Audiovisuelle Medien zum Ersten Weltkrieg: Film, Tonaufnahmen und Musik
Der Erste Weltkrieg ist der erste Krieg, von dem Bewegtbild und Ton in nennenswertem Umfang erhalten sind – und der erste, dessen Bilder systematisch inszeniert wurden.

Filmaufnahmen aus den Jahren 1914 bis 1918 existieren in großer Zahl, und fast alle stammen aus offiziellen Bildstellen. Kameras waren schwer, empfindlich und im Feuer nicht einsetzbar; was wie eine Kampfaufnahme aussieht, ist deshalb in aller Regel im rückwärtigen Gebiet nachgestellt. Der berühmteste Fall ist der britische Film „The Battle of the Somme“ von 1916, der von Millionen gesehen wurde und dessen bekannteste Sequenz nachweislich nachgestellt ist.
Das entwertet dieses Material nicht, verschiebt aber seine Aussagekraft: Es zeigt zuverlässig, wie der Krieg gezeigt werden sollte, und nur bedingt, wie er war. Für Landschaft, Ausrüstung, Bewegungsabläufe im Etappenbereich und für Gesichter bleibt es unersetzlich.
Bei Tonaufnahmen liegt der Fall anders. Erhalten sind Kriegslieder, Ansprachen und – als Besonderheit – Stimmaufnahmen von Kriegsgefangenen, die zwischen 1915 und 1918 in deutschen Lagern für sprachwissenschaftliche Zwecke aufgezeichnet wurden. Sie gehören zu den frühesten Tondokumenten zahlreicher Sprachen überhaupt und sind zugleich Zeugnisse einer Zwangssituation.
Verzeichnete Medien
DVD 1: Erster Weltkrieg Archivedition
Das alte Europa am Vorabend seines Untergangs Die Reihe »Erster Weltkrieg Archivedition« präsentiert herausragende Archivfunde aus allen Teilen Europas. Rare Dokumentaraufnahmen, Wochenschauen, kurze Spielfilme und weitere Materialien geben sowohl über das Kriegsgeschehen selbst Auskunft als auch darüber, wie es das zeitgenössische Filmpublikum auf der Leinwand repräsentiert sah. Der erste Teil nimmt die Vorgeschichte des Kriegs in den Blick: Bereits vor 1914 sind Militär und Krieg ein allgegenwärtiges Element von Filmvorführungen. In ihren Berichten etwa über den Italienisch-Türkischen Krieg oder den Ersten Balkankrieg unternehmen frühe Filmemacher erste Versuche, mit den Mitteln des noch jungen Mediums Krieg darzustellen. Absolut Medien GmbH 2014
DVD 2: Erster Weltkrieg Archivedition
Aufmarsch der Armeen Herausragende Archivfunde aus allen Teilen Europas. Rare Dokumentaraufnahmen, Wochenschauen und kurze Spielfilme geben sowohl über das Kriegsgeschehen selbst Auskunft als auch über dessen Darstellung auf zeitgenössischen Kinoleinwänden. Der zweite Teil der Archivedition zeigt Filme aus der Phase des Kriegsbeginns: Die Filmproduktion reagiert rasch auf den Ausbruch der Kämpfe, sieht sich aber mit schwierigen Herausforderungen konfrontiert, etwa mit zunehmenden staatlichen Eingriffen in ihre Arbeit. Frühe Filmberichte lassen von der nachfolgenden Wirklichkeit der statischen Stellungsschlachten wenig erahnen, etablieren aber filmische Konventionen für die Darstellung von Krieg, die weit über 1918 hinaus Bestand haben sollen. Absolut Medien GmbH 2014
Video : ZDF Mediathek
Die Mediathek des ZDF bietet mehrere kleine und informative Videos im Rahmen von zwei Sekunden bis zu drei Minuten rund den Erstern Weltkrieg. Die Videos sind in der Mediathek kostenfrei anzusehen: 100 Jahre Erster Weltkrieg I Videosammlung 100sec vor 100 Jahren I Videosammlung Sarajevo - Der Weg in die Katastrophe I Video 43 min
Weiterführende Links
Bei kolorierten und aufbereiteten Archivfilmen ist zu bedenken, dass Farbe, Bildgeschwindigkeit und Ton rekonstruiert sind. Sie machen die Aufnahmen zugänglicher und fügen zugleich eine Interpretationsebene hinzu, die im Original nicht vorhanden war.
Häufige Fragen
Sind Filmaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg echt?
Das Material ist zeitgenössisch, viele Szenen sind aber gestellt. Kampfaufnahmen aus der vordersten Linie gibt es kaum, weil die Kameras dafür zu unbeweglich waren. Bekannte Angriffsszenen aus offiziellen Filmen wurden nachweislich hinter der Front nachgestellt.
Gibt es Tonaufnahmen von Soldaten?
Ja. Neben Kriegsliedern und Ansprachen existieren Stimmaufnahmen von Kriegsgefangenen aus deutschen Lagern, die 1915 bis 1918 für sprachwissenschaftliche Zwecke gemacht wurden. Sie umfassen zahlreiche Sprachen aus Europa, Afrika und Asien und sind heute sowohl sprachwissenschaftlich als auch historisch von hohem Wert.
Welche Kriegslieder waren verbreitet?
Auf deutscher Seite unter anderem „Ich hatt’ einen Kameraden“, das seit dem 19. Jahrhundert zum Trauerzeremoniell gehörte, sowie zahlreiche Marsch- und Soldatenlieder. In Großbritannien und Frankreich entstanden Lieder, die den Krieg ironisch kommentierten – ein Genre, das in der deutschen Überlieferung schwächer vertreten ist.
Wo sind diese Medien zugänglich?
Über die Filmarchive und Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Anbieter, über das European Film Gateway und über die Bestände der großen Kriegsmuseen. Ein Teil ist frei online abrufbar; für die Verwendung in Veröffentlichungen sind die Rechte gesondert zu klären.