Deutsch
18.02.1918 - 223 bekannte deutsche Kriegstote
Michael Adam

Literatur

 

Biografien & Erinnerungen

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... an meiner Seite den Heldentod erlitten

Ein Schicksal in Feldpostbriefen 1. August bis 11. Dezember 1914

Der Autor setzt sich mit Feldpostbriefen aus dem Ersten Weltkrieg auseinander, die das tragische Schicksal des Lehramtsstudenten Richard Adam aufzeigen. Der junge Offiziersanwärter des 92er Braunschweiger Infanterie Regiments schrieb im Zeitraum von August bis November 1914 seiner Freundin Else Serien, der Großmutter des Autors, von der Westfront 15 Briefe.
Hier herrschte die reine Gewalt, eine Gegenwelt zu den humanistischn Idealen seiner bürgerlichen Herkunft. Authentisch erlebt der Leser, wie dieser junge Mensch - eingebunden in die gesellschaftlichen Zwänge seiner Zeit - kämpfen muss, leidet, verzweifelt und schließlich an der Seite seiner Bruders seinem Schicksal unterliegt.

Autor: Harald Koss

Verlag: CreateSpace Indipendent Publishing Platform

München 2014

Der Teufelspakt

Die deutsch-russischen Beziehungen vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg

»Aufregender als jeden Roman« hat Sebastian Haffner die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen genannt - und so schildert er sie auch. Bis heute ist die Tatsache wenig bekannt, dass Deutschland die Verwandlung Russlands durch die bolschewistische Revolution gewollt und unterstützt, ja dass es sie erst möglich gemacht hat. Nur von diesem Bündnis Deutschlands mit der bolschewistischen Revolution aus - ein Teufelspakt für beide Seiten - ist die komplexe Geschichte deutsch-russischer Verstrickung zu begreifen.

Autor: Sebastian Haffner

Verlag: Manesse

München 2002

Der Erste Weltkrieg in Farbe

 

Das verheerende Geschehen im Ersten Weltkrieg wurde an allen Fronten millionenfach im Bild festgehalten. Seither sind Tausende von Büchern mit Schwarz-Weiß-Fotografien über die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" erschienen. Weit weniger bekannt sind jedoch die seltenen Farbaufnahmen, die eine kleine Gruppe von Fotografen mit dem erst kurz zuvor erfundenen Autochrom-Verfahren vom Ersten Weltkrieg anfertigte.

Zum ersten Mal werden in diesem Band anlässlich des 100. Jahrestages des Kriegsausbruchs die eindrucksvollen, durchgehend farbigen Aufnahmen vom Geschehen an der Front und im Hinterland gezeigt. Zusammengetragen aus Archiven in Europa, den Vereinigten Staaten und Australien, vermitteln mehr als 320 Farbfotografien ein neues Bild der wichtigsten Ereignisse dieser Epoche – von der Mobilmachung im Jahr 1914 bis zu den Siegesfeiern in Paris, London und New York 1919. Der Band enthält Bilder aller bedeutenden Autochrom-Fotografen jener Zeit, darunter Paul Castelnau, Fernand Cuville, Jules Gervais-Courtellemont, Léon Gimpel, Hans Hildenbrand, Frank Hurley, Jean-Baptiste Tournassoud und Charles C. Zoller.

Autor: Peter Walther

Verlag: Taschen Verlag

Köln 2014

Die ersten Tage

Ein Schriftsteller erlebt auf Sylt den Beginn des Ersten Weltkriegs

Im August 1914 verbringt der Theaterkritiker und Tucholsky-Freund Siegfried Jacobsohn seine Ferien auf Sylt, wie schon viele Jahre zuvor. Doch diesmal ist alles anders. Der Erster Weltkrieg bricht nämlich in jenen Tagen aus und wirft seinen Schatten auch auf das Insel-Idyll.

Es sind die Kleinigkeiten des Alltags, die allmählich eine andere Färbung annehmen und die sich so immer mehr zu einer Ahnung der kommenden Katastrophe verdichten. Mit einer Mischung aus Verzweiflung und Trotz schildert "der brillianteste Stilist seiner Zeit", wie das scheinbar ferne Weltgeschehen dem Inselleben alle Unschuld nimmt.

"Die ersten Tage" ist das vielleicht ungewöhnlichste Sylt-Buch, das je geschrieben wurde. Dieses wertvolle zeitgeschichtliche Dokument wird hier zum hundertjährigen Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Ersten Mal wiederveröffentlicht.

