonders dann, wenn eine Kranzniederlegung geplant ist.

Wer an Cheppy eine Gedenkveranstaltung vorbereitet, findet Ablaufvorschläge und Handreichungen unter Downloads; die Namenssuche selbst ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

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Häufige Fragen

Wo liegt die Kriegsgräberstätte Cheppy?

Die Anlage liegt in Frankreich. Eine genaue Wegangabe ist in diesem Verzeichnis nicht überliefert; die Lage lässt sich über die zuständige Friedhofsverwaltung oder die Gemeinde erfragen.

Wer ist in Cheppy bestattet?

Die Beschreibung der Anlage nennt die Belegung, soweit sie in diesem Verzeichnis überliefert ist. Namenslisten der Bestatteten führen die zuständigen Gräberdienste, nicht dieses Verzeichnis. Der Einstieg in eine Namenssuche ist in der Anleitung zur Gräbersuche beschrieben.

Wer pflegt die Kriegsgräber in Frankreich?

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über die deutschen Kriegsgräber auf französischem Hoheitsgebiet. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland einerseits, und die Regierung der französischen Republik andererseits - in dem Wunsch, für die auf dem französischen Hoheitsgebiet liegenden deutschen Kriegsgräber aus den Kriegen 1914/18 und 1939/45 eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise sicherzustellen, sind wie folgt übereingekommen: Artikel 1 Im Sinne dieses Abkommens gelt

Darf die Anlage besucht werden?

Cheppy ist wie jede Kriegsgräberstätte öffentlich zugänglich, soweit der Friedhof geöffnet ist, auf dem die Anlage liegt. Die großen Anlagen in Frankreich haben einen eigenen Eingang und sind ganzjährig offen. Eine Anmeldung ist für Einzelbesuche nicht nötig, für Gruppen und Kranzniederlegungen dagegen üblich.

Quellen

  • Bestandsangaben dieses Verzeichnisses zur Anlage Cheppy.
  • Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz).
  • Zwischenstaatliche Kriegsgräberabkommen für Frankreich.