Deutsch

KriegsgräberstättenZur Kartenansicht wechseln

Braunlage - St. Andreasberg, Ev.- luth. Friedhof

Auf diesem Friedhof ruhen - nach den uns vorliegenden Informationen - insgesamt 130 Tote beider Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in einer großen Gräberstätte in Friedhofsmitte, ca. 50m hinter der Kapelle und einigen Einzelgräbern. Im Einzelnen:
Erster Weltkrieg:
- 15 deutsche Soldaten, verstorben in Lazaretten in St. Andreasberg oder überführt sowie 2 russische Kriegsgefangene

Zweiter Weltkrieg und Gewaltherrschaft:
- 77 deutsche Soldaten der verschiedensten Truppengattungen von Wehrmacht und Waffen-SS sowie 2 sog. sowjetische Hilfswillige, von denen 72 in den Jahren 1945 -1951 in St. Andreasberger Lazaretten/Kliniken an ihren Verwundungen oder an Krankheit verstorben sind.
- 9 Einwohner von St. Andreasberg - meist Frauen sowie
- 2 sowjetische Kriegsgefangene und 9 Unbekannte, die alle bei den Kämpfen um St. Andreasberg am 13./14. April 1945 sterben mussten ;
- 7 sowjetische Kriegsgefangene und 6 Zwangsarbeiterinnen, die 1942 - 45 wahrscheinlich bei den Metallwerken Silberhütte ums Leben kamen.

Fotos: Volker Fleig 2013

Weiterführende Informationen zum Kriegsende, zur Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit sowie zum Schicksal der hier eingesetzten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter siehe

- zu den Gefechten um St. Andreasberg am 14./15. April 1945:
Ulrich Saft "Krieg in der Heimat...bis zum bitteren Ende im Harz", 2. Auflage, Walsrode 1996, Seiten 264 ff

- zu den Rüstungsbetrieben der Metallwerke Silberhütte/Schmiedag AG: Wikipedia/Silberhütte

- zum Lager Knieholz: Volker Zimmermann:"Leiden verwehrt - Vergessen" - Zwangsarbeiter in Göttingen und ihre medizinische Versorgung in den Universitätskliniken, Wallstein, 2007, Seite 207

- Eine Lagerübersicht im Westharz bietet die Webseite: www.knolle.privat.t-online.de/lager.htm

- zum Friedhof St. Andreasberg: www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/11

 

 

Bilder von Braunlage - St. Andreasberg, Ev.- luth. Friedhof

Karte der Kriegsgräberstätten


Auf der Karte anzeigen

Landesinformation für Deutschland

Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.