Autor: Siegfried Jacobsohn

Verlag: Frank-Daniel Schulten

Norderstedt 2014

GRAU

Kriegsgefangenschaft in Frankreich 1916 - 1920

24. Oktober 1916, Fort Douaumont vor Verdun.
Der 18-jährige MG-Schütze Otto Mehnert aus der Magdeburger Börde gerät wie tausende andere deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft, als die französische Armee in einer Großoffensive die deutschen Truppen zurückdrängt und das Fort Douaumont zurückerobert.

Mit diesem Roman werden die erst 2013 entdeckten Aufzeichnungen über die Kriegsgefangenschaft Mehnerts veröffentlicht.
Sie geben zum Teil erschütternde Einblicke in das Schicksal der kriegsgefangenen Männer jenseits der Front - einer Welt der Not, Erniedrigung und menschlicher Abgründe, aber auch der Kameradschaft und immer wieder kurzer aufblitzender Menschlichkeit des "Feindes".

Autor: Otto Mehnert

Herausgeber: Sven Janke

Verlag: Monsenstein und Vannerdat

Münster 2015

Hindenburg
Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler

 

Paul von Hindenburg ist eine der zentralen Figuren in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der als Held verehrte »Sieger von Tannenberg« war maßgeblich an entscheidenden historischen Wendepunkten beteiligt. Mit Wolfram Pytas Buch liegt nun endlich die erste umfassende Biographie Hindenburgs vor.
Als politischer Akteur wirkte Hindenburg (1847–1934) zu einer Zeit, in der sich die Ereignisse in Deutschland und in Europa überschlugen: Kriegsniederlage und Revolution führten das Reich in eine tiefe Krise, Inflation und Weltwirtschaftskrise stürzten die Weimarer Republik in heftige Turbulenzen. Die Welt war aus den Fugen, und Hindenburg bestimmte an entscheidender Stelle die Geschicke Deutschlands mit, so etwa beim Sturz der Monarchie im November 1918, oder im Januar 1933, als er Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte. Hindenburg war eine Herrscherpersönlichkeit, die in drei politischen Systemen Entscheidungen von welthistorischer Dimension traf.
Wolfram Pyta, der beste Kenner Hindenburgs, erzählt in seinem Buch die Geschichte einer atemberaubenden politischen Karriere, die im Kaiserreich begann, die Republik überdauerte und während der Diktatur endete. Thesenfreudig und umfassend, originell und anschaulich: Eine historische Biographie, die Standards setzt; ein Muss für jeden historisch interessierten Leser.

Autor: Wolfram Pyta

Verlag: Siedler

München 2007

In Stahlgewittern

 

Ernst Jüngers erste Buchpublikation – sein Kriegsbericht auf Grundlage seines Kriegstagebuchs, der fünf Überarbeitungen erfuhr, seinen Ruhm begründete, zugleich jedoch Zeitgenossen wie Kritiker polarisierte.
Erich Maria Remarque rühmte die Stahlgewitter als »sich immer wieder steigernd, bis in ihnen das harte Antlitz des Krieges, das Grauen der Materialschlacht und die ungeheure, alles überwindende Vitalität des Herzens Ausdruck gewinnen«.
Die Erlebnisse Ernst Jüngers vom Januar 1915 bis zum August 1918 an der Westfront spiegeln sich in den »Stahlgewittern« wieder: vom Grabenkrieg in der Champagne und der Schlacht bei Cambrai bis hin zu den Stoßtruppunternehmen in Flandern und zuletzt der Verleihung des Ordens Pour le mérite nach seiner Verwundung.

Autor: Ernst Jünger

Verlag: Klett-Cotta

Erstausgabe 1920

Klassenbild mit Walter Benjamin

Eine Spurensuche

 

Für das Abitur 1912 an der Charlottenburger Kaiser-Friedrich-Schule meldeten sich 22 junge Männer an, unter ihnen Walter Benjamin. Der bedeutende deutsch-jüdische Schriftsteller war aber nicht der einzige, der sich in seinem weiteren Leben einen Namen machen konnte. Eine faszinierende Spurensuche durch die Wirren des 20. Jahrhunderts beginnt.
Einige von Benjamins Klassenkameraden wurden später bekannte Rechtsanwälte, Notare, Ärzte, Publizisten und Wissenschaftler. Fünf seiner Mitschüler kamen bereits im Ersten Weltkrieg um; sie hatten sich als Freiwillige zu den Waffen gemeldet. Manche drifteten an den rechten Rand der Gesellschaft, ein Mitschüler wurde im »Dritten Reich« einer der Hauptlieferanten für Zyklon B. Andere wurden später von den Nazis deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Walter Benjamin selbst nahm sich auf der Flucht vor seinen Verfolgern 1940 in Portbou an der spanisch-französischen Grenze das Leben.
Das Buch erzählt ein Stück deutsche Geschichte aus der Mikroperspektive: An den Schicksalen der 22 Abiturienten des Jahrgangs 1912 werden – von der wilhelminischen Epoche bis in die fünfziger Jahre hinein – die Risse und existenziellen Brüche der deutsch-jüdischen Erfahrung sichtbar. Das Klassenfoto zeigt einen kurzen Moment, als ein Miteinander noch möglich schien.

Autor: Momme Brodersen

Verlag: Siedler

München 2012

Kriegstagebuch 1914 - 1918

Ernst Ritter von Brunner

 

1914 - 1918 wütete der erste Weltkrieg in Europa. Ernst Ritter von Brunner, ein Major im bayerischen Militär, hat akribisch Buch geführt über die Ereignisse an der Westfront, an der er eingesetzt war. Nachdem er 1917 in englische Kriegsgefangenschaft geraten war, setzte er dort sein Tagebuch fort. Es liefert somit einen intensiven Eindruck vom banalen bis brutalen Alltag eines Offiziers an der Front und ebenfalls vom Leben in Kriegsgefangenschaft im ersten Weltkrieg.

In der dritten Auflage mit über 140 noch nie veröffentlichten Bildern aus dem privaten Kriegsfotoalbum Ernst Ritter von Brunners!

Autor: Michael Bellmann

Verlag: Books on Demand

2011

Lied und populäre Kultur

 

Das Deutsche Volksliedarchiv (DVA) wurde 1914 von dem Germanisten und Volkskundler Prof. Dr. John Meier (1864-1953) gegründet und ist seit 1953 "freies und selbständiges wissenschaftliches Forschungsinstitut" des Landes Baden-Württemberg. Anlass zur Einrichtung dieses Archivs war im Wesentlichen das Bedürfnis nach einer wissenschaftlichen Gesamtausgabe der deutschen Volkslieder. Von Beginn an fungierte das DVA daher als Zentralstelle für die Sammlung, Dokumentation und Erforschung des deutschsprachigen Volks- und Popularliedes in seinen verschiedenen Erscheinungsformen (einschließlich fremdsprachiger Liedparallelen und der Beziehungen zu Volksmusik und Volkstanz). In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Instituten anderer Länder hat sich das DVA seit Jahren als "Arbeitsstelle für internationale Volksliedforschung" etabliert und betreut in seinem Haus zahlreiche in- und ausländische Besucher.

Hrsg. Max Matter, Tobias Widmaier

Verlag: Waxmann

Münster 2006

Ludendorff
Diktator im Ersten Weltkrieg

 

Erich Ludendorff (1865–1937) war eine der Schlüsselfiguren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Als gefeierter Generalissimus des Ersten Weltkriegs und Erfinder des »totalen Kriegs«, als Ikone der völkischen Bewegung und ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus.
Kein anderer deutscher Militär hat eine Machtfülle besessen wie General Ludendorff im Ersten Weltkrieg. Das Kriegsrecht ermöglichte ihm die Einflussnahme auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens, auf Wirtschaft, Propaganda und Besatzungspolitik. Sein innenpolitisches Ziel für die Zeit nach dem »Endsieg« war eine Militärdiktatur. In der Außenpolitik träumte er von einem »Imperium Germaniae«, seine völkischen Motive verband er – lange vor den verbrecherischen Plänen der Nationalsozialisten – mit der radikalen Vorstellung eines »totalen Kriegs«.
So war es nur folgerichtig, dass Ludendorff nach dem Ersten Weltkrieg eine führende Rolle in republikfeindlichen und chauvinistischen Kreisen spielte und aktiv am Hitler-Putsch beteiligt war. Die von ihm zu verantwortenden strategischen und politischen Fehlentscheidungen, seine Umdeutung der Kriegsniederlage Deutschlands in die sogenannte »Dolchstoßlegende« – all das macht Ludendorff neben Hindenburg und Hitler zu einer der deutschen Verhängnisgestalten des 20. Jahrhunderts.

Autor: Manfred Nebelin

Verlag: Siedler

München 2000

Mutters Kriegstagebuch

 

Dieses bisher unveröffentlichte Tagebuch aus dem Ersten Weltkrieg ist ein bemerkenswertes Zeitdokument, denn hier wird der Krieg nicht aus der Perspektive eines Front-Soldaten geschildert, sondern aus der Sicht einer 13-fachen (!) Mutter und Ehefrau des Kreisamtsarztes in einem münsterländischen Landstädtchen unweit der Grenze zu den Niederlanden.
Die große Politik, die historischen Ereignisse bilden den Rahmen, aber im Vordergrund stehen die großen und kleinen Ereignisse im Familienkreis und in der Stadt. Und gerade an diesen alltäglichen Dingen wird deutlich, wie der Krieg das Leben in der kleinen Stadt mehr und mehr dominierte. Aber eines stand für Antonia Helming bis zum Kriegsende unverrückbar fest: alles Leid, ja die schwersten Opfer mussten hingenommen werden, denn sie waren für eine gute Sache, waren für den Kaiser.
Doch bei aller politischer Verblendung und bei aller Nibelungentreue, die auch das katholische Bürgertum insgesamt dem preußischen Herrscherhaus erwies: Man gewinnt beim Lesen dieses Tagebuches Respekt für die Courage, die Energie und die Warmherzigkeit dieser Frau, und man sorgt sich mit ihr, ob ihre Soldaten-Söhne wohlbehalten von der Front ins Elternhaus zurückkehren werden. Bemerkenswert ist aber auch, wie sie sich bei allen Sorgen um ihre eigene Familie stets den Blick wahrte für das Leid des anderen: des Fremden, des Nächsten. Halt und Kraft in dieser schweren Zeit fand sie in ihrer Aufgabe, der Familie einen Mittelpunkt zu bieten und nicht zuletzt in einer tiefen, gelebten Religiosität.

Autorin: Antonia Helming

Verlag: Waxmann

Münster 2005

Oscar und Max Levy

Europäer und „Nietzsche-Apostel“ – Patriot und Unternehmer

Jüdische Miniaturen Bd. 152

Aus einer angesehenen Stargarder jüdischen Familie stammend, entwickelten sich die Brüder Oscar und Max Levy ganz unterschiedlich. Oscar (1867–1946), der älteste von drei Brüdern, empfand sich als Europäer und verließ nach dem Medizinstudium das aus seiner Sicht chauvinistische Deutschland. In England verbreitete er in Aufsätzen und Büchern die Ideen Friedrich Nietzsches und gab dessen erste englischsprachige Gesamtausgabe heraus. Dadurch wurde er wiederum selbst Opfer von Missverständnissen und Anfeindungen.
Max (1869–1932), der jüngste, wirkte nach seinem Ingenieurstudium zunächst als Pionier in der Röntgentechnik, bevor er in Berlin einen Betrieb gründete und diesen zu einem mittelständischen Unternehmen ausbaute. Er engagierte sich darüber hinaus in der Kommunalpolitik und erwies sich – auch im Ersten Weltkrieg – als deutscher Patriot.

Autor: Dieter G. Maier / Jürgen Nürnberger

Verlag: Hentrich & Hentrich

2014

Paul Levy

Ingenieur der Hedschasbahn und der Reichsbahn

 

In Danzig ausgebildet, zog es den Maschinenbauer Paul Levy (1876–1943) 1904 in den Nahen Osten zur Hedschasbahn, wo am 1. September 1908 die Bahnstrecke von Damaskus im heutigen Syrien nach Medina in Saudi-Arabien in Betrieb genommen wurde.
Im Mai 1906 heiratete Paul Levy seine Cousine Ida und lebte mit ihr in Damaskus und Beirut. Im Ersten Weltkrieg erhielt er das Eiserne Kreuz.
Zurück in Deutschland, wurde Levy Dezernent für Rationalisierung im Werkstättenwesen bei der Deutschen Reichsbahn in Altona und 1930 zum „Direktor bei der Reichsbahn“ befördert.
1935 versetzte die Bahn den jüdischen Beamten vorzeitig in den Ruhestand. Levy zog nach Berlin-Zehlendorf. Die Emigration gelang ihm nicht mehr. Mit rund eintausend anderen Menschen wurde er am 26. Februar 1943 von Moabit nach Auschwitz deportiert.

Autor: Alfred Gottwaldt

Verlag: Hentrich & Hentrich

2014

Reinhart Koselleck und die Politische Ikonologie

 

Das Interesse des Historikers Reinhart Koselleck an der Fotografie und an der Bildforschung ist im Bewusstsein der akademischen Öffentlichkeit wenig präsent, denn der 2006 verstorbene Gelehrte ist vor allem als Begriffshistoriker bekannt geworden: Die von ihm konzipierten und mitherausgegebenen "Geschichtlichen Grundbegriffe" sind ein Standardwerk.[1] Auch seine Forschungen zu historischen Umbrüchen in der Zeitwahrnehmung wurden breit rezipiert.[2] Der dritte wichtige Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit war das Totengedenken in
der Denkmalskultur.[3]
Aus seiner Faszination für die Memorialkultur heraus fotografierte der reisefreudige Historiker viele Denkmäler in aller Welt - vorwiegend in Deutschland und Frankreich, aber auch in anderen Ländern, etwa in der Ukraine sowie in den USA. Darüber hinaus sammelte er - unterstützt durch Familie, Freundeskreis und Kolleg/innen - Postkarten, Zeitungsausschnitte und Werbematerial mit abgedruckten Fotografien. So entstand ein umfangreiches, etwa 30.000 Bilder umfassendes Fotoarchiv, das von Koselleck selbst katalogisiert und durch zusätzliche Informationen ergänzt wurde, zum Beispiel durch Reisenotizen und Korrespondenz.

Hrsg. Hubert Locher und Adriana Markantonatos

Verlag: Deutscher Kunstverlag

Berlin 2013

Sebastian Haffner

Geschichte eines Deutschen

Als Kind und junger Mann erlebte Sebastian Haffner den Ersten Weltkrieg, die galoppierende Inflation 1923, die Radikalisierung der politischen Parteien, den unaufhaltsamen Aufstieg der Nationalsozialisten. Ohne politisch oder rassisch verfolgt zu sein, emigrierte er 1938. Aus dem Nachlass wurden diese Erinnerungen seiner ersten drei Lebensjahrzehnte veröffentlicht, die Haffner 1939 in England zu Papier gebracht hatte. Um zwei neu aufgefundene Manuskriptteile erweiterte Ausgabe.

Hrsg. von Sarah Haffner und Oliver Pretzel

Verlag: Pantheon

Stuttgart/München 2014

Sommer 1914

 

Kriegsbegeisterung – das war bisher die vorherrschende Einschätzung über die Einstellung der Deutschen zu Kriegsbeginn. Doch haben die Menschen wirklich den Krieg freudig begrüßt, sind die Männer erwartungsvoll ausgerückt? Tillmann Bendikowski greift die Zweifel der aktuellen Geschichtsforschung auf und zeigt den Ausbruch des Ersten Weltkrieges aus der Perspektive derjenigen, die diese Zeit erlebten. Er macht sich auf die Suche nach den vielschichtigen Erwartungen und Empfindungen, mit denen Menschen damals auf Kriegsgefahr und Kriegsausbruch reagierten. Er begleitet fünf Deutsche – den Kaiser, einen Historiker, einen jungen Journalisten, eine Lehrerin und einen Lyriker – durch die Sommermonate des Jahres 1914. In dieser kurzen Zeit veränderte sich das Leben in Europa grundlegend. Verunsicherung, Angst und Leid breiteten sich aus. Die Deutschen wussten früh, welche Schrecken ihnen bevorstanden.

Autor: Tillmann Bendikowski

Verlag: C. Bertelsmann

München 2014

Verdun - 100 Jahre danach

Eine deutsch-französische Spurensuche

Die Photographen Emmanuel Berry und Martin Blume haben sich, als deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt, über mehrere Jahre auf den Schlachtfeldern von Verdun auf „Spurensuche“ begeben. Ihre so entstandenen Werke vermitteln Impressionen der immer noch wunden Landschaft, wo im Ersten Weltkrieg über 320 000 Soldaten in weniger als einem Jahr ihr Leben verloren. Schützengräben, Granatrichter, Festungswerke, Schlachtfelder, bereits 100 Jahre entfernt und doch so nah.
Die unterschiedlichen Arbeitsweisen der beiden Künstler vereinen sich zu einem Gesamtwerk, das den Betrachter in seinen Bann zieht und verändert.

Autor: Emmanuel Berry / Martin Blume

Verlag: Hentrich & Hentrich

2014

Walter Kleinfeldt - Fotos von der Front 1915 - 1918

 

Kaum sechzehnjährig meldet sich Walter Kleinfeldt (1899–1945) aus dem schwäbischen Reutlingen im Früjahr 1915 freiwillig an die nordfranzösische Front. An der Somme erlebt er den monatelangen Grabenkrieg. Die meisten seiner Kameraden sterben. Kleinfeldt fotografiert währenddessen den Krieg mit einer einfachen Plattenkamera: zerschossene Städte und Dörfer, demolierte Unterstände, tote Krieger und Verwundete, aber auch den Alltag der Soldaten im Graben. Seine Bilder haben einen dokumentarischen Charakter und nehmen bereits das spätere Wirken als Berufsfotograf vorweg. Kaum ein Bild misslingt – der junge Mann muss ein lichtbildnerisches Naturtalent gewesen sein. Rund 130 der einst 149 Fotografien haben die Zeit überdauert.
Der Tübinger Kultur- und Medienwissenschaftler Ulrich Hägele hat Kleinfeldts Aufnahmen für die Ausstellung und den Katalog zusammengestellt und mit schriftlichen Selbstzeugnissen des Fotografen aus Kriegstagebuch und Feldpostbriefen versehen – eine berührende und bedrückende Geschichte in Bildern aus dem Ersten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Autor: Ulrich Hägele

Verlag: Waxmann

Münster 2014

Wilhelm Heiders Erster Weltkrieg

 

Wilhelm Heider aus dem oberbayerischen Pörnbach zog 1914 mit einem bayerischen Feldartillerie-Regiment in den Krieg. Schon nach wenigen Wochen wurde er schwer verwundet und gelangte nach Ingolstadt ins Lazarett. Dort musste er fast zwei Jahre bleiben. Sein damals niedergeschriebener Bericht vermittelt einzigartige Einblicke in die Atmosphäre des Kriegsbeginns und das Innenleben eines Militärlazaretts aus der Sicht eines Patienten.

Autor: Dieter Storz

Verlag: Klartext Verlag

2014

Hörbuch

Tolkien und der Erste Weltkrieg

 

Ist Tolkiens großes Epos von Mittelerde eine Allegorie auf den Ersten Weltkrieg? Diese und andere Fragen beschäftigen von jeher die Leser. John Garth stellt diesen Spekulationen ein fundiertes und faszinierend argumentierendes Buch über den großen Autor Tolkien entgegen.

»1914 als junger Mann in all das hineinzugeraten, war eine keineswegs weniger schreckliche Erfahrung als 1939 … 1918 waren alle meine engen Freunde mit nur einer Ausnahme tot.« So äußerte sich Tolkien zu Deutungen, die im »Herrn der Ringe« eine Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg sahen. John Garth beschreibt hier zum ersten Mal ausführlich, wie Tolkien in seiner Jugend erlebte, dass die Welt um ihn in der Katastrophe versank. Gerade diese Erfahrungen prägten Tolkiens mythologische Erfindungen maßgeblich, in denen er seine eigene literarische Tradition begründete. Mittelerde und seine Anziehungskraft sind daher nicht aus Eskapismus entstanden, sondern aus dem Drang, das Erlebnis der Verwüstung dichterisch in eine Form zu bringen, die bis heute nachwirkt und fasziniert.

Autor: John Garth

Verlag: der Hörverlag

München 2014

Verborgene Chronik 1914

 

Stimmen von der Front, aus Ost und West, von den Weltmeeren, aus dem Hinterland – die "Verborgene Chronik" ist eine Art kollektives Tagebuch des Ersten Weltkriegs.

Eine Auswahl aus ca. 190 bisher unveröffentlichten Tagebüchern: Einfache Soldaten und Offiziere, Daheimgebliebene, Mütter, Geliebte und Kinder, Sanitäter, Feldpastoren und Arbeiter in Munitionsfabriken erzählen das Jahr 1914 von unten. Und so versteht der Hörer den Ersten Weltkrieg nicht nur von der komplizierten Vorgeschichte bis zur großen Euphorie bei Kriegsbeginn, von den frühen Siegen bis zur ersten Ernüchterung, als sich der Krieg im Westen in den Schützengräben um Somme und Marne festfuhr und im Osten immer heftiger wurde, sondern erhält Einblicke ins Alltags- und Gefühlsleben der Deutschen im Schicksalsjahr, wie es sie noch nicht gab.

Autor: Herbert Kapfer, Lisbeth Exner

Verlag: der Hörverlag

München 2014